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	<title>Lebensumwelt-Archiv - Farbpsychologie</title>
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		<title>&#8222;Baukultur ist… materielle Substanz und immaterieller Ausdruck des menschlichen Seins“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2014 07:38:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; 28 / Axel Buether: Baukultur ist &#8230; Baukultur als Formgeber und Spiegelbild von Gesellschaft Die kulturelle Evolution des Menschen beginnt mit der Entdeckung von Möglichkeiten zur nachhaltigen Anpassung des Naturraums an die eigenen Bedürfnisse. Damit ergreift der Mensch die bisher nur von einer einzigen Spezies wahrgenommene Chance zur innovativen, planvollen und produktiven Umgestaltung aller [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><strong><a href="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo.png"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-3116" title="logo" src="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo.png" alt="" width="240" height="65" srcset="https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo.png 240w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo-150x40.png 150w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo-24x7.png 24w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo-36x10.png 36w, https://axelbuether.de/wp-content/uploads/2014/06/logo-48x13.png 48w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /></a></strong></h2>
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<h5 class="headline__item headline__superheadline">28 / Axel Buether: Baukultur ist &#8230;</h5>
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<section class="row maincontent__article content__divider"><strong>Baukultur als Formgeber und Spiegelbild von Gesellschaft</strong></p>
<p>Die kulturelle Evolution des Menschen beginnt mit der Entdeckung von Möglichkeiten zur nachhaltigen Anpassung des Naturraums an die eigenen Bedürfnisse. Damit ergreift der Mensch die bisher nur von einer einzigen Spezies wahrgenommene Chance zur innovativen, planvollen und produktiven Umgestaltung aller Lebensbereiche und Lebensfunktionen. Die ältesten Spuren der bis heute andauernden enorm produktiven Auseinandersetzung des Menschen mit der Räumlichkeit seiner Existenz in der Umwelt führen in das japanische Chichibu. Gemeinsam mit den rund 500.000 Jahre alten textilen Überresten mobiler Behausungen der nomadischen Lebensform des Homo Erectus wurden unweit von Tokio steinerne Werkzeuge gefunden. Als technologische Erweiterungen unserer Körperfunktionen erleichtern uns Werkzeuge nicht nur unser Dasein im Naturraum, sondern sie eröffnen uns zugleich völlig neue Spielräume zur Umweltgestaltung. Das planende und gestaltende Handwerk wird hierdurch zur Triebkraft gesellschaftlicher Entwicklung.</p>
<p>Bereits die ersten Bauwerke des Menschen mussten den technologischen Anforderungen der Jäger und Sammler in Bezug auf Mobilität, Modularität und Haltbarkeit entsprechen. Neben den materiellen Leistungen gewinnen auch die immateriellen Leistungen der Baukultur an Bedeutung, da sie immer mehr zum Ordnungsinstrument und Regelwerk für die Gestaltung von Gesellschaft werden. Ein immer komplexer werdendes System von Außen- und Innenräumen ermöglicht unserer Spezies die Hierarchisierung und Spezifizierung der Formen unseres Zusammenlebens. Baukultur wird hierdurch zum Formgeber und Spiegelbild von Gesellschaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Baukultur als anschauliches Gedächtnis der Menschheit</strong></p>
<p>Das menschliche Genom weicht lediglich ein Prozent von dem des Schimpansen ab, ein Unterschied zu unserem nächsten biologischen Verwandten, der sich im Zeitraum von mehr als sechs Millionen Jahre entwickelt hat. Haupttriebkraft für die Entwicklung unserer Lebensform ist die kulturelle Bildung von Individuen, die seit ca. 6.500 Jahren durch Schriftsprache, seit ca. 40.000 Jahren durch Bildwerke und Skulpturen , seit ca. 100.000 Jahren durch Lautsprache und seit ca. 500.000 Jahren durch Baukultur und Gebrauchsgegenstände erfolgt.</p>
<p>Auch wenn diese Zahlen auf Grund immer neuer Entdeckungen mit Vorsicht zu gebrauchen sind, wird hier der Wert der baukulturellen Auseinandersetzung unserer Spezies mit der Art und Weise des eigenen Seins in der Umwelt deutlich. Der hierüber ausgetragene schöpferische und kulturbildende Dialog zwischen Lebensorganisation und Umweltgestaltung befruchtet den generationsübergreifenden Lernprozess von Individuen und steuert die Entwicklung von Gesellschaften. Die kulturelle Evolution erweitert die Leistungsfähigkeit unseres Genoms, da der Kulturraum immer mehr zu einem anschaulichen Wissensspeicher des Menschen wird, dessen Inhalte sich jede Generation immer wieder neu aneignen muss.</p>
<p>Transformationen unserer Bauten und Siedlungsräume treiben die Kulturentwicklung voran und übernehmen damit die Funktion biologischer Mutationen. Veränderungen gesellschaftlicher Anforderungen bewirken das Verschwinden von Bauformen, während sich neue bauliche Formideen der Organisation und Repräsentation von Gesellschaft erst im Gebrauch bewähren müssen. Baukultur und Gesellschaft funktionieren nach dem Prinzip der Koevolution oder wechselseitigen Anpassung, da Planer im Entwurfsprozess nicht nur die Bedürfnisse ihrer Zeitgenossen antizipieren, sondern immer wieder auch nach neuen Formen der Lebensgestaltung suchen. Was sie dabei antreibt, spielt vom kulturevolutionären Standpunkt keine Rolle, da die Suche nach höherer Funktionalität ebenso zur Weiterentwicklung von Gesellschaft beitragen kann wie die Erprobung visionärer Utopien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Baukultur befruchtet den Diskurs über Sinn und Zweck unseres Daseins</strong></p>
<p>Im lebenslangen Lernprozess des Gehirns entwickelt sich beim Individuum ein anschauliches Vorstellungsmodell der eigenen Lebenswelt, das die Grundlage aller Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsprozesse bildet. Selbst Sprache gewinnt nur dort an Bedeutung, wo Worte auf anschaulich vorstellbare Sachverhalte verweisen. Wer sind wir? Woher kommen und wohin gehen wir? Was verbindet und was trennt uns? Was ist Schönheit und was Hässlichkeit? Wovon träumen wir und wie wollen wir in Zukunft leben? Es sind die Fragen nach dem Sinn und Zweck unseres Daseins, die wir uns in der Auseinandersetzung mit den baulichen Zeugnissen der von uns selbst gestalteten Lebensumwelt immer wieder stellen.</p>
<p>Umweltwahrnehmung und Vorstellungsvermögen eines Individuums sind genau so vielfältig und umfangreich wie die Qualität und Quantität der allein durch den aufmerksamen und neugierigen Blick hervorgerufenen Fragen. Baukultur fordert die Berührung und Erkundung der nach unseren Bedürfnissen gestalteten Umwelt durch den Blick, der uns nur so viel mitteilt, wie wir zuvor durch das Zusammenwirken aller Sinne im Erkundungsprozess der Umwelt bereits erfahren haben. Im visuellen Wahrnehmungsprozess der gebauten Umwelt zeichnen wir den Entwurf von Ordnungsmechanismen und Funktionsprizipien mit den Suchbewegungen unserer Augen nach, wobei wir bedeutsame Teile zu einem sinnvollen Ganzen verknüpfen.</p>
<p>Die Stimmigkeit der Teile eines Bauwerks untereinander und zum Ganzen dient der Lesbarkeit seiner Funktion, da es uns hierdurch nicht nur seinen Daseinszweck, sondern ebenso auch anschauliche Anweisungen zu seinem Gebrauch vermittelt. Die atmosphärische Wirkung der Situation hingegen spiegelt sich im Wahrnehmungserlebnis des Betrachters, seinen Gedanken und Emotionen. Über die Auseinandersetzung mit der Äußerlichkeit und Innerlichkeit der baulichen Matrix unseres Daseins lernen wir viel über uns selbst, können unsere Herkunft verfolgen, unsere Gegenwart verstehen und unsere Zukunft erträumen.</p>
<p>Die generationsübergreifende Pflege eines schöpferischen Diskurses über Sinn und Zweck unseres Daseins erfolgt in materieller und immaterieller Weise sowohl durch das Bauen als auch durch die gedankliche Reflexion des Gebauten. Der lateinische Begriff „cultura“ , verweist auf Maß und Qualität der Pflege, die wir in Erhalt und Erneuerung unserer Lebensumwelt investieren. Baukultur beinhaltet nicht nur die Pflege der materiellen Substanz, sondern ebenso auch die Pflege des Diskurses über alle wichtigen Fragen unseres Daseins.</p>
</section>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.bundesstiftung-baukultur.de/stiftung/publikationen/kolumne/materielle-substanz-immaterieller-ausdruck-des-menschlichen-seins" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link Homepage der Bundesstiftung Baukultur</a></p>
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		<title>Erforschung der Wahrnehmung aus der Negation</title>
		<link>https://axelbuether.de/2010/weshalb-bilden-die-raumvorstellungen-von-blinden-menschen-den-schlussel-zum-verstandnis-der-raumlich-visuellen-kompetenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Buether]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 11:20:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für Menschen mit normalem Sehvermögen ist die Vorstellung von einem Leben außerhalb der sichtbaren Welt unmöglich. Selbst bei völliger Dunkelheit, ganz gleich ob im Traum- oder Wachzustand, bleibt uns die erworbene Gedächtnisreferenz des Anschauungsraums in der Vorstellung zugänglich. Sobald wir einmal gelernt haben zu sehen, können wir daher nicht mehr von einer räumlich-visuellen Interpretation unserer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Menschen mit normalem Sehvermögen ist die Vorstellung von einem Leben außerhalb der sichtbaren Welt unmöglich. Selbst bei völliger Dunkelheit, ganz gleich ob im Traum- oder Wachzustand, bleibt uns die erworbene Gedächtnisreferenz des Anschauungsraums in der Vorstellung zugänglich. Sobald wir einmal gelernt haben zu sehen, können wir daher nicht mehr von einer räumlich-visuellen Interpretation unserer Lebenswelt absehen. Selbst Bilder werden zur Projektionsfläche unserer Vorstellungen. Nach einer Erblindung hingegen tritt die wechselseitige Abhängigkeit zwischen der inneren und äußeren Welt klar zu Tage. Die intelligible Welt existiert wie zuvor in unserem Gedächtnis. Sie bietet uns jedoch nur insoweit Orientierung, wie uns die Sinnesmedien Farbe und Licht Bedeutungen und Handlungszusammenhänge vermitteln.</p>
<p>Der Glaube an eine Umwelt, deren Zuständigkeiten uns über die empirische Beobachtung objektiv erkennbar sind, zieht sich tief in das Wissenschaftsverständnis unserer Zeit. Daran werden auch die Fakten der modernen Neurowissenschaften so schnell nichts ändern. Die Wirklichkeitsvorstellungen und Werte von Gesellschaften werden von der sehfähigen Mehrheit bestimmt, für welche sich die Identität von Menschen, Städten und Artefakten auf anschauliche Weise zeigt.</p>
<p>Wenn wir die Welt dagegen mit den „Augen eines Erblindeten“ wahrnehmen, müssen wir unsere Wirklichkeitsvorstellungen über Worte, Gerüche, Töne, Formen, Bewegungen und Materialien verräumlichen. Der visuelle Sinn hat sich im Verlauf der Evolution zu unserer primären Quelle von Erfahrung entwickelt, weshalb wir von Geburt an lernen, uns innerhalb der Zeichenstruktur aus Farbe und Licht zu orientieren. Aus den Konsequenzen unserer multisensuellen Erfahrungen bildet sich unsere anschauliche Wissensstruktur im Gehirn. Darauf gründet sich jede Form der Erkenntnis und Verständigung mit der natürlichen und soziokulturellen Umwelt. Unsere Lebensweise, die Gestaltung unserer Städte und Artefakte uns selbst die Struktur der Wortsprache bilden einen integralen Bestandteil unserer anschaulichen Vorstellungswelt.</p>
<p><span style="color: #888888;"><a title="Die Bildung der räumlich-visuellen Kompetenz" href="https://axelbuether.de/2010/die-bildung-der-raumlich-visuellen-kompetenz/"><span style="color: #888888;">Publikation &#8222;Die Bildung der räumlich-visuellen Kompetenz&#8220;</span></a></span></p>
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