Design und Digitalisierung

Theorieseminar - Master Public Interest Design - Bergische Universität Wuppertal

Das Designpotenzial Digitaler Medien soll anhand einer oder mehrerer Case Studies unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen dargestellt werden.

Kurzbeschreibung Inhalte

Die Anfänge der digitalen Medien liegen erst wenige Jahrzehnte zurück. Dennoch sprechen wir heute bereits von einem „Digital Turn“, der die tiefgreifende Transformation moderner Gesellschaften bezeichnet. Die Digitalisierung verändert die Formen unserer Wahrnehmung, Gestaltung und Kommunikation und hierüber auch die Formen unseres Lebens und Zusammenlebens. Dieser unaufhaltsame Transformationsprozess wird die Zukunft unserer Lebens- und Arbeitswelten nachhaltig beeinflussen, was große Chancen aber auch erhebliche Risiken beinhaltet. Der digitale Wandel wird Gewinner und Verlierer erzeugen, alte Strukturen zerstören und neue aufbauen.

Die Digitalisierung unserer Lebens-, Lern- und Arbeitswelt revolutioniert systemrelevante Grundlagen demokratischer Gesellschaften wie Sicherheit, Bildung, Presse, Recht und Freiheit. Die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit geraten ins Fließen und müssen neu definiert und bewertet werden. Dieser Veränderungsdruck schafft zugleich auch Freiräume für die Weiterentwicklung kultureller Praktiken und die Neugestaltung der Formen unseres Zusammenlebens.

Der Prozess der Digitalisierung muss moderiert und gestaltet werden. Wer private oder öffentliche Interessen in diesem gesellschaftlichen Transformationsprozess wahrnehmen will, muss das enorme Gestaltungspotenzial digitaler Medientechnologien wahrnehmen, das täglich wächst. Wer Zukunft gestalten will, muss den Einfluss der Digitalisierung auf die Veränderungsdynamiken der Gegenwart verstehen. Hierdurch öffnet sich ein weites Betätigungsfeld für Designerinnen und Designer, das nicht mehr nur klassische Designfelder wie Produkte und Dienstleistungen, sondern alle Bereiche der Gesellschaft umfasst.

Lernziele:

  1. Wissensvermittlung zum Themenfeld Design und Digitalisierung
  2. Verständnisbildung und Förderung von Fähigkeiten zur kritischen Reflexion aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen
  3. Stärkung der Fähigkeiten zur Designforschung und Bildung von Designtheorie
  4. Verbesserung der Chancen zur Partizipation am Prozess der Digitalisierung im Rahmen des Praxisfeldes von Public Interest Design

Seminarablauf:

A Digitalisierung verstehen

Pecha Kucha Design & Digitalisierung – Begriffsklärung anhand von Kurzvorträgen aller Teilnehmer/-innen zu Stichworten, Dauer 6:30min, 20 Folien mit jeweils 20s

Digitalisierung der Lebenswelt – soziale Fragestellungen
Knorr, Cyberanthropology. Peter Hammer 2011
Pink, Sarah. Digital Ethnography: Principles and Practice. Sage Publications 2015
Keese, Christoph. Silicon Valley: Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt. Penguin 2016

Digitalisierung der Arbeitswelt – ökonomische Fragestellungen
Eberl, Ulrich. Smarte Maschinen: Wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert. Carl Hanser 2016
Schwab, Klaus. Die Vierte Industrielle Revolution. Pantheon 2016
Brühl, Volker. Wirtschaft des 21. Jahrhunderts: Herausforderungen in der Hightech-Ökonomie. Springer Gabler 2015

Digitalisierung der Kultur – medienkulturelle Fragestellungen
Becker, Jörg. Die Digitalisierung von Medien und Kultur. Springer VS 2012
Burgess, Jean. YouTube: Online Video and Participatory Culture. Polity 2009
Schmidt, Jan-Hinrik. Handbuch Soziale Medien. Springer 2016

Chancen und Risiken der Digitalisierung – Diskussion und Fazit Teil A
Fraunhofer ISI, Karlsruhe Hrg.). Szenarien für die Gigabitgesellschaft.: Wie die Digitalisierung die Zukunft verändert. Fraunhofer Verlag 2013
Weigend, Andreas. Data for the People.Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern. Murmann Publishers 2017
Biermann, Ralf (Hrg.). Partizipative Medienkulturen: Positionen und Untersuchungen zu veränderten Formen öffentlicher Teilhabe. Springer 2013

B Designpotenzial Digitalisierung

Designpotenzial Soziale Medien – Social Networks (Facebook), Blogs (Twitter), User-edited-Encyclopedia (Wikipedia), Content Communities (YouTube), virtual Worlds (Second Life), …

Designpotenzial Internet Publishing – E-Learning, E-Journals, E-Newspaper, E-books, Mediatheken, Video-on Demand, Open Access, Computerspiele, …

Designpotenzial Cloud Computing – Storage, Software, E-commerce

Designpotenzial Künstliche Intelligenz – Neuronale Netze, Suchmaschinen, Deep Learning, Superintelligenz, Roboter, Industrie 4.0, …

Designpotenzial Internet der Dinge – Wearable Computing, Digitales Objektgedächtnis, Datensammlung, Datenschutz, …

Designpotenzial Virtual & Mixed Reality – Video Games, Augmented Reality, Generative Design, Immersion, Computer animation, Ubiquitous computing (Google Glass), 3D / 4D, …

10.10.17 in Lehre
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentarfunktion wurde deaktiviert

Artikel der gleichen Kategorie