
Welche Wandfarbe macht mein Wohnzimmer gemütlich? Warum wirke ich in einem blauen Anzug freundlicher als in einem schwarzen? Und welche Farben heben die Stimmung? Farbforscher Axel Buether erklärt die Macht der Farben.
SZ-Magazin: Herr Buether, wie groß ist der Einfluss von Farben auf den Menschen?
Axel Buether: Farben sind unglaublich machtvoll. Menschen reagieren auf Farben, bevor sie überhaupt darüber nachdenken. Sie beeinflussen unsere Stimmung, unser Verhalten und sogar, wie wir uns selbst wahrnehmen.
Was genau macht Farbe mit uns, wenn wir sie sehen?
Farben können anregen oder beruhigen, Nähe herstellen oder Distanz erzeugen. Ein Beispiel: In einem Raum, der sehr grell, kontrastreich oder in Warnfarben gestaltet ist, fühlen sich viele Menschen schnell gestresst – zumindest dann, wenn diese Reize nicht zur Nutzung des Raumes passen. Im richtigen Kontext können solche Farben aber auch aktivierend und leistungsfördernd wirken. In einem Raum mit warmen, gedämpften Farben stellt sich dagegen häufig ein Gefühl von Geborgenheit ein.
Wie ändert eine blau gestrichene Wand die Stimmung um Raum?
Wenn wir über Wandfarben sprechen, geht es nie um Rot oder Blau, sondern um die Nuance, also um das Zusammenspiel von Buntton, Helligkeit, Sättigung, Oberflächenstruktur und Lichtreflexion. Erst diese Feinabstimmung entscheidet, ob ein Raum beruhigt oder aktiviert. Ein Salbeigrün, ein Moosgrün und ein Neongrün gehören biologisch zur gleichen Grundfarbe und erzeugen doch völlig unterschiedliche Atmosphären. Es sind die Zwischentöne und Materialwirkungen, die die Wahrnehmung und Wirkung prägen.
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Das gesamte Interview können Sie auf der Website der Süddeutschen Zeitung nachlesen (gebührenpflichtiger Artikel)
