Farbe im Gesundheitsbau

Forschungsstudie HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal, Kliniken für Intensivmedizin

Beurteilung der psychologischen Wirkungen der Farbe und Lichtgestaltung im Krankenhausbau auf Gesundung und Wohlbefinden von Patienten, auf Akzeptanz von Angehörigen sowie Motivation, Zufriedenheit und Gesundheit des Personals. Entwicklung einer partizipativen Verfahrensmethodik zur Durchführung erfolgreicher Farb- und Lichtgestaltungen bei Neubauten und Renovierungen im Klinikbau.

Ange­wandtes Forschung­spro­jekt:

Beurteilung der psy­chol­o­gis­chen und medi­zinis­chen Wirkun­gen ein­er Farb- und Licht­gestal­tung in der Klinik für Inten­sivmedi­zin des HELIOS Uni­ver­sität­sklinikums Wup­per­tal durch Patien­ten, Ange­hörige und Per­son­al“.

Forschungspart­ner:

Prof. Dr. Axel Buether
Didak­tik der Visuellen Kom­mu­nika­tion
Ber­gis­che Uni­ver­sität Wup­per­tal

Dr. Gabriele Wöbker
Chefärztin der Klinik für Inten­sivmedi­zin
HELIOS Uni­ver­sität­sklinikum Wup­per­tal
Uni­ver­sität Witten/Herdecke

Ort:

Klinik für Inten­sivmedi­zin, Sta­tio­nen 3 und 5
HELIOS Uni­ver­sität­sklinikum Wup­per­tal

Farb-Licht­gestal­tung:

Axel Buether mit Heike Krauss

Pro­jek­tziele:

  1. Verbesserung wesentlich­er Ein­flussfak­toren im Bere­ich der Farb- und Licht­gestal­tung für das Befind­en und den Gesund­heit­szu­s­tand von Patien­ten, das Ver­trauen und die Zufrieden­heit von Ange­höri­gen sowie die Arbeitsmo­ti­va­tion und Iden­ti­fika­tion des Per­son­als.
  2. Besei­t­i­gung des weltweit beste­hen­den Man­gels an gesicherten Stu­di­energeb­nis­sen zu den räum­lichen Wirkun­gen von Farbe und Licht auf Patien­ten, Ange­hörige und Per­son­al im Bere­ich der Innen­raumgestal­tung von Gesund­heits­baut­en.
  3. Erar­beitung und Anwen­dung eines par­tizipa­tiv­en Ver­fahrens zur Farb- und Licht­gestal­tung im Klinikbau auf der Grund­lage der Design-Think­ing-Meth­ode. Auf­stel­lung klar­er Hand­lungsempfehlun­gen für die Gestal­tung­sprax­is, die sich auf den Stand der Forschung und Prax­is grün­den und im Mei­n­ungs­bil­dungs- sowie Pla­nungs- und Entschei­dung­sprozess von Kliniken angewen­det wer­den kön­nen.

 

Vorge­hensweise:

Die geplanten Ren­ovierungs­maß­nah­men auf Grund­lage des vorhan­de­nen Farb- und Lichtkonzeptes für bei­de Sta­tio­nen der Klinik für Inten­sivmedi­zin boten die sel­tene Gele­gen­heit für eine wis­senschaftliche Studie mit dem Arbeit­sti­tel „Beurteilung der psy­chol­o­gis­chen und medi­zinis­chen Wirkun­gen ein­er Farb- und Licht­gestal­tung in der Klinik für Inten­sivmedi­zin des HELIOS Uni­ver­sität­sklinikums Wup­per­tal durch Patien­ten, Ange­hörige und Per­son­al“.

Bei der Gestal­tung wurde die par­tizipa­tive Meth­ode Col­or-Design-Think­ing gewähhlt, bei der fol­gen­der­maßen vorge­gan­gen wurde:

Phase 1: Klärung der Auf­gaben­stel­lung
- Coach­ing des Auf­tragge­bers durch einen Auf­tak­t­work­shop
— Gespräche mit der Geschäfts­führung und der medi­zinis­chen Leitung
— Gespräche mit der Pflege­di­en­stleitung und Arbeit­nehmervertre­tung
— Gespräche mit Ärzt/-innen und Pfleger/-innen
— Gespräche mit der tech­nis­chen Leitung und tech­nis­chen Mitar­beit­er/-innen
— Erar­beitung und Abstim­mung der Frage­bö­gen mit den Ver­ant­wortlichen und Betrof­fe­nen

Durch­führung der Befra­gun­gen und Inter­views von Patien­ten, Ange­höri­gen und Per­son­al

Phase 2: Recherche
- Erar­beitung Stand der Forschung in der Wahrnehmungspsy­cholo­gie Licht/Farbe/Raum
— Erar­beitung Stand des gesellschaftlichen und fach­wis­senschaftlichen Diskurs­es
— Erar­beitung Stand der Gestal­tung­sprax­is von Gesund­heits­baut­en an Ver­gle­ich­sob­jek­ten
— Erar­beitung Stand der Tech­nik im Gesund­heits­bau
— Auswer­tung von Gestal­tungstrends und inno­v­a­tive Tech­niken im Gesund­heits­bau

Phase 3: Farb-Lichtkonzept
- Erar­beitung von drei Vari­anten nach den zuvor erhobe­nen inhaltlichen Vor­gaben
— Berück­sich­ti­gung der Wirkun­gen von Licht und Farbe in der Raumgestal­tung
— Berück­sich­ti­gung umweltverträglich­er und ästhetisch wirk­samer Farb­mit­tel
— Präsen­ta­tion der Vari­anten und Her­beiführung eine Entschei­dung zur Auswahl der Vari­ante
— Fein­ab­stim­mung und Anpas­sung der vari­ablen Gestal­tungs­fak­toren an die indi­vidu­ellen Bedürfnisse der Nutzer, z.B. Far­bauswahl für die Aufen­thalt­sräume des Per­son­als
— Berück­sich­ti­gung energies­paren­der und nach­haltiger und ästhetisch wirk­samer Leucht­mit­tel (LED mit wech­sel­nder Farbtem­per­a­turen zwis­chen öffentlichen und pri­vat­en Räu­men mit Farb­wieder­gabein­dex 90%)

Mit Hil­fe von Spon­soren wurde ein Musterz­im­mer ein­gerichtet, in dem alle maßge­blichen gestal­ter­ischen und tech­nis­chen Fak­toren opti­mal getestet wer­den kön­nen:

a) kosten­freie Erneuerung der medi­z­in­tech­nis­chen Ampelein­heit durch das Unternehmen Dräger
b) kosten­freie Erneuerung des Raum­licht­sys­tems durch das bio­dy­namis­che Licht­sys­tem “human cen­tric light­ing” des Unternehmens TRILUX
c) kosten­freie Erneuerung des Linoleum-Fuß­bo­dens durch das Unternehmen Nora

Helios Klinikum Wup­per­tal, Klinikum für Inten­sivmedi­zin, Musterz­im­mer vor der Umgestal­tung

Helios Klinikum Wup­per­tal, Klinikum für Inten­sivmedi­zin, Musterz­im­mer nach der Umgestal­tung

 

Phase 4: Bemusterung
- Auf­strich von Muster­flächen und Betra­ch­tung unter den realen bzw. geplanten Lichtbe­din­gun­gen
— Kor­rek­tur der Farbtöne und Anpas­sung des Far­bkonzeptes entsprechend den Ergeb­nis­sen der Bemusterung, z.B. Aufhel­lung aller Far­ben, da die vorhan­dene Ober­fläche der Struk­tur­tapete bei Beleuch­tung mit Kun­stlicht und Strei­flicht der Sonne dun­kle Schat­ten wirft

Phase 5: Pla­nung
- Erar­beitung eines Raum­buch­es und Raumweise Angabe aller Gestal­tungspa­ra­me­ter für Auss­chrei­bung, Ver­gabe und Aus­führung

Phase 6: Eval­u­a­tion (läuft, wird voraus­sichtlich gegen Jahre­sende 2017 abgeschlossen, Zwis­ch­en­ergeb­nisse sind bere­its sehr pos­i­tiv)

- 2. Phase der Befra­gun­gen und Inter­views von Patien­ten, Ange­höri­gen und Per­son­al
Empirisch erfasst wer­den sowohl der Zus­tand vor der Ren­ovierung, als auch der Zus­tand nach der Ren­ovierung, damit Ver­gle­iche möglich sind. Die Erhe­bung der Infor­ma­tio­nen erfol­gt über Inter­views (qual­i­ta­tive Meth­ode) und Frage­bö­gen an Patien­ten, Ange­hörige und Per­son­al (quan­ti­ta­tive Meth­ode). Mit­tel­fristig erfasst und aus­gew­ertet wer­den medi­zinis­che und soziale Indika­toren wie Ver­weil­dauer von Patien­ten, Ver­brauch von Medika­menten sowie Kranken­stand und Kündi­gun­gen.

Pressemit­teilung Helios Klinikum 27.10.2017

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