Sprache der Farben

Die multisensuale Wirkung der Farben auf das menschliche Erleben und Verhalten

Um etwas über die Wirkung von Farben zu erfahren, muss man diese mit allen Sinnen erleben, spüren, sie anfassen, riechen, schmecken, formen und bewegen. Die multisensuellen Wirkungen der Farben erschließen sich im kreativ analytischen Experiment.

Farben mit allen Sinnen Erfahren und verstehen

Um etwas über die Wirkung von Far­ben zu erfahren, muss man diese mit allen Sin­nen erleben, spüren, sie anfassen, riechen, schmeck­en, for­men und bewe­gen. Die mul­ti­sen­suellen Wirkun­gen der Far­ben erschließen sich im kreativ ana­lytis­chen Exper­i­ment. Etwa 500 Studierende der Fachrich­tung Design führten jew­eils über einen Zeitraum von 10 Tagen exper­i­mentelle Unter­suchun­gen zu den sin­nesspez­i­fis­chen Wirkun­gen von 13 ver­schiede­nen Far­ben durch, über welche die wichtig­sten Empfind­ungs­bere­iche des wahrnehm­baren Far­braums in Bezug auf ihre inhaltlichen Bedeu­tung beschrieben wer­den. Die Einzelübun­gen mussten inner­halb eines Tages im Feld­ver­suchen durchge­führt wer­den, bei denen zum Schw­er­punkt ein­er Farbe Zutat­en gesam­melt, nach Qual­itäten zusam­mengestellt, bew­ertet, ver­ar­beit­et und zubere­it­et wer­den mussten. Jed­er Teil­nehmer konzen­tri­erte sich in sein­er Unter­suchung auf eine Farbe, wobei die Ganzheitlichkeit des Spek­trums durch den täglichen Erfahrungsab­gle­ich inner­halb der 10 Tage erfahren wer­den kon­nte. Nach den 10 Tagen war ihre Farbe meist so inten­siv präsent, dass sie Einzug in den gesamten Tagesablauf hielt und selb­st in den Träu­men noch erlebt wurde. Im gesamten Unter­suchungszeitraum sind etwa 1. Mil­lio­nen Bilder ent­standen, von denen eine Vorauswahl der Studieren­den zur weit­eren Auswer­tung gelangt ist.

Ordnung aus Komplexität

Die Wirkung der Far­ben verän­dert sich mit dem Kon­text, was Laborver­suche auss­chließt und die Anwen­dung ein­er aufwendi­gen und zeit­in­ten­siv­en Unter­suchungsmeth­ode erfordert. Im Ergeb­nis wur­den etwa 1.000.000 the­ma­tis­che Bilder aus diesen Unter­suchun­gen aus­gew­ertet, woraus sich die hier dargelegte seman­tis­che Ord­nung zu den sin­nesspez­i­fis­chen Wirkun­gen der Far­ben entwick­elt hat. Die gesamte soziokul­turelle und natür­liche Umwelt des Men­schen ist far­big, weshalb sich die deduk­tive Unter­suchungsmeth­ode auf die Erfas­sung und Schrit­tweise Reduk­tion von Kom­plex­ität grün­det. Durch die ver­gle­ichende Auswer­tung des Bild­ma­te­ri­als in einem Zeitraum von mehreren Jahren ließen sich immer neue Kat­e­gorien bilden, mit deren Hil­fe sich die Wirkung der Far­ben sys­tem­a­tisch beschreiben ließ. Die Unter­suchungsrei­he und die Auswer­tung läuft seit dem Jahr 2006 in den gestalterisch/künstlerischen Grund­la­gen FARBE LICHT RAUM bei Prof. Dr. Axel Buether an der Burg Giebichen­stein Hochschule für Kun­st und Design Halle.

Anregung zum Ausprobieren der Farbwirkungen

Die gezeigte seman­tis­che Ord­nung des Far­braums erhebt keinen Anspruch auf Voll­ständigkeit, da sie lediglich einen Auss­chnitt aus der Vielfalt der uns umgeben­den natür­lichen und kul­turellen Leben­sumwelt aufzeigen kann. Lehrende und Ler­nende sollen durch die aufgezeigte didak­tis­che Herange­hensweise an das Phänomen Farbe angeregt wer­den, durch die kri­tis­che Auseinan­der­set­zung mit den gezeigten Inhal­ten und Sys­tem­a­tisierun­gen einen neuen Weg zu einem exper­i­mentell kreativ­en und zugle­ich sys­tem­a­tisch ana­lytis­chen Umgang mit dem Phänomen Farbe zu beschre­it­en. Die ungeprüfte Über­nahme der hier aufgezeigten Zusam­men­hänge ver­hin­dert den Erfahrungser­werb, weshalb alle Leser hier­mit aufge­fordert sind, die Beobach­tun­gen und Rückschlüsse kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und diese durch eigene Exper­i­mente nachzu­vol­lziehen, sie zu verbessern und zu ergänzen

14.03.11 in Lehre
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