Raum­Fre­quen­zen, musi­sche Archi­tek­tur und tek­to­ni­sche Musik

Generative Farb-Licht-Rauminstallation, Juni 2012 Haidplatz Regensburg

Kompositionen und Dekompositionen der klassizistischen Fassade des Thon-Dittmer-Palais mit Tönen, Klängen, Proportionen und Rhythmen aus Licht und Farbe

Pro­jekt­ver­fas­ser: Caro­lin Raber, Felix Herbst, Chris­ti­an Frei­tag, Paul Kirs­ten (Stu­die­ren­de der Burg Gie­bichen­stein, Kunst­hoch­schu­le Hal­le) unter Lei­tung von Prof. Dr. Axel Bue­ther

Raum und Musik

Der for­ma­le Auf­bau des Klang­raums der Musik, wie des Anschau­ungs­raums der Archi­tek­tur, lässt sich über Gegen­satz­re­la­tio­nen oder Kon­tras­te beschrei­ben, wie die der Ton­hö­he, Ton­stär­ke, Klang­far­be, Schwe­bung oder Bril­lanz. Für die Beschrei­bung des Farb­raums nut­zen wir medi­en­spe­zi­fi­sche Ska­len, wie die Hel­lig­keit, den Bunt­ton oder die Sät­ti­gung. Über den Anteil der Ober­tö­ne am Gesamt­spek­trum eines Klan­ges lässt sich des­sen Klang­far­be defi­nie­ren, die umso bril­lan­ter wird, je mehr davon zu ver­neh­men sind. Das Feh­len von Ober­tö­nen dage­gen lässt den Klang dump­fer wer­den.

Die Kon­struk­ti­on des Hör­raums ist ein suk­zes­si­ver Pro­zess, bei dem der Mensch ver­schie­de­ne audi­tive Ereig­nis­se nach­ein­an­der in ihrer Bedeu­tung erfasst und topo­gra­phisch loka­li­siert. Töne und Klän­ge reprä­sen­tie­ren wie Far­ben und Hel­lig­kei­ten bereits eine Bedeu­tung, da hier­zu aus dem Geräusch­spek­trum ein kon­kre­ter Fre­quenz­an­teil iso­liert und als ein­zel­nes Ereig­nis erfasst wer­den muss.

Die räum­lich-visu­el­le Kom­pe­tenz eines Men­schen lässt sich gezielt för­dern, wenn wir uns im Ver­lauf der Indi­vi­du­al­ent­wick­lung immer wie­der bewusst mit dem „Klang von Räu­men und Bil­dern“ aus­ein­an­der­set­zen. Hier­bei han­delt es sich nicht nur um ein Motiv, dass in die rhyth­mi­sche Gestal­tung vie­ler archi­tek­to­ni­scher Bau­wer­ke ein­ge­flos­sen ist, son­dern um einen mul­ti­sen­sua­len Zugang zur Wahr­neh­mung von Stadt­räu­men und Archi­tek­tur.

Licht­Raum­Klang­Pa­ra­me­ter der Instal­la­ti­on

Der modu­la­re Rhyth­mus der his­to­ri­schen Fas­sa­de des Thon-Ditt­mer-Palais bestimmt den Dekon­struk­ti­ons­pro­zess, aus des­sen musi­ka­lisch bestimm­ten Varia­tio­nen unend­lich man­nig­fal­ti­ge Neu­kom­po­si­tio­nen her­vor­ge­hen. Die Zuschau­er kön­nen auf mobi­len Dis­plays in den Pro­zess ein­grei­fen und die Mor­pho­sen des archi­tek­to­ni­schen Raums anhand von räum­lich wirk­sa­men Bewe­gungs­pa­ra­me­tern modi­fi­zie­ren, die wie­der­um musi­ka­li­schen Grund­pa­ra­me­tern fol­gen:

Musi­ka­lisch-räum­li­che Form­grö­ßen:
Anzahl, Höhe, Brei­te der Flä­chen ein­stel­len — Tie­fe der extru­dier­ten Flä­chen ein­stel­len — Rah­men anschal­ten — Rah­men fül­len — Rah­men­fül­lung ein­fär­ben — Rah­men­brei­te ein­stel­len — Schweif anschal­ten — Punkt­dar­stel­lung anschal­ten — 3D-Dar­stel­lung anschal­ten (expe­ri­men­tell) — Flä­chen über­blen­den — Far­be der Flä­chen fest­le­gen — Deck­kraft der Flä­chen ein­stel­len — Bewe­gung pau­sie­ren — Flä­chen rotie­ren las­sen (alle 3 Ach­sen) — Rota­ti­ons­wert fest­le­gen — Rota­ti­ons­ge­schwin­dig­keit ein­stel­len — Raum­tie­fe der Flä­chen-Ebe­nen fest­le­gen — Tem­po der Bewe­gung ein­stel­len — Takt der Bewe­gung ein­stel­len, wahl­wei­se mit Beto­nung — Bewe­gungs­art aus­wäh­len: aus­klin­gen, schwin­gen, dämp­fen — Beschleu­ni­gung der Flä­chen fest­le­gen

 

pdfRah­men­pro­gramm zur Kon­fe­renz Spaces mit Licht­Raum­Klang­In­stal­la­ti­on

 

Vor­trag »Raum Far­be Krea­ti­vi­tät« auf der Kon­fe­renz Spaces

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29.07.12 in Lehre, Praxis
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