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	<title>Farbe in der Architektur-Archiv - Farbpsychologie</title>
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		<title>Warum gibt es Farben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 12:13:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum gibt es Farben überhaupt? Welche biologischen und kulturellen Funktionen erfüllen sie? Und was verändert sich, wenn wir dieses Wissen nicht nur zur Erklärung unserer Wahrnehmung nutzen, sondern zur Gestaltung einer humaneren Umwelt? Diese Fragen beschäftigen meine Forschung seit vielen Jahren. Im Studiogespräch für die Sendereihe „Die eine Frage“ bei Deutschlandfunk Kultur standen sie nun [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Warum gibt es Farben überhaupt? Welche biologischen und kulturellen Funktionen erfüllen sie? Und was verändert sich, wenn wir dieses Wissen nicht nur zur Erklärung unserer Wahrnehmung nutzen, sondern zur Gestaltung einer humaneren Umwelt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen beschäftigen meine Forschung seit vielen Jahren. Im Studiogespräch für die Sendereihe <strong>„Die eine Frage“</strong> bei Deutschlandfunk Kultur standen sie nun für knapp 30 Minuten im Mittelpunkt. <a href="https://axelbuether.de/2023/podcast-farbpsychologie-zwischentoene-deutschlandfunk/" data-type="post" data-id="7226" target="_blank" rel="noopener">Die Sendung wurde am 28. August 2026 im Rahmen von <em>Studio 9</em> ausgestrahlt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausgangspunkt ist für mich ein grundlegender Perspektivwechsel: <strong>Farbe ist keine Eigenschaft der Dinge. Sie entsteht als Wahrnehmung in uns.</strong> Materie und elektromagnetische Energie bilden die äußeren Bedingungen – die farbige Welt jedoch entsteht erst in der Wechselwirkung von Augen und Gehirn, Körper, Gedächtnis und Erfahrung. Deshalb ist Farbe weit mehr als ästhetische Dekoration. Sie ist eines der ältesten und leistungsfähigsten Medien, mit denen Menschen ihre Umwelt unterscheiden, bewerten, erinnern und gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus evolutionärer Sicht half uns Farbsehen dabei, Nahrung zu erkennen, Gefahren einzuschätzen, Lebensräume zu beurteilen und soziale Signale wahrzunehmen. Kulturell haben wir aus dieser biologischen Fähigkeit ein hochkomplexes Kommunikationssystem entwickelt: Farben strukturieren Räume und Gegenstände, markieren Zugehörigkeit, erzeugen Identität und transportieren Bedeutungen, lange bevor wir sie bewusst in Worte fassen. Diese Verbindung von evolutionärer Biologie, Wahrnehmungspsychologie und Gestaltung bildet einen Kern meiner Forschung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum leben wir trotzdem in einer nahezu weißen Umwelt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Schwerpunkt des Gesprächs war die gebaute Umwelt. Ein sehr großer Anteil heutiger Wand- und Deckenflächen wird weiß oder nahezu unbunt gestaltet. Damit verzichten wir ausgerechnet dort auf einen wesentlichen Teil unserer Wahrnehmungsmöglichkeiten, wo Menschen einen Großteil ihres Lebens verbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine humanistische Umweltgestaltung setzt für mich deshalb beim Menschen an: Wie unterstützt ein Raum Orientierung, Erholung, Konzentration, Kommunikation, Identifikation und Wohlbefinden? Welche Farbatmosphären passen zu den Tätigkeiten und Bedürfnissen der Menschen, die dort leben und arbeiten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Evidenzbasierte Farbgestaltung bedeutet dabei gerade nicht, Räume möglichst bunt zu machen. Sie bedeutet, Farbe so präzise einzusetzen, dass sie ihre biologischen, psychologischen und sozialen Funktionen entfalten kann. Farbe wird damit vom dekorativen Zusatz zu einem gestaltbaren Umweltfaktor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was verraten unsere Lieblingsfarben über uns?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der dritte Themenkomplex führte von der Umwelt unmittelbar zur Persönlichkeit. Warum fühlt sich ein Mensch in einem tiefen Ultramarin ausgesprochen wohl, während ein anderer lichte Türkistöne oder warme Orange- und Rottöne bevorzugt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbvorlieben entstehen im Zusammenspiel biologischer Voraussetzungen, individueller Erfahrungen und kultureller Prägungen. In meiner Forschung untersuche ich darüber hinaus Zusammenhänge zwischen Farbpräferenzen und Persönlichkeitsmerkmalen – unter anderem auf der Grundlage des Big-Five-Modells.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eröffnet eine spannende neue Perspektive auf Gestaltung: <strong>Was wäre, wenn wir Kleidung, Kosmetik, Wohnräume und Produkte stärker danach auswählen könnten, wer wir tatsächlich sind und wie wir uns selbst erleben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Farben können dann helfen, die eigene Persönlichkeit sichtbar zu machen. Kleidung oder Make-up müssten keinem wechselnden Trend folgen, sondern könnten unsere Individualität unterstützen. Wohnräume könnten stärker den persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Produkte würden länger geschätzt, weil ihre Gestaltung nicht nur kurzfristig gefällt, sondern dauerhaft zur eigenen Person passt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verbindet sich für mich auch eine Frage der Nachhaltigkeit. Was wirklich zu uns passt, müssen wir weniger schnell ersetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann Farbgestaltung dazu beitragen, authentischer zu leben?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das die gesellschaftlich interessanteste Konsequenz: Farbe unterstützt nicht nur Wohlbefinden. Sie beteiligt sich daran, <strong>wie wir uns selbst sehen und wie wir von anderen gesehen werden wollen</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir gestalten unsere Erscheinung, unsere Wohnungen, unsere Arbeitsplätze und unsere Produkte immer auch als Form sozialer Kommunikation. Farbe gehört dabei zu den schnellsten Informationen überhaupt. Noch bevor ein Gegenüber unseren Stil analysiert oder unsere Worte versteht, hat die farbliche Erscheinung bereits einen Eindruck erzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gute Farbgestaltung hilft deshalb nicht, eine künstliche Wirkung zu produzieren. Im besten Fall unterstützt sie das Gegenteil: <strong>Sie macht unsere Persönlichkeit, unsere Bedürfnisse und unsere Haltung authentisch wahrnehmbar.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier treffen für mich Farbpsychologie und Gestaltung zusammen. Wenn wir besser verstehen, warum Farben existieren, wie sie auf uns wirken und welche Erfahrungen wir mit ihnen verbinden, können wir unsere Umwelt bewusster gestalten – gesünder, individueller, sozialer und menschlicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gespräch bei Deutschlandfunk Kultur führt durch diese drei großen Themen: <strong>Warum gibt es Farben? Wie lässt sich ihre Wirkung für eine humanere Umweltgestaltung nutzen? Und was verraten unsere Farbvorlieben über unsere Persönlichkeit?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sendung ist knapp 30 Minuten lang und kann bei <a href="https://axelbuether.de/2023/podcast-farbpsychologie-zwischentoene-deutschlandfunk/" data-type="post" data-id="7226" target="_blank" rel="noopener">Deutschlandfunk Kultur </a>nachgehört werden. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://axelbuether.de/2026/warum-gibt-es-farben/">Warum gibt es Farben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://axelbuether.de">Farbpsychologie</a>.</p>
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		<title>Ist der Himmel wirklich blau?</title>
		<link>https://axelbuether.de/2026/ist-der-himmel-wirklich-blau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 16:10:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum eine Farbe berührt Menschen so unmittelbar wie Blau. Wir blicken an einem Sommertag in den Himmel und spüren Weite. Wir stehen am Meer und empfinden Freiheit, Frische oder Sehnsucht. Wir tragen Dunkelblau, wenn wir vertrauenswürdig erscheinen möchten, wählen Türkis für Räume, die Erholung vermitteln sollen, oder Ultramarin für Produkte und Kunstwerke, die Tiefe und [&#8230;]</p>
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<h6 class="wp-block-heading has-dark-gray-color has-text-color has-link-color wp-elements-10">Kaum eine Farbe berührt Menschen so unmittelbar wie Blau. Wir blicken an einem Sommertag in den Himmel und spüren Weite. Wir stehen am Meer und empfinden Freiheit, Frische oder Sehnsucht. Wir tragen Dunkelblau, wenn wir vertrauenswürdig erscheinen möchten, wählen Türkis für Räume, die Erholung vermitteln sollen, oder Ultramarin für Produkte und Kunstwerke, die Tiefe und Besonderheit ausstrahlen.</h6>



<h2 class="wp-block-heading">Doch ist der Himmel wirklich blau? Besitzt das Meer eine Farbe, die unabhängig von uns in der Welt vorhanden ist?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Farbe ist keine physikalische Eigenschaft des Himmels, des Meeres oder eines Gegenstands. Sie entsteht erst in unserer Wahrnehmung – in der Wechselwirkung von Augen, Gehirn, Körper, Gedächtnis und Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erkenntnis bildet den Ausgangspunkt eines grundlegenden Perspektivwechsels, den ich als <strong>Color Turn</strong> bezeichne: Wir erklären Farbe nicht länger zuerst von den physikalischen Bedingungen der Umwelt her, sondern vom Erleben des Menschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wo befindet sich die Farbe, wenn sie nicht in den Dingen steckt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Außerhalb des wahrnehmenden Menschen gibt es Materie und elektromagnetische Energie. Erst unser visuelles System erzeugt daraus Helligkeit, Kontraste, räumliche Tiefe und Farbe. Himmelblau, Aquamarin, Kobalt oder Ultramarin entstehen nicht außerhalb von uns, sondern in unserem Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich verhält es sich mit Musik. Außerhalb des hörenden Menschen existieren Schwingungen und Druckveränderungen. Zur Melodie werden sie erst in unserem Erleben. Auch Sprache liegt nicht als fertige Bedeutung in der Luft. Sie entsteht im verstehenden Bewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die dafür notwendigen Sinnesorgane oder Hirnfunktionen geschädigt sind, verschwindet das entsprechende Erlebnis. Dann gibt es für diesen Menschen keine Farbe, keinen Klang oder keine verständliche Sprache mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet jedoch nicht, dass Farbe nur eingebildet oder unwirklich wäre. Im Gegenteil: Die wahrgenommene Welt ist für unser Leben die primäre Wirklichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Mensch Angst vor einem schwarzen Kellerraum empfindet, ist diese Angst körperlich und psychisch real – selbst wenn der Keller objektiv ungefährlich ist. Ebenso real ist das Gefühl von Weite, Zuversicht und Tatendrang, das ein blauer Sommerhimmel in uns auslösen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir nehmen die Welt nicht erst neutral wahr und bewerten sie anschließend. Wahrnehmung ist von Beginn an mit Körperzuständen, Gefühlen, Erinnerungen und Handlungsbereitschaften verbunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was macht ein blauer Sommerhimmel mit unserem Körper?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein blauer Himmel ist weit mehr als eine farbige Fläche. Mit ihm erleben wir Weite, Wärme, frische Luft, gutes Wetter und die Aussicht auf Bewegung, Begegnung und Unternehmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Körper stellt sich auf Aktivität und Außenwelt ein. Wir werden wacher und aufmerksamer. Wir richten uns auf, möchten hinausgehen, reisen, schwimmen, Freunde treffen oder etwas Neues beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei verändern sich auch vegetative und hormonelle Prozesse. Serotonerge Systeme sind an Stimmung, Wohlbefinden und Zuversicht beteiligt, dopaminerge Systeme an Motivation, Erwartungsfreude und Tatendrang. Kreislauf, Atmung, Muskeltonus, Stoffwechsel und Bewegungsbereitschaft passen sich dem erlebten Zustand an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre allerdings zu kurz gegriffen, diese Reaktionen allein auf den abstrakten Farbton Blau zurückzuführen. Der blaue Sommerhimmel ist ein multisensorisches Gesamterlebnis. Zu ihm gehören Temperatur, Luft, Geräusche, Gerüche, körperliche Aktivität und soziale Erfahrungen. Die Farbe ist jedoch sein stärkster visueller Bedeutungsträger. In ihr verdichten sich Sommer, Freiheit, Urlaub, Wasser, Bewegung und Wohlbefinden zu einem unmittelbar erfahrbaren Lebensgefühl.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum sehen wir nicht nur Blau, sondern spüren es im ganzen Körper?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Neurowissenschaftler und Neurologe Antonio Damasio beschreibt mit seiner Theorie der <strong>somatischen Marker</strong>, wie Erfahrungen mit Gefühlen, körperlichen Zuständen und Handlungstendenzen verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir speichern einen Sommertag nicht nur als begriffliche Information. Wir erinnern uns nicht lediglich daran, dass der Himmel blau und die Luft warm war. Mit der Erfahrung verbinden sich auch körperliche Empfindungen: die Wärme auf der Haut, das Gefühl freier Atmung, Bewegung, Leichtigkeit, Begegnung oder Erwartungsfreude.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir später einem ähnlichen Himmelblau begegnen, kann dieses ganze Erfahrungsmuster erneut aktiviert werden. Wir sehen dann nicht nur eine Farbe. Wir geraten ein Stück weit wieder in den Zustand, den wir mit ihr verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt, weshalb ein bestimmtes Blau innerhalb weniger Augenblicke unsere Stimmung, unsere Haltung zu einer Situation und unsere Handlungsbereitschaft verändern kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe bildet die Welt also nicht einfach ab. Sie beteiligt sich daran, wie diese Welt in uns entsteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum erscheinen Himmel und Meer blau, obwohl Luft und Wasser durchsichtig sind?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Luft und Wasser erscheinen uns aus unmittelbarer Nähe meist transparent. Im großen Bild werden Himmel, Bäche, Flüsse, Seen und Meere jedoch zu den mächtigsten blauen Farbräumen unserer Umwelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Himmel entsteht für uns als farbiges Erlebnis durch die Wechselwirkung elektromagnetischer Energie mit der Erdatmosphäre und unserem Wahrnehmungssystem. Beim Wasser verändern Tiefe, Untergrund, Schwebstoffe, Spiegelungen und die spektrale Absorption den Farbeindruck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erlebte Blau ist dabei niemals gleich. Es verändert sich mit Tageszeit, Jahreszeit, Wetter, geografischer Lage, Blickrichtung, Wassertiefe und atmosphärischen Bedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein klarer Morgenhimmel zeigt ein anderes Blau als die dichte Atmosphäre vor einem Gewitter. Ein flaches tropisches Meer erscheint türkis oder aquamarin, ein nördlicher Ozean stahlblau, graublau oder tief marinefarben. In der Ferne werden Landschaften durch die Atmosphäre blauer und kontrastärmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blau ist deshalb nicht nur eine Farbkategorie. Es ist eine ganze Welt aus Umwelt- und Lebenserfahrungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wirkt jedes Blau auf dieselbe Weise?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nein. Die pauschale Aussage „Blau beruhigt“ ist ebenso ungenau wie die Behauptung „Rot aktiviert“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht die abstrakte Farbkategorie wirkt, sondern der konkrete Blauton in einer bestimmten Helligkeit, Sättigung, Materialität, Flächengröße, Beleuchtung und Umgebung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Himmelblau</strong> kann Offenheit, Leichtigkeit und Aufbruch vermitteln.<br><strong>Azurblau</strong> steht für sommerliche Klarheit und Zuversicht.<br><strong>Aquamarin</strong> und <strong>Türkisblau</strong> verbinden wir mit Frische, Bewegung und Erneuerung.<br><strong>Rauchblau</strong> und <strong>Taubenblau</strong> reduzieren die Reizintensität und können Ruhe, Schutz und Sanftheit vermitteln.<br><strong>Kobaltblau</strong> wirkt prägnant, energiereich und geistig anregend.<br><strong>Marineblau</strong> steht für Ordnung, Kompetenz und Verlässlichkeit.<br><strong>Ultramarin</strong> erzeugt Tiefe, Sehnsucht und emotionale Intensität.<br><strong>Nachtblau</strong> führt in Rückzug, Konzentration und Geheimnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein lichtes Cyan kann frisch und aktivierend wirken. Ein gedämpftes Graublau kann beruhigen. Ein tiefes Ultramarin kann zugleich konzentrierend, feierlich und überwältigend erscheinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Farbnamen sind mehr als sprachliche Etiketten. Sie transportieren Erfahrungen von Himmel, Wasser, Mineralien, Pflanzen, Textilien, Tageszeiten und Landschaften. Mit einem Begriff wie Aquamarin entsteht eine andere Vorstellungswelt als mit Stahlblau, Eisblau oder Nachtblau.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ist Blau die Lieblingsfarbe der meisten Menschen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In internationalen Befragungen wird Blau häufiger als jede andere Farbe als Lieblingsfarbe genannt. Dafür müssen nicht mehr als fünfzig Prozent aller Menschen Blau wählen. Entscheidend ist, dass Blau im Vergleich zu jeder anderen einzelnen Farbe die größte Präferenzgruppe bildet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum ist das so?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wichtige Erklärung liefert die <strong>Ecological Valence Theory</strong>. Danach bevorzugen wir Farben häufig in dem Maß, in dem wir die mit ihnen verbundenen Dinge und Erfahrungen positiv bewerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blau verfügt über eine außergewöhnlich günstige Erfahrungsbilanz. Es steht für klare Atemluft, gutes Wetter, frisches Wasser, freie Sicht, Weite und Sicherheit. Viele dieser Verbindungen entstehen bereits in der Kindheit und werden später durch Naturerlebnisse, Reisen, Bilder, Kleidung, Räume und Medien weiter verstärkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blau ist damit die Farbe unserer besten Umweltbedingungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich können einzelne Menschen Blau auch mit Kälte, Einsamkeit, Sturm, Ertrinken oder Verlust verbinden. Doch in der gemeinsamen kulturellen und biografischen Erfahrungsbilanz überwiegen die positiven Bezüge. Genau deshalb ist Blau so konsensfähig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum verwenden Banken, Versicherungen und Technologieunternehmen so häufig Blau?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weil Farbe in unserer Psyche entsteht, lässt sie sich als Kommunikationsmittel einsetzen. Marken arbeiten nicht nur mit Oberflächen, sondern mit Wahrnehmungen, Erinnerungen, Erwartungen und Körperzuständen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Banken, Versicherungen, Technologieunternehmen, soziale Netzwerke und politische Parteien verwenden häufig Blautöne, weil diese mit Kompetenz, Zuverlässigkeit, Ordnung und Vertrauen verbunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Wirkung beruht jedoch nicht auf einer unveränderlichen Naturbedeutung des Blau. Sie wird durch Erfahrung, Wiederholung und Branchenkonventionen verstärkt. Weil wir über Jahre hinweg seriöse Institutionen in Dunkel- und Mittelblau erleben, lernen wir, diese Farbwelt mit Verlässlichkeit und Professionalität zu verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darin liegt zugleich ein Problem: Ein Blau kann vertraut, aber auch austauschbar wirken. Wer dieselbe Farbe wie alle Wettbewerber verwendet, reduziert zwar das Risiko, verliert jedoch möglicherweise an Eigenständigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Strategisches Farbdesign beginnt deshalb nicht mit der Frage, welche Farbe allgemein positiv wirkt. Entscheidend ist, welcher konkrete Farbton zur Persönlichkeit, zum Angebot, zum Markt und zur Zielgruppe einer Marke passt – und wie er über alle Berührungspunkte hinweg konsistent gestaltet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kann eine minimale Veränderung des Blautons Millionen wert sein?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein bekanntes Beispiel aus dem digitalen Design zeigt, wie wirtschaftlich relevant kleinste Farbunterschiede sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Google testete verschiedene Blautöne für seine Werbelinks. Ein geringfügig veränderter Ton wurde häufiger angeklickt. Ein Google-Manager bezifferte den daraus entstandenen zusätzlichen Jahresumsatz später auf rund 200 Millionen Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig davon, wie exakt sich diese Summe im Nachhinein überprüfen lässt, zeigt das Beispiel einen entscheidenden Zusammenhang: Farbnuancen verändern Aufmerksamkeit und Verhalten, ohne dass die Nutzerinnen und Nutzer diese Unterschiede bewusst benennen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Produktdesign kann Blau wiederum eine ganz andere Aufgabe übernehmen. Ein tiefes Ultramarin kann Exklusivität, Materialtiefe und Begehrlichkeit erzeugen. Der Schweizer Uhrenhersteller Rado übertrug beispielsweise einen Ultramarinton aus Le Corbusiers <em>Polychromie Architecturale</em> auf eine limitierte Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier soll Blau nicht unauffällig zu einem Klick führen. Es wird selbst zum zentralen Merkmal des Produkts, das Wertigkeit, emotionale Tiefe und Sammlerinteresse erzeugt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe kann Aufmerksamkeit lenken, Vertrauen aufbauen, Wertwahrnehmung verändern und Kaufimpulse auslösen – häufig lange bevor wir bewusst über sie nachdenken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kann Farbe Menschen am Arbeitsplatz gesünder machen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Räume werden nicht nur gesehen. Sie werden mit dem gesamten Körper erlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe kann Nähe oder Distanz erzeugen, Reizintensität erhöhen oder senken, Orientierung unterstützen, Rückzug ermöglichen und die Atmosphäre eines Ortes grundlegend verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gedämpfte Türkis- und Blautöne können in Pausen- und Regenerationsräumen Frische, Ruhe und Distanz zum Arbeitsgeschehen vermitteln. In Verbindung mit warmen Lehmfarben, Holz, textilen Oberflächen und einer behaglichen Atmosphäre entsteht ein bewusster Wechsel: von klinischer Anspannung zu Schutz, Erholung und neuer Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer von Gabriele Wöbker und mir untersuchten Intensivstation des Helios Universitätsklinikums Wuppertal sank der Krankenstand des Personals nach einer evidenzbasierten Gesamtgestaltung aus Farbe, Licht, Material und Raumfunktion innerhalb eines Jahres deutlich. Gleichzeitig verbesserten sich die Zufriedenheit mit dem Pausenraum, die wahrgenommene Erholung, die Arbeitszufriedenheit und die Identifikation mit dem Arbeitsumfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Farbe allein war nicht die Ursache dieser Veränderungen. Entscheidend war die Gesamtatmosphäre. Farbe bildete jedoch einen zentralen Bestandteil, weil sie Wahrnehmung, Erinnerung, Körperzustand und räumliche Bedeutung miteinander verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemessen werden können Spektren, Reflexionsgrade und Materialeigenschaften. Für die Lebenswirklichkeit des Menschen ist jedoch entscheidend, ob ein Raum Sicherheit, Ruhe, Zugehörigkeit, Weite oder Aktivität vermittelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kann Farbe berühren, auch wenn wir kein Motiv erkennen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kunst hat die psychische Eigenständigkeit der Farbe lange vor der modernen Neurowissenschaft entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blaue Reiter, der Expressionismus und später die Farbfeldmalerei lösten Farbe zunehmend vom Gegenstand. Blau musste keinen Himmel und kein Meer mehr darstellen. Es konnte selbst zum emotionalen Ereignis werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kandinsky beschrieb Blau als eine Farbe, die den Menschen in die Tiefe zieht. Yves Klein versuchte mit seinem intensiven Ultramarin, Farbe von der Begrenzung des Gegenstands zu befreien. In der Farbfeldmalerei werden große Farbflächen zu Resonanzräumen, in denen Betrachtende weniger ein Motiv erkennen als einen Zustand erleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie unmittelbar dieser Zugang sein kann, zeigte sich in einer qualitativen Studie, die Leila Rudzki und ich in der forensischen Psychiatrie durchführten. Stark wahrnehmungs- und kommunikationseingeschränkte Patientinnen und Patienten reagierten nicht nur auf gegenständliche Landschaftsbilder, sondern auch auf abstrakte Farbkompositionen, die aus deren atmosphärischen Farbtönen entwickelt worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freude, Lachen, Erregung, Ablehnung oder Tränen traten auch dort auf, wo kein Gegenstand und keine Landschaft mehr erkennbar waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Farbe musste nichts abbilden, um etwas auszulösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Atmosphärische Farbe kann damit einen nonverbalen Zugang zu Gefühlen, Präferenzen und inneren Zuständen eröffnen. Häufig reagiert der Körper bereits, bevor der Verstand eine Erklärung gefunden hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist also die eigentliche Macht der Farbe Blau?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Blau fasziniert uns nicht, weil es eine einzige, universelle Wirkung besitzt. Seine Macht liegt in der außergewöhnlichen Vielfalt der Erfahrungen, die wir mit ihm verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blau kann öffnen und zurückziehen, aktivieren und beruhigen, Vertrauen schaffen und Sehnsucht wecken. Es kann technische Präzision, soziale Nähe, natürliche Frische, geistige Tiefe oder luxuriöse Exklusivität vermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Wirkung verändert sich mit jedem Farbton, jedem Material, jedem Raum, jeder Kultur und jeder persönlichen Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der wichtigste Perspektivwechsel lautet deshalb:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Farbe ist keine Eigenschaft der Welt, sondern eine Form, in der wir die Welt erleben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil Farbe in Wahrnehmung, Vorstellung, Erinnerung und Gestaltung entsteht, kann sie unsere psychische und körperliche Wirklichkeit verändern. Genau deshalb ist sie eines der mächtigsten Kommunikations- und Gestaltungsmittel des Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Farbe bildet die Welt nicht einfach ab. Sie bestimmt maßgeblich, in welchem Zustand wir ihr begegnen.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-11" style="background-color:#90cdd8">Mehr zum Thema von mir in den folgenden Medien: </h4>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>Tagesspiegel</strong>: &#8222;<a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/farbpsychologie-himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-glucklich-macht-15884494.html" data-type="link" data-id="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/farbpsychologie-himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-glucklich-macht-15884494.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Farbpsychologie: Himmel und Meer: Warum die Farbe Blau uns glücklich macht</a>&#8222;, </p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-13 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>WELT</strong>: &#8222;<a href="https://www.welt.de/wissenschaft/article6a671e83dc2b0bab191a7d1d/psychologie-warum-die-farbe-blau-eine-besondere-wirkung-auf-unser-gehirn-hat.html" data-type="link" data-id="https://www.welt.de/wissenschaft/article6a671e83dc2b0bab191a7d1d/psychologie-warum-die-farbe-blau-eine-besondere-wirkung-auf-unser-gehirn-hat.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Psychologie: Warum die Farbe Blau eine besondere Wirkung auf unser Gehirn hat</a>&#8222;</p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-14 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>Deutschlandfunk</strong>: &#8222;<a href="https://www.deutschlandfunk.de/menschen-mit-angststoerung-haben-vermehrt-die-lieblingsfarbe-grau-100.html" data-type="link" data-id="https://www.deutschlandfunk.de/menschen-mit-angststoerung-haben-vermehrt-die-lieblingsfarbe-grau-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PsychologieMenschen mit Angststörung haben vermehrt die Lieblingsfarbe Grau</a>&#8222;</p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-15 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>ntv</strong>: &#8222;<a href="https://www.n-tv.de/panorama/Warum-die-Farbe-Blau-gluecklich-macht-id31128015.html" data-type="link" data-id="https://www.n-tv.de/panorama/Warum-die-Farbe-Blau-gluecklich-macht-id31128015.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Panorama: Himmel und MeerWarum die Farbe Blau glücklich macht</a>&#8222;</p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-16 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>FOKUS online</strong>: &#8222;<a href="https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/laut-farbpsychologie-liegt-der-grund-warum-manche-menschen-nie-genug-vom-meer-bekommen-in-einem-bestimmten-blauton_8040010d-2837-46a4-b845-d9289b92f471.html" data-type="link" data-id="https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/laut-farbpsychologie-liegt-der-grund-warum-manche-menschen-nie-genug-vom-meer-bekommen-in-einem-bestimmten-blauton_8040010d-2837-46a4-b845-d9289b92f471.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><small>Ruhe, Freiheit, Vertrauen</small>. Ein Blauton erklärt, warum wir Sehnsucht nach dem Meer haben</a>&#8222;<br></p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-17 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>Ruhr Nachrichten Dortmunder Zeitung Süd (DE)</strong> + <strong>Radio Ennepe Ruhr</strong>: &#8222;<a href="https://www.radioenneperuhr.de/dpa/himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-gluecklich-macht-2713645" data-type="link" data-id="https://www.radioenneperuhr.de/dpa/himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-gluecklich-macht-2713645" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Himmel und Meer: Warum die Farbe Blau uns glücklich macht</a>&#8222;</p>



<p class="has-faint-gray-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-18 wp-block-paragraph" style="background-color:#90cdd8"><strong>Radio Wuppertal</strong>: &#8222;<a href="https://www.radiowuppertal.de/dpa/himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-gluecklich-macht-2713645" data-type="link" data-id="https://www.radiowuppertal.de/dpa/himmel-und-meer-warum-die-farbe-blau-uns-gluecklich-macht-2713645" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Himmel und Meer: Warum die Farbe Blau uns glücklich macht</a>&#8222;</p>
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		<title>Colour follows Effect</title>
		<link>https://axelbuether.de/2025/colour-follows-effect/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 12:19:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Color follows effect]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe im Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Farbpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Farbwirkung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wo befinden sich die Farben unserer Lebenswelt? Ich freue mich sehr, meinen neuen Artikel „Colour follows Effect – Über die Wirkungen von Farbe in der Architektur“ im aktuellen Magazin COLORE vorzustellen. Als Begründer der modernen evidenzbasierten Farbpsychologie ist es mir ein Anliegen, die essenzielle Rolle von Farbe in der Architektur und im täglichen Leben näher [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="1080" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-810x1080.png" alt="" class="wp-image-10733" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-810x1080.png 810w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-576x768.png 576w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-384x512.png 384w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-768x1024.png 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-1152x1536.png 1152w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-18x24.png 18w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-27x36.png 27w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover-36x48.png 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2025/01/colore-perlmuttweiss-cover.png 1417w" sizes="auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Wo befinden sich die Farben unserer Lebenswelt?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich freue mich sehr, meinen neuen Artikel <strong>„Colour follows Effect – Über die Wirkungen von Farbe in der Architektur“</strong> im aktuellen Magazin <strong>COLORE</strong> vorzustellen. Als Begründer der modernen evidenzbasierten Farbpsychologie ist es mir ein Anliegen, die essenzielle Rolle von Farbe in der Architektur und im täglichen Leben näher zu beleuchten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Farbe mehr ist als nur Dekoration</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Farben sind keine bloßen Oberflächenelemente. Sie sind ein fundamentales <strong>Beziehungsinstrument</strong>, das Menschen mit ihrer Umgebung verbindet. Mein Artikel beantwortet zentrale Fragen wie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Wo „befindet“ sich Farbe wirklich?</strong> Ist sie auf den Oberflächen der Dinge oder in unserem Kopf?</li>



<li><strong>Wie wirkt Farbe auf unser Erleben und Verhalten?</strong> Welche biologischen, psychologischen und kulturellen Faktoren beeinflussen diese Wirkung?</li>



<li><strong>Warum ist die Farbgestaltung so entscheidend für die Lebensqualität in gebauten Räumen?</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Ich räume mit alten Missverständnissen auf, die Farbe als rein subjektiv oder zweitrangig abtun, und zeige auf, dass Farben eine prägende Wirkung auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Handlungsmotivation haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein neues Prinzip: &#8222;Colour follows Effect&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Während der berühmte Leitsatz der Moderne „Form follows Function“ den Fokus auf Effizienz und Schlichtheit legte, propagiere ich mit <strong>„Colour follows Effect“</strong> eine Herangehensweise, die die Wirkung von Farben ins Zentrum stellt. Farbe darf und sollte nicht willkürlich oder rein ästhetisch verwendet werden – ihre Wahl muss der beabsichtigten Wirkung folgen, die sie auf den Menschen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Artikel erläutere ich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie Farben in der Architektur als Gestaltungsmittel gezielt eingesetzt werden können.</li>



<li>Warum die Wechselwirkungen von Licht und Farbe entscheidend für die Atmosphäre eines Raumes sind.</li>



<li>Welche Verantwortung Architekten und Planer bei der Farbgestaltung tragen, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Farbe als Symbole und Werkzeuge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Farben sind ebenso bedeutungstragend wie Worte oder Musik. Sie schaffen Orientierung, vermitteln Inhalte und wecken Emotionen. Durch die historische Tendenz zur Monochromie ging die <strong>Lokalfarbigkeit</strong>, die einst typisch für viele Regionen und Kulturen war, vielerorts verloren. Mein Artikel beleuchtet, warum dieser Verlust nicht nur optisch, sondern auch psychologisch schwerwiegend ist, und wie wir Farben als Symbole bewusst nutzen können, um Lebensräume wieder bedeutsam und identitätsstiftend zu gestalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verantwortung und Chancen der Farbgestaltung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Farbgestaltung hat einen großen Einfluss auf die Architektur und das Wohlbefinden der Menschen. Von der Anordnung der Fenster bis hin zur Wahl der Beleuchtung – alle Entscheidungen beeinflussen, wie wir Räume wahrnehmen. Farbe ist dabei weit mehr als ein dekoratives Element: Sie ist ein integraler Bestandteil jeder gelungenen Gestaltung, die auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel bietet eine fundierte Grundlage für Architekten, Designer und alle, die sich mit der Wirkung von Farben beschäftigen möchten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">📖 Lesen Sie den vollständigen Artikel im Magazin <strong>COLORE</strong> und erfahren Sie, wie Farben Ihr Leben und die gebaute Umwelt positiv beeinflussen können. Auf der Website des Herausgebers Brillux  finden Sie einen kostenfreien Download des gesamten Magazins. <a href="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-30-perlmuttweiss/" data-type="link" data-id="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-30-perlmuttweiss/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">colore Nummer 30 perlmuttweiss | Das Farbmagazin</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Links zu meinen vorherigen Kolumnen in der COLORE</h3>



<p class="has-secondary-background-color has-background wp-block-paragraph"><strong>Farbpsychologie für Architekt/-innen. Warum wir nicht Farben, sondern Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte gestalten: </strong><a href="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-29-pfirsichgelb/" data-type="link" data-id="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-29-pfirsichgelb/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">colore Nummer 29 pfirsichgelb | Das Farbmagazin</a></p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#e4ae92"><strong>Farbpsychologie für Architekt/-innen. Eine neue Perspektive auf die Farbgestaltung colore: </strong><a href="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-28-royalblau/" data-type="link" data-id="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-unternehmen-brillux/internationale-mediatheken/mediathek-schweiz/architektur-und-planung/magazin-colore/colore-28-royalblau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nummer 28 | Das Farbmagazin</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Architektur ist Illusion</title>
		<link>https://axelbuether.de/2024/architektur-ist-illusion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Nov 2024 11:02:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur als Illussion]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Materialehrlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrhaftigkeit in der Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit in der Architektur Architektur ist eine Kunst der Illusion. Sie formt die Welt, wie wir sie erleben, und gibt hochkomplexen technischen Strukturen eine Form, die uns dient, inspiriert und manchmal sogar verzaubert. Doch gerade diese Verwandlung der technischen Realität in eine sinnliche Erfahrung wirft Fragen nach Ehrlichkeit und Authentizität auf – besonders, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau.webp" alt="" class="wp-image-10474" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau.webp 1024w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau-768x768.webp 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau-512x512.webp 512w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau-24x24.webp 24w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau-36x36.webp 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/11/Dystopie_in_weiss-und-grau-48x48.webp 48w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit in der Architektur</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Architektur ist eine Kunst der Illusion. Sie formt die Welt, wie wir sie erleben, und gibt hochkomplexen technischen Strukturen eine Form, die uns dient, inspiriert und manchmal sogar verzaubert. Doch gerade diese Verwandlung der technischen Realität in eine sinnliche Erfahrung wirft Fragen nach Ehrlichkeit und Authentizität auf – besonders, wenn es um Farbe und Material geht. Weiß, Grau und Schwarz werden oft als „authentisch“ empfunden, während Buntfarben zu „Dekor“ degradiert werden. Doch ist diese Sichtweise wirklich so wahrhaftig, wie sie erscheint?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die weiße Moderne und ihre Illusionen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weiß – die Symbolfarbe der Moderne. Für Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius oder Mies van der Rohe wurde es zur Quintessenz der Schlichtheit und Reinheit. Es war ein Manifest gegen den „Ornament als Verbrechen“, wie Adolf Loos es 1908 formulierte. Doch diese Wahl war keineswegs neutral. Vielmehr trug sie religiöse, kulturelle und sogar illusionistische Züge. Adolf Loos sprach von den „weißen Mauern Zions“, einer Referenz, die Architektur beinahe heiligte. Die Moderne machte sich auch die vermeintlich weiße Antike zum Vorbild – ein Missverständnis, denn antike Tempel waren bunt bemalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einheitliche Weiß der Moderne stellt eine Illusion dar: Es suggeriert eine Ehrlichkeit und Einfachheit, die es oft nicht gibt. Die weißen Mauern der Kykladen oder des Mittelmeerraums, die so oft als Inspiration dienen, sind ebenfalls eine Illusion – sie passen in ein Klima mit heißen Sommern und gleißendem Sonnenlicht, nicht jedoch in Regionen mit kalten Wintern und grauen Herbsttagen. Ihre Haptik und Farbgebung resultieren aus einer spezifischen Notwendigkeit, nicht aus einer universellen Wahrheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Farbe als Dimension der Wahrnehmung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Farben – und damit auch die Materialwahl – sind weit mehr als nur dekorative Hülle. Sie schaffen Atmosphären, beeinflussen Stimmungen und können Räume öffnen, wo keine Fenster sind. In der Gesundheits- und Pflegearchitektur etwa ist Farbe keine Nebensächlichkeit, sondern essenziell für das Wohlbefinden von Patienten und Personal. Dunkle Flure und kahle Wände entfremden, während Bildmotive und warme Farbtöne Geborgenheit und Identität schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Materialien, die auf den ersten Blick „unehrlich“ wirken – wie Holzoptiken auf PVC – haben ihre Berechtigung, wenn sie funktionale Anforderungen mit sinnlichen Bedürfnissen verbinden. Ein Holzdekor kann natürliche Wärme vermitteln, wo echter Holzboden aus Kosten- oder Pflegegründen nicht infrage kommt. Die Illusion ist hier kein Betrug, sondern ein Dienst am Nutzer. Studien belegen, dass Menschen sich in farblich und gestalterisch durchdachten Räumen wohler fühlen. Warum sollten wir darauf verzichten?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Architektur als Interface</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Architektur ist ein Interface. So wie das Display eines Smartphones die darunterliegende Technik verbirgt und einen Zugang für den Nutzer schafft, verhält es sich auch mit Gebäuden. Die Fassade und der Innenraum kleiden und ordnen die Struktur. Gottfried Sempers Bekleidungstheorie aus dem 19. Jahrhundert liefert hier eine wertvolle Grundlage: Architektur ist stets ästhetische Hülle und Funktion zugleich. Sie ist nicht dazu da, uns die nackte Konstruktion zu zeigen, sondern eine nutzbare und ansprechende Umwelt zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage nach „Materialehrlichkeit“ wird oft zu einseitig gestellt. Moderne Gebäude bestehen aus hochkomplexen mehrschichtigen Baustoffen, die technische, thermische und ästhetische Anforderungen gleichzeitig erfüllen müssen. Ein weißer Anstrich, der diese Komplexität verdeckt, ist kein Ausdruck von Ehrlichkeit, sondern eine bewusst gewählte Inszenierung – eine Illusion, die dient. Warum sollten wir ähnliche Inszenierungen bei Farben und Motiven verteufeln, die ähnlich nützlich sind?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Illusion der Wahrnehmung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die neueren Erkenntnisse der Gehirnforschung zeigen uns, dass unsere gesamte sichtbare Welt im Grunde eine Illusion ist. Sie basiert auf der physischen Existenz von Materie und Energie, wird jedoch ausschließlich durch die Wahrnehmungen konstruiert, die unsere Sinne uns übermitteln. Diese Sinne haben sich in einer Symbiose mit der Natur nach den Prinzipien der Evolution entwickelt. Sie sind darauf angewiesen, Variationen in der Umwelt wahrzunehmen – ob in Farben, Klängen oder anderen Sinnesdimensionen. So wie Musik erst durch die Variationen von Tönen und Rhythmen existiert, lebt auch unsere visuelle Wahrnehmung von der Vielfalt der Farbigkeit in der Natur. Architektur, die auf Variationen und Sinnesreize verzichtet, verliert daher an Resonanz mit unseren evolutiv geprägten Bedürfnissen und wirkt entfremdend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Architektur sollte dem Menschen dienen, seine grundlegenden Bedürfnisse nach Schönheit, Wohlbefinden und Identität erfüllen. Diese Bedürfnisse sind vielfältig und wandelbar. Die Rückkehr zu einer starren, vermeintlich „ehrlichen“ Farbgebung beraubt uns dieser Vielfalt. Farbe ist kein Dekor, sondern eine Dimension der Architektur, die genauso sorgfältig geplant sein muss wie die Konstruktion selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Architektur ist Illusion, und das ist keine Schwäche. Es ist ihre größte Stärke. Sie schafft eine Welt, die uns nicht betrügt, sondern inspiriert – eine Welt, die uns dient, indem sie uns mit ihrer Schönheit und Funktionalität umgibt. Die Herausforderung besteht darin, diese Illusion so zu gestalten, dass sie ehrlich im Dienste des Menschen steht. Nur so kann Architektur das leisten, was sie wirklich ausmacht: eine Verbindung zwischen Technik, Kunst und Mensch zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Architektur ist eine zutiefst soziale und kommunikative Disziplin, bei der die Wahrnehmung und Wirkung gebauter Räume auf ihre Nutzer im Zentrum steht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Axel Buether 22.11.2024</p>
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		<item>
		<title>Warum wir nicht Farben, sondern Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte gestalten</title>
		<link>https://axelbuether.de/2024/farbpsychologie-fuer-architekt-innen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Aug 2024 16:30:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymität]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
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		<category><![CDATA[Farbkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Malerhandwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Massenarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Monotonie]]></category>
		<category><![CDATA[weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Weiße Moderne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kolumne Magazin Colore Ab dem Jahr 2023 erscheint von mir in jeder neuen Ausgabe des Brillux Architekturmagazin colore eine Kolumne &#8222;Farbbetrachtungen&#8220; zu wechselnden Themen der Farbpsychologie. Die neue Ausgabe &#8222;PFIRSICHGELB&#8220; steht ab jetzt zum kostenfreien Download auf der Website des Magazins COLORE bereit. Farbe als Entwurfswerkzeug Die Bedeutung der Farbe in der Architektur im Laufe [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="1080" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-810x1080.jpg" alt="" class="wp-image-9684" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-810x1080.jpg 810w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-576x768.jpg 576w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-384x512.jpg 384w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-768x1024.jpg 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-1152x1536.jpg 1152w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-18x24.jpg 18w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-27x36.jpg 27w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore-36x48.jpg 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Pfirsichgelb-Colore.jpg 1417w" sizes="auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Kolumne Magazin Colore</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem Jahr 2023 erscheint von mir in jeder neuen Ausgabe des <a href="https://www.brillux.de/unternehmen/presse/das-brillux-architekturmagazin-colore/" data-type="link" data-id="https://www.brillux.de/unternehmen/presse/das-brillux-architekturmagazin-colore/">Brillux Architekturmagazin colore</a> eine Kolumne &#8222;Farbbetrachtungen&#8220; zu wechselnden Themen der Farbpsychologie. Die neue Ausgabe &#8222;PFIRSICHGELB&#8220; steht ab jetzt zum kostenfreien Download auf der Website des <a href="https://www.brillux.de/mediathek/dokumente-und-videos/1107-architektur-und-planung/magazin-colore/colore-29-pfirsichgelb/">Magazins COLORE</a> bereit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Farbe als Entwurfswerkzeug</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Die Bedeutung der Farbe in der Architektur im Laufe der Zeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bis vor wenigen Jahrzehnten war Farbe eines der<br>drei primären Entwurfswerkzeuge der Architektur.<br>Le Corbusier, der wahrscheinlich einflussreichste Architekt der Moderne, sagte in seiner ‚Polychromie Architecturale‘ zur Bedeutung der Farbe für den Entwurfsprozess:<em> „Die Farbe ist in der Architektur ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst.“</em> </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aussage wirkt heute geradezu paradox. Zum einen, weil sich die Moderne durch die Abwesenheit einer lokal, funktional und inhaltlich differenzierten Farbgestaltung von der Baukultur der Vergangenheit unterscheidet, und zum anderen, weil die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Wirkungen von Licht- und Körperfarben auf die Wahrnehmung von Architektur wie das Erleben und Verhalten ihrer Nutzer innerhalb der zeitgenössischen Entwurfslehren fehlt. So hat es mich auch für meine eigenen Arbeiten viel Recherchezeit gekostet, um im europäischen Raum aktuelle Praxisbeispiele zu finden, bei denen Farbe keine oberflächliche Buntheit, sondern ein wesentliches Entwurfswerkzeug ist. Eine zeitgemäße wissenschaftlich fundierte Theorie zur Anwendung der Farbe als Entwurfswerkzeug gibt es bis heute nicht. Da möchte ich gerne gegenwirken und in gewisser Weise hier den Anfang machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Funktionaler Bestandteil der Architektur</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe wird zu einem Problem für den Entwurfsprozess und die Architektur selbst, wenn man sie auf ihre bloße Erscheinung reduziert. Denn hierdurch wird Farbe zum Ornament, zur Verzierung und Dekoration. Eine solche Anwendung von Farbe passt nicht zum Wesen einer zeitgemäßen Baukultur und widerspricht zu Recht auch dem Selbstverständnis moderner Architektinnen und Architekten. So wird das Thema „Mensch und Farbe“ im weltweit erfolgreichsten Planungshandbuch für Architekt/-innen – geschrieben von dem Bauhausschüler Ernst Neufert, in 19 Sprachen übersetzt, stetig weiter aktualisiert und inzwischen über 500.000-Mal verkauft – lediglich auf einer einzigen Seite abgehandelt. Doch woher stammt das Fehlurteil eines solchen Reduktionismus, der das Sinnesmedium Farbe auf seine Äußerlichkeit reduziert?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der Ideologie einer weißen Moderne</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In der Renaissance, die mit einer Rückbesinnung auf die Kultur der Antike verknüpft ist, wurde Weiß zur Symbolfarbe der Aufklärung und Wissenschaft sowie eines Fortschritts, der sich von althergebrachten Konventionen und Verengungen des Denkens befreit hat. Zur Ideologie wurde die „weiße Moderne“ jedoch erst durch das Fehlurteil des berühmten deutschen Archäologen Johann Joachim Winckelmann, der die puristisch weiße Farbe antiker Marmortempel und Skulpturen im 18. Jahrhundert zum ewigen Schönheitsideal erklärte. Doch die Bauten und Plastiken der griechischen Antike waren ebenso buntfarbig bemalt und ausgeschmückt wie die Tempel Mesopotamiens, Ägyptens, Indiens und Amerikas oder die Höhlen, Pagoden, Moscheen, Synagogen, Kirchen und Profanbauten der gesamten Welt. Als diese Nachricht 1817 nach einer Veröffentlichung von Johann Martin von Wagner, Kunstagent des bayerischen Königs Ludwig I., die Runde machte, traf die bis dahin als barbarisch deklarierte Praxis viele Menschen wie ein Schock. Der Künstler Auguste Rodin soll sich heftig an die Brust ge- schlagen und dabei ausgerufen haben: „<em>Ich spüre es hier, dass die Gebäude niemals bunt waren!</em>“ Die Tatsache, dass die Fachwelt nach wie vor Probleme damit hat, einen solchen, allgemein bekannten Sachverhalt anzuerkennen, liegt an der starken Symbolkraft der Farbe Weiß.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weiß als Leitbild des industriellen Bauens</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Weiß der frühen Moderne war ein revolutionäres Symbol der Erneuerung, das im polychromen Kontext der vorhandenen Baukultur sehr gut sichtbar war. Gute Beispiele hierfür sind die Villen von Adolf Loos, die außen weiß, im Inneren hingegen wie alle Bauten der klassischen Moderne, polychrom gestaltet sind. Kein Architekt der klassischen Moderne war zu dieser Zeit bereit, seine Ideologie über das Wohlbefinden des Menschen zu stellen. Farbe wurde in dieser Phase noch ganz selbstverständlich als Entwurfswerkzeug gebraucht. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Durch die Verbreitung neuer Baustoffe wie Beton, Stahl und Glas, die anfangs noch verkleidet wurden, aber mit fortschreitendem Gebrauch zunehmend auch offen gezeigt werden durften, transformierte sich das Erscheinungsbild der modernen Architektur. Im Vergleich mit den Erscheinungsbildern der vom technologischen Wandel geprägten Metropolen Nordamerikas, welche für die europäische Avantgarde zum Leitbild wurden, wirkten die kleinteiligen polychromen Städte und Dörfer Europas rückständig, wie Zeugen einer überkommenen Vergangenheit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der individuellen Handwerkskunst zur anonymen Massenarchitektur</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Städte verschwand die Polychromie hingegen zunehmend aus dem Erscheinungsbild der europäischen Architektur. Historische Baumaterialien wie Ziegel, Natursteine, Holz, Lehmputze und Erdfarben sowie die handwerklich hergestellten Bekleidungen und Bemalungen behinderten den Prozess der Modernisierung und wurden daher weitgehend aus den Stadtbildern und Innenräumen verbannt. Die moderne Architektursprache der „Neuen Welt“ wurde zum Symbol des Fortschritts und barg zugleich die Möglichkeit zur Loslösung und Distanzierung von der als reaktionär und gescheitert empfundenen Vergangenheit. Viele Reste der zerbombten Altstädte wurden daher folgerichtig nicht wieder aufgebaut, sondern abgeräumt und durch großteilige monochrome Stadtquartiere ersetzt. War Weiß dabei anfangs noch die Symbolfarbe der Moderne, wurde sie nach und nach zur Standardfarbe innerhalb der gesamten Architektur. Im Schatten von Weiß vollzog sich zudem nahezu unbemerkt der Siegeszug einer anderen unbunten Farbe. Baustoffe wie Asphalt, Beton und Stahl sorgen bis heute dafür, dass der Grauanteil im Stadt- und Landschaftsbild stetig wächst, während die Polychromie der pflanzlichen Natur und der Altstädte im gleichen Maße schrumpft. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Über die Entfremdung des Menschen von seiner Architektur</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende der Polychromie gleicht demnach einer neuen Haltung in der Architektur, die nicht mehr die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen, sondern die vordefinierten Anforderungen einer anonymen Masse als Bezugspunkt nimmt. Wie die Nutzer den gebauten Raum konkret erleben und was für einen Einfluss Architektur auf ihr Wohlbefinden, die Gesundheit und das Verhalten der betroffenen Menschen hat, bleibt im Entwurfsprozess unerkannt. Die negativen gesellschaftlichen Folgen einer solchen Entwurfspraxis sind seit langem Gegenstand von Kritik und lösen dennoch kaum Verhaltensänderungen aus. Zur Veranschaulichung der Konsequenzen, die aus einer fehlenden Auseinandersetzung mit den Wirkungen von Farbe einhergehen, zitiere ich hier aus dem persönlichen Erleben einer Betroffenen: „ <em>&#8230; ich arbeite zurzeit im Klinikum X auf der neonatologischen Intensivstation. Im nächsten Sommer werden wir umziehen in einen Neubau. Die Pflege der Frühgeborenen und deren Eltern beinhaltet so viel mehr als ‚nur‛ Intensivmedizin. Leider haben wir keinerlei Lobby, was die Farbgebung betrifft. Weiße Wände, LED-Spots, &#8230;. ein tristes Erleben. Gerätetechnisch wird alles vorhanden sein, aber das, was unsere spezielle Pflege ausmacht, geht total unter. Die Patienten und deren Eltern verbleiben oft Monate auf unserer Station. Uns Pflegekräften stehen quasi die Haare zu Berge. So kann keine Atmosphäre des Wohlfühlens aufkommen. Können Sie helfen, uns eine gute Arbeitsatmosphäre und den Frühchen ein gutes Ankommen in dieser Welt zu ermöglichen?</em>“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Farblos, freudlos, lieblos</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das Verschwinden der Farbe in den Städten und auf dem Land vergrößert sich die Entfremdung des Menschen von seinem Lebensraum, da dieser evolutionär in der Vielfalt einer polychromen Umwelt beheimatet ist. Der Philosoph Karl Popper bezeichnet den Zusammenhang zwischen der genetisch vererbten Disposition von Geist und Körper auf der einen Seite und der Lebensumwelt auf der anderen Seite als „Erwartung“. Wir bewegen uns, lernen tanzen, wir sprechen und singen, wir sehen unsere Lebenswelt vielfarbig und gestalten sie auch so, weil wir zum einen die genetische Disposition dazu haben und weil wir uns zum anderen nur so entfalten, nur so den für uns bestimmten Reichtum der Welt erleben und ganz wir selbst sein können. Die Farbigkeit der Umwelt ist nicht einfach da, sie ist genetisch für uns bestimmt und hat eine evolutionäre Zweckbestimmung für unser Leben. Nur deshalb können wir sie sehen und fühlen uns beheimatet. Weiße und graue Lebens- und Arbeitswelten verursachen zwar nicht allen, doch dem überwiegenden Teil der Menschen ein generelles Unwohlsein. Hierzu möchte ich eine weitere Pflegefachfrau zu Wort kommen lassen, die ihr persönliches Erleben bei einem anderen Projekt in Worte gefasst hat und damit den Zusammenhang zwischen Farbe und Wirkung auf den Punkt bringt: „<em>Im Moment ist es ja so, dass es hier keine Farbe gibt, es ist ja tatsächlich sehr farblos und auch sehr lieblos gestaltet.</em>“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zur Resonanzfunktion der Architektur</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frau vermisst also in der Gestaltung ihrer Arbeitsräume die Achtsamkeit, die Zuwendung und die Wertschätzung, die für ihre Arbeit mit anvertrauten Menschen selbstver- ständlich ist. Architektur wirkt liebevoll gestaltet, insoweit sie den grundlegenden und spezifischen Bedürfnissen des Menschen Rechnung trägt, einen Resonanzraum schafft, wie es der Soziologe Hartmut Rosa formuliert. Allgemeine Bedürfnisse wie das Streben nach Schönheit, Wohlbefinden, Gesundheit, Glück und Wertschätzung sind grundlegend für gute Arbeit und ein gelingendes Leben. Spezifische Bedürfnisse folgen hingegen aus dem Kontext der Erlebnis- und Handlungssituation, dem Genius Loci sowie den konkreten Wünschen der Nutzerinnen und Nutzer vor Ort. Liebevoll gestaltete Architektur schafft einen Beziehungsraum, in dem sich der Mensch im besten Sinne „beheimatet“ fühlen kann. Bei der Einbindung von Farbe in den Entwurfsprozess geht es daher nicht um eine oberflächliche Buntheit, son- dern einzig und allein um Resonanz. Es geht um das Gestalten der Wirkungen, die Farbe bei den betroffenen Menschen im Kontext der jeweiligen Lebens- und Arbeitssituation auslösen soll.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Color follows function &#8211; Die Farbe folgt der Funktion</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der von Louis Henry Sullivan stammende und mit der Übernahme der Bauhaus-Lehre in den Entwurfsfakultäten der Nachkriegszeit berühmt gewordene Satz „Form follows function“ gilt für die Farbe genauso wie für den Grundriss und Schnitt. Farbe ist eine Kategorie der sinnlichen Wahrnehmung, die weit mehr umfasst als die reine Angabe von Farbtönen, Lichtwerten und Materialkennzeichnungen. Für die Entwicklung des Farbkonzepts sind die Bedürfnisse der Nutzer/-innen primär, die persönlichen Ansichten und Farbpräferenzen der Entwurfsverfasser/-innen hingegen sekundär. Der Satz „<em>The Medium ist the message</em>“ stammt von Marshall McLuhan. Nach seiner Theorie vermitteln uns Medien nicht nur Inhalte, sondern sie bestimmen die Botschaft, indem sie den Inhalt strukturieren. Für die Anwendung der Farbe im Entwurfsprozess folgt daraus:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die Farbgestaltung strukturiert die Wahrnehmung des gebauten Raums.</strong></li>



<li><strong>Die Farbgestaltung bestimmt, was sichtbar ist und was unsichtbar wird.</strong></li>



<li><strong>Die Farbgestaltung legt fest, wer sich vom Inhalt konkret angesprochen fühlt.</strong></li>



<li><strong>Die Farbgestaltung beeinflusst, wie eine Situation wahrgenommen wird.</strong></li>



<li><strong>Die Farbgestaltung steuert, wie der Mensch auf eine Umweltsituation reagiert.</strong></li>
</ul>



<h4 class="wp-block-heading">Warum wir nicht Farben, sondern Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte gestalten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Farbe ist kein schöner Schein, sondern ein Sinnesmedium, das uns mit der Welt verbindet. Unsere Farbwahrnehmung bestimmt die Art und Weise, wie wir in der Welt verortet sind, wie wir Menschen, Dingen und Räumen gegenübertreten. Diese Kraft haben Farben, weil wir sie mit Bedeu- tungen assoziieren, die uns im Augenblick des Erlebens zu 99% unbewusst bleiben. Das können Farben umso mehr, weil diese Bedeutungen psychische wie physische Reaktionen in unserem Körper auslösen, die unsere Erwartungs- haltung an die Dinge und Ereignisse, denen wir in der Außenwelt gegenüberstehen, in höchstem Maße determiniert. Der Philosoph Karl Popper formuliert diesen Sachverhalt in seiner evolutionären Erkenntnistheorie wie folgt: „<em>Erwartungen sind Formen des Wissens, Fühler, die wir in die Umwelt ausstrecken.</em>“ Formal bestimmen wir die Farbe durch physiologische Parameter wie Buntheit, Helligkeit, Sättigung, Tiefe, Brillanz und Kontrast. Inhaltlich bestimmt die Farbe uns, sie legt fest, was wir fühlen, was wir tun und wie wir die Welt sehen. Wenn ich heute die Farben für gebaute Räume auswähle und komponiere, beziehe ich mich daher nicht auf meine persönlichen Vorlieben oder meine Intuition, sondern auf die Erwartungen der Menschen, die von meinen Entscheidungen betroffen sind. Ich gestalte die Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte der Menschen, für deren Wohlbefinden ich verantwortlich bin. <strong>Denn Farbgestaltung ist für mich weder Dienstleistung noch freie Kunst, sondern der Dienst am Menschen selbst.</strong></p>



<h5 class="wp-block-heading">Quellenverzeichnis</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><em>1 Le Corbusier: Polychromie Architecturale – Le Corbusiers Farbenklaviaturen von 1931 und 1959, HG Arthur Rüegg, Birkhäuser Verlag 2015<br>2 Axel Buether: Farbe: Entwurfsgrundlagen, Planungsstrategien, visuelle Kommunikation. DETAIL Praxis Institut für international Architektur-Dokumentation, München 2014<br>3 Johannes Kister (Hrsg.), Ernst Neufert: Bauentwurfslehre. Grundlagen, Normen, Vorschriften, Springer Vieweg, Wiesbaden 2018<br>4 Vinzenz Brinkmann, Ulrike Koch-Brinkmann (Hrsg.): Bunte Götter – Golden Edition: Die Farben der Antike. Prestel, München 2020<br>5 Victoria Finlay: The Brilliant History of Colors in Art. Yale University Press, New Haven 2014, S. 21<br>6 Gottfried Semper: Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten Altona 1834; ders.: Die Anwendung der Farben in der Architectur und Plastik, Heft 1, Rom 1836<br>7 Anders V. Munch: Der stillose Stil: Adolf Loos. Brill, Leiden 2005<br>8 Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965. Jan Gehl: Städte für Menschen. Jovis Verlag, Berlin 2015<br>9 Anmerkung: Diese subjektive Aussage liegt mir in Form einer persönlichen Mail vor und wurde von mir durch eine repräsentative Personalbefragung als generelles Problem der Belegschaft verifiziert. 10 Karl R. Popper: Alles Leben ist Problemlösen. Pieper, München 1994<br>11 Interview zur Helios Studie „Farbe im Gesundheitsbau”, https://www.youtube.com/watch?v=43Dp9zB9o6M<br>12 Hartmut Rosa: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp, Berlin 2016<br>13 Marshall McLuhan: Die magischen Kanäle. Understanding Media. Verlag der Kunst 1994 [1964]</em></p>
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		<title>Farbe in der Architektur</title>
		<link>https://axelbuether.de/2024/vortrag-farbe-in-der-architektur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Aug 2024 15:52:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe Entwurf]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Farbe als Entwurfswerkzeug: Einführung in die evidenzbasierte Farbpsychologie Bei meinem Vortrag zum Thema &#8222;Farbe in der Architektur&#8220; erkunden wir die biologischen und kulturellen Funktionen der Farbe und lernen dann, wie diese Erkenntnisse bei der Entwicklung evidenzbasierter Farbkonzepte angewendet werden können, um bedürfnisorientierte und ansprechende architektonische Räume zu gestalten. Farben beeinflussen unsere Raumwahrnehmung und emotionale Stimmung, [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1080" height="1080" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-1080x1080.jpg" alt="" class="wp-image-9647" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-1080x1080.jpg 1080w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-768x768.jpg 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-512x512.jpg 512w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-24x24.jpg 24w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-36x36.jpg 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur-48x48.jpg 48w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/08/Farbe-Architektur.jpg 1143w" sizes="auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Farbe als Entwurfswerkzeug: Einführung in die evidenzbasierte Farbpsychologie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei meinem Vortrag zum Thema &#8222;Farbe in der Architektur&#8220; erkunden wir die biologischen und kulturellen Funktionen der Farbe und lernen dann, wie diese Erkenntnisse bei der Entwicklung evidenzbasierter Farbkonzepte angewendet werden können, um bedürfnisorientierte und ansprechende architektonische Räume zu gestalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Farben beeinflussen unsere Raumwahrnehmung und emotionale Stimmung, sie wirken auf unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Handlungsmotivation. Sie erfahren, wie kulturelle Kontexte und historische Entwicklungen unsere Farbwahrnehmung prägen und welche psychologischen Mechanismen dahinterstecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zeige Ihnen an realisierten Beispielen auf, wie diese Prinzipien praktisch umgesetzt werden können, um Räume zu schaffen, die den spezifischen Bedürfnissen der Nutzer entsprechen. Anhand von Fallstudien und aktuellen Forschungsprojekten schauen wir uns an, wie evidenzbasierte Farbkonzepte zu einer besseren Lebens- und Arbeitsqualität beitragen können.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#ced9ce"><strong>Zeit: Der Gastvortrag findet am 5. November&nbsp;von 19:00 &#8211; 20:00 h statt.</strong></p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#ced9ce"><strong>Ort: Casino auf dem Campusgelände der <a href="https://www.th-owl.de/gestaltung/studium/lehrgebiete/farbe-und-raum/">TH OWL Detmolder Schule für Gestaltung</a>.</strong></p>
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		<title>Eröffnungsvortrag &#8222;Farbe in Architektur und Stadt&#8220;</title>
		<link>https://axelbuether.de/2024/vortrag-farbe-in-architektur-und-stadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 16:15:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Farbgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Laborausstellung des Museum der Baukultur NRW Kaum etwas wird so leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wie der Einsatz von Farbe und ist zugleich so wirkungsvoll. Das Museum der Baukultur NRW zeigt von 26. Mai bis 28. Juni 2024 die Ausstellung „380-780 nm. Farbe in Architektur und Stadt“ in Düsseldorf. EröffnungSonntag, 26.5.2024, 11 Uhr AusstellungsortHansaallee 190, 40547 Düsseldorf [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1440" height="1080" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-1440x1080.jpg" alt="" class="wp-image-9097" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-1440x1080.jpg 1440w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-1024x768.jpg 1024w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-512x384.jpg 512w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-768x576.jpg 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-1536x1152.jpg 1536w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-24x18.jpg 24w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-36x27.jpg 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web-48x36.jpg 48w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2024/04/Tokio_buether_color_web.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eine Laborausstellung des Museum der Baukultur NRW</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum etwas wird so leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wie der Einsatz von Farbe und ist zugleich so wirkungsvoll. Das Museum der Baukultur NRW zeigt von 26. Mai bis 28. Juni 2024 die Ausstellung „380-780 nm. Farbe in Architektur und Stadt“ in Düsseldorf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eröffnung</strong><br>Sonntag, 26.5.2024, 11 Uhr</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ausstellungsort</strong><br>Hansaallee 190, 40547 Düsseldorf</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Öffnungszeiten</strong><br>Dienstag bis Freitag: 15 bis 20 Uhr; Samstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr</p>



<p class="wp-block-paragraph">Link zum Veranstalter <a href="https://baukultur.nrw/museum/ausstellungen/380-780-nm-farbe-in-architektur-und-stadt/" data-type="link" data-id="https://baukultur.nrw/museum/ausstellungen/380-780-nm-farbe-in-architektur-und-stadt/">Baukultur Nordrhein-Westfalen</a></p>
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		<title>Architekturpsychologie Perspektiven</title>
		<link>https://axelbuether.de/2023/architekturpsychologie-perspektiven/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Aug 2023 09:42:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge & Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Farbpsychologie für Architekten]]></category>
		<category><![CDATA[farbwirkung im Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Interior Design]]></category>
		<category><![CDATA[Raumgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über das Buch Wie findet die Begegnung von Psychologie und Architektur während des Entwurfs- und Planungsprozesses statt? In welchem Planungsabschnitt wird architekturpsychologisches Wissen relevant und einsetzbar? Welche Erkenntnisse liefert die urbane Architekturpsychologie für den städtebaulichen Diskurs? In diesem Buch bringen renommierte Expert*innen aus Deutschland, der Niederlande und der Schweiz aus den Disziplinen Architektur, Psychologie, Städtebau, [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1080" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-761x1080.jpg" alt="" class="wp-image-7264" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-761x1080.jpg 761w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-541x768.jpg 541w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-361x512.jpg 361w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-768x1089.jpg 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-17x24.jpg 17w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-25x36.jpg 25w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven-34x48.jpg 34w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/08/Cover-Architekturpsychologie-Perspektiven.jpg 827w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Über das Buch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie findet die Begegnung von Psychologie und Architektur während des Entwurfs- und Planungsprozesses statt? In welchem Planungsabschnitt wird architekturpsychologisches Wissen relevant und einsetzbar? Welche Erkenntnisse liefert die urbane Architekturpsychologie für den städtebaulichen Diskurs? In diesem Buch bringen renommierte Expert*innen aus Deutschland, der Niederlande und der Schweiz aus den Disziplinen Architektur, Psychologie, Städtebau, Farbgestaltung und Kommunikationspsychologie ihr Pionierwissen ein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Farbe als Entwurfswerkzeug:<br>Die Gestaltung der Wirkungen von Licht- und Oberflächenfarben in Bezug auf das Erleben und Verhalten des Menschen im gebauten Raum</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Le Corbusier, der wahrscheinlich einflussreichste Architekt der Moderne, sagt in seiner Polychromie Architecturale zur Bedeutung der Farbe für den Entwurfsprozess: <em>„Die Farbe ist in der Architektur ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst.“ </em>(Le Corbusier, 2015).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Aussage wirkt heute geradezu paradox, zum einen, weil sich die Moderne gerade durch die Abwesenheit einer lokal, funktional und inhaltlich differenzierten Farbgestaltung von der Baukultur der Vergangenheit unterscheidet. Zum anderen, weil die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Wirkungen von Licht- und Körperfarben auf die Wahrnehmung von Architektur, wie das Erleben und Verhalten ihrer Nutzerinnen und Nutzer, in zeitgenössischen Entwurfslehren fehlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich vor einigen Jahren das Standardwerk „Farbe. Entwurfsgrundlagen – Planungsstrategien – visuelle Kommunikation“ herausgegeben habe, hat es mich daher auch viel Recherchezeit gekostet, um im europäischen Raum aktuelle Praxisbeispiele zu finden, bei denen Farbe nicht oberflächliche Buntheit, sondern ein wesentliches Entwurfswerkzeug war. Eine zeitgemäße wissenschaftlich fundierte Theorie zur Anwendung der Farbe als Entwurfswerkzeug gibt es bis heute nicht (Buether, 2014). Daher möchte ich hier den Anfang machen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Inhaltsverzeichnis</h4>



<ol class="wp-block-list">
<li>Farbe ist ein ganzheitliches Phänomen – Versuch einer Begriffsklärung</li>



<li>Als Entwurfswerkzeug folgt Farbe ausschließlich der inhaltlichen Funktion</li>



<li>Die Funktion der Farbe in Natur und Kultur</li>



<li>Dialogische Introspektion – Wahrnehmen und Begreifen</li>



<li>Zur Anwendung von Farbe als Entwurfswerkzeug</li>



<li>Methodik zu Integration der Farbe im Entwurfsprozess</li>
</ol>



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		<title>Farbe in der Architektur</title>
		<link>https://axelbuether.de/2023/farbe-in-der-architektur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2023 15:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe im Architekturstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Farbe in der Innenarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Farbforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Farbpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Funktion der Farbe in der Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Axel Buether studierte Architektur, wechselte dann aber in den Bereich Wahrnehmungspsychologie. Heute forscht er zur Wirkung von Farbe, Licht und Raum und lehrt zu visueller Kommunikation an der Universität Wuppertal. In seiner praktischen Tätigkeit ist es ihm ein großes Anliegen, Bauherrschaften für die Nutzerbedürfnisse bereits in frühen Projektphasen zu sensibilisieren, erzählt er im Interview. Katinka [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1280" height="960" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399.jpeg" alt="" class="wp-image-7195" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399.jpeg 1280w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-1024x768.jpeg 1024w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-512x384.jpeg 512w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-768x576.jpeg 768w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-24x18.jpeg 24w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-36x27.jpeg 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2023/03/Hephata-Schwalms_Foto_MichelKlehm_0399-48x36.jpeg 48w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eingang Patientenzimmer &#8211; Epilepsiestation im Hephata Klinikum Schwalmstadt</figcaption></figure>



<h5 class="has-background wp-block-heading" style="background-color:#e3eef3">Axel Buether studierte Architektur, wechselte dann aber in den Bereich Wahrnehmungspsychologie. Heute forscht er zur Wirkung von Farbe, Licht und Raum und lehrt zu visueller Kommunikation an der Universität Wuppertal. In seiner praktischen Tätigkeit ist es ihm ein großes Anliegen, Bauherrschaften für die Nutzerbedürfnisse bereits in frühen Projektphasen zu sensibilisieren, erzählt er im Interview.</h5>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Katinka Corts: Farben erzeugen eine Erwartung bei uns, je nach kulturellem Hintergrund aber verschiedene: So ist Grau mal edel, mal ärmlich, kann genauso für moderne Architektur stehen wie auch für Schmutz. Sie haben mit Ihren Studierenden in jahrelanger Forschungsarbeit sogenannte Colour Brain Maps entwickelt und damit versucht, Farben in vergleichbaren Matrizen zu erfassen. Wie ging das vonstatten, Herr Buether?</strong><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Axel Buether: Meine Aufgabe an der Schule war, Grundlagen für die Farbtheorie sowie eine Systematik für die Farbwahrnehmung zu schaffen. Zuerst stand also die Frage, wie Farben überhaupt wahrgenommen werden. Etwa die Hälfte unserer Wahrnehmung von Farben ist angeboren, evolutionär wichtige Farben rücken in den Mittelpunkt unserer Wahrnehmung. Der genauso wichtige zweite Teil umfasst kulturell gelernte Bedeutungen, die wir mit diesen Farblandkarten darstellen wollten. Gerade bei der Wirkung von Farben gibt es schnell einfache Antworten, die zwar nicht per se verkehrt sind, aber dennoch gefährlich, denn damit reduziert man komplexes Wissen sehr stark. Mit den Studierenden haben wir über die Jahre Millionen Dinge fotografiert und uns in der Auswertung gefragt, ob man eine Struktur erkennen kann. Kommen manche Farben nur in eingeschränkten Bereichen vor? Was haben Kultur und Natur miteinander zu tun? Warum werden Farben so verwendet?</em><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie ist ein wichtiges nonverbales Kommunikationsmittel und doch legt erst der Kontext der Verwendung die Bedeutung der Farbe fest. Eine rote Blüte kann freundlich wirken, ein roter Raum hingegen beunruhigen. Inwieweit haben Sie das Studienfeld eingegrenzt bei der Aufgabe, sodass die Resultate wirklich vergleichbar sind, obwohl jeder und jede an anderen Orten und zu anderen Zeiten die Umgebung dokumentiert? </strong><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die schiere Menge an Beitragenden und Resultaten macht die Ergebnisse belastbar, sicher waren es über 500 Studierende in sechs Jahren. Die Millionen von Bildern sind aber natürlich nur repräsentativ für Mitteleuropa, in Zentralafrika oder Nordamerika hätten wir ganz andere Ergebnisse gehabt. Doch ähnlich wie bei Sprachen gibt es auch bei der Bedeutung von Farben Gemeinsamkeiten, die man gut beschreiben kann. Die Ergebnisse können für den Entwurf und die Erklärung von Farbwirkungen genutzt werden. Sie können auch die bewussten oder unbewussten Assoziationen erklären, die beim Betrachten mehrerer Farben auftreten, also Gründe für Entspannung oder Anspannung liefern.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>In der Praxis versuche ich immer Modelle mit empirischen Daten zu unterlegen, also zum Beispiel dem Medikamentenverbrauch in Krankenhausstationen oder dem Krankenstand des Personals vor und nach Umgestaltungen. So können mehr Menschen verstehen, dass zielgerichtet eingesetzte Farben eine wichtige Bedeutung für die Nutzer haben.</em><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche ureigenen Reaktionen und Wahrnehmungen haben Menschen denn bezüglich Farben und wie drückten sich diese aus? </strong><br>&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gesamte Interview von Katinka Corts lesen Sie auf der Website des Magazins <a href="https://www.german-architects.com/de/architecture-news/fundstuck/farbforscher-axel-buether-in-der-lehre-bekommen-studierende-nicht-die-kommunikativen-skills-vermittelt-mit-denen-sie-spater-eine-diskussion-fuhren-konnen-in-der-sie-ernst-genommen-werden" data-type="URL" data-id="https://www.german-architects.com/de/architecture-news/fundstuck/farbforscher-axel-buether-in-der-lehre-bekommen-studierende-nicht-die-kommunikativen-skills-vermittelt-mit-denen-sie-spater-eine-diskussion-fuhren-konnen-in-der-sie-ernst-genommen-werden">GERMAN ARCHITECTS</a></p>
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