Keynote “Raumdenken und Gehirn”

360°lab Konferenz – Auf dem Weg zum Holodeck

The network 360°lab invites for an ample event on the 11th and 12th April 2011 into the Berlin planetarium “Am Insulaner” as a highlight and summary of the hitherto common work to present the results of this and the previous workshops for open discussion. Two days packed with sensual experiences, speeches and transfer of knowledge around immersive 360° experience.

Abstract zum Vortrag “Raumdenken und Gehirn”

Die Umwelt ist uns nicht objek­tiv erkennbar, da wir von ihr lediglich eine leben­sprak­tis­che Vorstel­lung entwick­eln kön­nen, die von der Leis­tungs­gren­ze und genetis­chen Dis­po­si­tion unseres Ner­ven­sys­tems begren­zt wird. Unsere kog­ni­tiv­en Leis­tun­gen entwick­eln sich in Abhängigkeit von unseren anwen­dungs­be­zo­ge­nen Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en zum Gebrauch der einzel­nen Sin­nessys­teme im Erken­nt­nis- und Ver­ständi­gung­sprozess.

Unser Wis­sen gle­icht nicht ein­er Ansamm­lung von Fak­ten, son­dern einem räum­lich organ­isierten Beschrei­bungsmod­ell, in dem wir alle Erfahrun­gen aus dem mul­ti­sen­suellen Erleb­nis der Umwelt inte­gri­eren. Aus diesem Grund brauchen wir eine ganzheitliche The­o­rie zur Bil­dung unser­er räum­lich-visuellen Kom­pe­tenz, die erk­lärt, warum wir Mate­ri­alien, For­men, Kon­struk­tio­nen, Pro­por­tio­nen, Gerüche, Klänge, Emo­tio­nen, Ver­hal­tensweisen und Hand­lungszusam­men­hänge sehen und mit­tels anschaulich­er Kul­turtech­niken zur Sprache brin­gen kön­nen.

Die Farb- und Licht­struk­tur der Umwelt erlaubt uns die Bil­dung eines anschaulichen Zeichen­sys­tems im Gehirn, welch­es ana­log zur Wort­sprache funk­tion­iert. Das Gedächt­niskon­strukt des Anschau­ungsraums weist eine Bedeu­tungs- und Hand­lungsstruk­tur auf, anhand der­er wir unsere Umwelt kon­tex­tu­al­isieren und wahrnehmen, erken­nen und gestal­ten kön­nen. Let­z­tendlich kön­nen der Begren­ztheit unseres Vorstel­lungsver­mö­gens und Wis­sens nur insoweit entkom­men, wie wir unsere kreativ­en, ana­lytis­chen und prak­tis­chen Fähigkeit­en für die Gestal­tung von neuen Raumbeschrei­bungsmod­ellen gebrauchen. Raum­denken ist Gehir­nen­twick­lung.

 

Weiterführendes:

20.04.11 in Wissenstransfer
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