Fachkonferenz “Im Medium Farbe”

Konzeption und Leitung Fachkonferenz Farbe in Wissenschaft und Gestaltung

Am Samstag, den 6. Oktober 2012, fand im Umspannwerk Berlin die internationale Konferenz "Im Medium Farbe" statt, auf der renommierte Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissens- und Tätigkeitsfeldern der Farbe vorgetragen haben und für Diskussionen zur Verfügung standen. Die Tagung markierte das 50jährige Bestehen des "Deutschen Farbenzentrums - Zentralinstitut für Farbe in Kunst und Wissens

Mit der inter­na­tionalen Kon­ferenz „Im Medi­um Farbe“ möcht­en wir in diesem Jahr einen großen Bogen von den Anfän­gen bis in die Gegen­wart des „Deutschen Far­ben­zen­trums e.V.” schla­gen. Der Anlass für den Grün­der Kurt Görs­dorf war die Ein­sicht, dass alles, was mit dem Wort Farbe beschrieben wird, nur als ein fachüber­greifend­es Phänomen ver­standen wer­den kann. Das Deutsche Far­ben­zen­trum hat sich damit bere­its ein halbes Jahrhun­dert der Förderung der inter­diszi­plinären Arbeit in allen Wis­sens- und Tätigkeits­bere­ichen der Farbe ver­schrieben.

Far­ben stellen für uns eine uner­schöpfliche Quelle der Fasz­i­na­tion dar, eine Fasz­i­na­tion, die vom sinnlich-ästhetis­chen Erleben bis zur Reflex­ion über den Erken­nt­nis­prozeß und die Natur des men­schlichen Geistes reicht.”
J.W. Goethe 1791

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Vortragsprogramm:

Sam­stag ab 9:00 Uhr Reg­istrierung und Aushändi­gung der Tagung­sun­ter­la­gen

9:30 Begrüßung und Ein­führung
Prof. Dr. Axel Buether
& Dr. AnneMarie Neser
Tagung­sor­gan­i­sa­tion und Vor­stand DFZ

Farbe in Kunst und Wissenschaft

10:00 Prof. Klaus Palm & Prof. Klaus Richter
Ehren­vor­sitzende DFZ: Farbe in Kun­st, Design, Tech­nik und Wis­senschaft — 50 Jahre DFZ und 48 Jahre Ausstel­lung Farbe und Farb­se­hen.

Abstract: Farbe ist als Repräsen­tant der Ganzheitlichkeit unseres Seins ein einzi­gar­tiges Beispiel für das gle­ich­berechtigte Miteinan­der der Grund­la­gen: Natur­wis­senschaften, Geis­teswis­sen-schaften sowie Kun­st und Gestal­tung. Diese Erken­nt­nis wurde im Jahr 1962 mit der Grün­dung des Deutschen Far­ben­zen­trums als “Zen­tralin­sti­tut für Farbe in Wis­senschaft und Gestal­tung” in eine inter­diszi­plinäre verbindliche Rechts­form gegossen. Neben den fachüber­greifend­en Infor­ma­tio­nen sowie den per­sön­lichen Kon­tak­ten wurde auf den jährlichen Far­bkon­gressen sowie den zahlre­ichen fachver­tiefend­en Ver­anstal­tun­gen, den Phänom­e­na-Sem­i­naren, die Bedeu­tung der Farbe und der wech­sel­wirk­ende Zusam­men­hang zwis­chen allen Fachdiszi­plinen ein halbes Jahrhun­dert lang erfol­gre­ich prak­tiziert. Ein großer Dank geht an alle, die in diesen 50 Jahren dazu beige­tra­gen haben, das Phänomen Farbe als fes­ten Bestandteil unser­er Kul­tur  lebendig zu hal­ten.

Farbe zwischen Ästhetik und Aisthesis

Prof. Dr. Christoph Wag­n­er
Kun­st­geschichte Uni­ver­sität Regens­burg, Sprech­er des The­men­ver­bun­des Sehen und Ver­ste­hen der Uni­ver­sität Regens­burg, Präsi­dent der Gesellschaft für inter­diszi­plinäre Bild­wis­senschaft, Forschungss­chw­er­punk­te: Malerei und Kun­st­the­o­rie der Neuzeit und der Mod­erne; ital­ienis­che Kun­st und visuelle Kul­tur des 15. und 16. Jahrhun­derts; His­to­ri­ogra­phie und Kun­st­the­o­rie der Klas­sis­chen Mod­erne; Malerei nach 1945; Poli­tis­che Ikono­gra­phie; Wahrnehmungs­geschichte; Method­olo­gie der Kun­st­geschichte; Ver­hält­nis von Kun­st und Natur­wis­senschaften.

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Abstract: Dass die Geschichte der Farbe »wie natür­lich, die Geschichte des men­schlichen Geistes im kleinen« abzu­bilden ver­mag, ist eine der kost­baren Randbe­merkun­gen, die Goethe in seinen Über­legun­gen zur Farbe über­liefert hat. Nach den bedeu­ten­den Erschüt­terun­gen durch die natur­wis­senschaftliche Gehirn­forschung erken­nen wir heute mehr denn je, dass die lange Zeit gescholtene »sub­jek­tive« Qual­ität der Far­ben nichts anderes als in beson­der­er Weise die sub­jek­tiv­en Qual­itäten des men­schlichen Geistes wider­spiegelt, ja dass vielle­icht kein ander­er Bere­ich bess­er geeignet ist, in die sub­jek­tiv­en Struk­turen der men­schlichen Wahrnehmung und Deu­tung der Lebenswelt einzuführen, als die Betra­ch­tung der Farbe.

Farbe in der Musik

Neil Har­bis­son
Sonochro­mat­ic Cyborg, Barcelona Spain: British-Cata­lan cyborg artist, musi­cian and per­former best known for his self-extend­ed abil­i­ty to hear col­ors. In 2004 he became the first per­son in the World to be fit­ted with an eye­borg and to be offi­cial­ly rec­og­nized as a cyborg by a gov­ern­ment. Col­or and the use of tech­nol­o­gy as an exten­sion of the performer’s body and sens­es are the cen­tral themes in Harbisson’s work.

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Abstract: Neil Har­bis­son will talk about his grey scale visu­al con­di­tion (achro­matop­sia) and how his life has changed since he attached an elec­tron­ic eye to his head in order to hear col­ors. He will talk about the close rela­tion­ship between col­or and sound, about his new visu­al con­di­tion (sonochro­matop­sia) and about his lat­est artis­tic works.

Farbe im Film

Prof. Dr. Susanne Marschall
Medi­en­wis­senschaft­lerin (Schw­er­punkt: Audio­vi­suelle Medi­en, Film- und Fernse­hen), Uni­ver­sität Tübin­gen: Forschungs­feld Farbe im Kino: Farbe nehmen wir im Kino mit allen Sin­nen wahr. Sie löst Emo­tio­nen aus und bedi­ent Erwartun­gen. Die Autorin geht auf die Suche nach den Grund­la­gen ein­er Far­ben­lehre der Filmkun­st. Erken­nt­nisse der Wahrnehmungspsy­cholo­gie, der Musikpsy­cholo­gie und Synäs­the­sieforschung zum Zusam­men­spiel von Farbe und Klang, der Physik, der Far­ben­chemie, der Optik, der Kul­tur­wis­senschaft, der Sprach­forschung, der Anthro­plo­gie und der Kun­st­geschichte fließen in die Unter­suchung ein.

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Abstract: Der Vor­trag “Farbe im Kino” greift aus der Vielfalt möglich­er Aspek­te des weit­en The­men­feldes die tech­nisch und ästhetisch pro­duk­tive und inno­v­a­tive erste Phase der Entwick­lungs­geschichte des far­bigen Kinofilms bis zu den hochw­er­tig pro­duzierten Tech­ni­col­or-Fil­men der 1950er Jahren her­aus. Aus­ge­hend von ein­er Auseinan­der­set­zung mit den wahrnehmungspsy­chol­o­gis­chen Beson­der­heit­en der men­schlichen Farbe­mpfind­un­gen sowie der schrit­tweisen Entwick­lung farb­dra­matur­gis­ch­er Regeln und expres­siv­er Regel­brüche im Kino eröffnet der Vor­trag neue Per­spek­tiv­en auf die Farb­filmgeschichte. Exem­plar­ische Film­beispiele begleit­en diese dreifache, d.h. wahrnehmungspsy­chol­o­gis­che, his­torische und ästhetis­che Inter­pre­ta­tion des Kino­er­leb­niss­es in Farbe, das sich zumeist nicht in den engen Gren­zen eines Abbil­dungsre­al­is­mus bewegte, son­dern – dur­chaus ver­gle­ich­bar mit der Malerei – aus dem Vollen der Gestal­tungsmöglichkeit­en mit Licht und Farbe schöpfte.

Farbe in den Naturwissenschaften

Prof. Dr. Armin Reller
Prof. Dr. Armin Reller, geb. 1952 in Win­terthur, studierte Chemie an der Uni­ver­sität Zürich. Dort war er von 1988–1992 als Koor­di­na­tor des Fach­es Umweltlehre. 1992 über­nahm er den Lehrstuhl für Anor­gan­is­che und Ange­wandte Chemie an der Uni­ver­sität Ham­burg, 1999 den Lehrstuhl für Fes­tkör­perchemie der Uni­ver­stiät Augs­burg und ist seit 2009 Inhab­er des Lehrstuhls für Ressourcenstrate­gie der Uni­ver­sität Augs­burg. Prof. Reller ist Vor­standssprech­er des Wis­senschaft­szen­trums Umwelt.

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Farbe im urbanen Raum

Michel CLER, Archi­tecte DESA, Con­sul­tant Couleur
France CLER, Pein­tre, Ecole Beaux-Arts Aix en Provence et Mar­seille, Con­sul­tant Couleur
Ver­e­na M. Schindler, His­to­ri­enne de l’art et de l’architecture, Study Group on Envi­ron­men­tal Colour Design (ECD) of the Inter­na­tion­al Colour Asso­ci­a­tion (AIC)
Research Chro­mat­ic­town­scapes – Atmos­pheres of Chro­mat­ic­scapes: In long-term process­es “colour” (coloured appear­ance) and mate­r­i­al func­tion as com­po­nents to inform (mem­o­ry, man­age­ment), to plan spaces, for indi­vid­u­als and groups to iden­ti­fy in dif­fer­ent con­texts as well as their activ­i­ties.

Farbe in leiblicher Kommunikation

Prof. Dr. Her­mann Schmitz
Philosoph, Uni­ver­sität Kiel (emer.): Die Neue Phänom­e­nolo­gie ver­dankt ihre begrif­fliche und the­ma­tis­che Grundle­gung den philosophis­chen Bemühun­gen von Her­mann Schmitz. Er hat in geduldiger Sorgfalt die unbe­fan­gene Lebenser­fahrung auf bre­it­er Front rechen­schafts­fähigem Sprechen zugänglich gemacht und damit – aus­ge­hend von dem, was wir am eige­nen Leibe spüren – große Bere­iche der Wirk­lichkeit ein­er method­is­chen Besin­nung neu erschlossen: Leib, Gefüh­le, Atmo­sphären, Sit­u­a­tio­nen.

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Voll­ständi­ge Bib­li­ogra­phie

Abstract: Aus­ge­hend vom Gegen­satz zwis­chen der Geschichtlichkeit (Zeit­losigkeit) des Schalls und der Geschicht­slosigkeit der Farbe wird die unter­schiedliche Empfänglichkeit von Schall und Farbe für leib­liche kom­mu­nika­tion in den Medi­en der Bewe­gungssug­ges­tion und synäs­thetis­chen Charak­tere erörtert. Die synäs­thetis­chen Charak­tere der Far­ben wer­den mit Bezug auf Goethe gestreift. Die Abwe­sen­heit von Bewe­gungssug­ges­tio­nen an den Far­ben wird auf ihre Nei­gung zur leibfrem­den Fläche zurück­ge­führt; im Zusam­men­hang damit wird der Unter­schied flächen­haltiger und flächen­los­er (leib­na­her) Räume berührt. Im Gegen­satz zu den Ober­flächen­far­ben sind die prädi­men­sion­alen Far­ben (irreführend “Flächen­far­ben” genan­nt) leib­nah.

Farbe als Medium — Karl-Miescher-Preisträger 2012 – Gestaltung

Raw Col­or – Daniera ter Haar & Christoph Brach
Graph­ic design & pho­tog­ra­phy, Eind­hoven (Nieder­lande): The work of Raw Col­or reflects a sophis­ti­cat­ed treat­ment of mate­r­i­al and colour by mix­ing the fields of graph­ic design and pho­tog­ra­phy. This is embod­ied through research and exper­i­ments, build­ing their visu­al lan­guage. Daniera ter Haar & Christoph Brach work on self ini­ti­at­ed and com­mis­sioned projects in their Eind­hoven based stu­dio.

Abstract: Dri­ven by curios­i­ty Raw Col­or is ques­tion­ing the mean­ing of the sub­ject they are work­ing on. With­in these aspects the mate­ri­al­iza­tion of colour plays a key role, and can be seen as the core of the stu­dio. It is a medi­um that allows them to trav­el across the dis­ci­plines. By exper­i­ment­ing and trust­ing on their intu­ition Raw Col­or has cre­at­ed a design lan­guage that is ver­bal­ly direct, ener­getic and rec­og­niz­able. Dur­ing their talk they will take you on a trip to expe­ri­ence colour in dif­fer­ent media and projects.

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Farbe im Material — Karl-Miescher-Preisträger 2012 – Wissen

Ste­fan Muntwyler
Maler und Farb­forsch­er „Uner­sät­tlich bin ich gewor­den in mein­er Farbküche. Seit langer Zeit male ich keine Bilder mehr im klas­sis­chen Sinn. Ich male Far­ben. Malen ist zu kuli­nar­ischem Genuss gewor­den.“

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Abstract: FARBE GELB: SAFRAN, URIN und ARSEN Autor des Stan­dard­w­erkes FARBPIGMENTE FARBSTOFFE FARBGESCHICHTEN, wird als Maler mit eigens für diesen Anlass geschaf­fe­nen gross­flächi­gen Farbtafeln exem­plar­isch span­nende Geschicht­en zur Farbe Gelb erzählen. Nicht nur ein Refer­at, son­dern ein kleines Spek­takel voller Über­raschun­gen und Geheimnis­sen, die gelüftet wer­den. Muntwyler span­nt einen Bogen von den his­torischen Gelbpig­menten bis zur Gegen­wart.

Abendveranstaltung

+++ Feier 50 Jahre DFZ mit Aktionen von Mitgliedern, Gästen und Studierenden

– Fotografis­che Spuren aus 50 Jahren DFZ – Prof. Klaus Palm
– State­ments von Mit­gliedern und Gästen als Zeitzeu­gen der Geschichte des DFZ – Prof. Hans K. Schlegel, Gerd Schilling, Josep Lin­schinger, Hajo Dücht­ing, Lothar Ger­icke, Char­lotte Koll­mor­gen, Gisela Braune, Eck­hard Bendin, Mar­tin Benad, Dr. Eva Lübbe, Prof. Dr. M. Schaum, Klaus v. Saalfeld, Prof. Axel Venn, Susanne Wied u.a.

+++ „Ask me about Color!“,

Aktion von Studieren­den der HAWK Hildesheim (Leitung Prof. Timo Rieke)

Poster­vor­trag „Retuschen an Flu­o­reszen­z­far­ben”

+++ Farbe-Raum-Klang Lichtinstallation

Gisela-Mey­er Hahn und Son­ny Thet

+++ Am Fre­itag, den 5. Okto­ber zwis­chen 19 und 20 Uhr (2 Fuehrun­gen a 30 Minuten) ist  eine Besich­ti­gung der TU-Ausstel­lung “Farbe, Farb­se­hen und Anwen­dun­gen” möglich. Tre­ff­punkt: Fachge­bi­et Licht­tech­nik, TU Berlin, 10587 Berlin, Ein­stein­ufer 19, Ein­gang Pfo­ert­ner Gebaeude E-N (in der Mitte zwis­chen den Elek­trotech­nis­chen Insti­tuten, Alt­bau (E) und Neubau (E-N)), Raum E-N 055

Anschrift Konferenz und Jubiläumsfeier:

Umspannwerk Kreuzberg
Ohlauer Straße 43   D-10999 Berlin

Information und Fax-Anmeldungsformular

(Rück­sendung per Fax 030 61076293 oder Mail an vorstand@deutsches-farbenzentrum.de)

+++ Tele­fonis­che Infor­ma­tio­nen oder tel. Anmel­dung unter 030 61076398 (H. Krauss)

Hauptsponsor RAL gemeinnützige GmbH

Das Unternehmen unter­stützt die Teil­nahme an der Kon­ferenz für Studierende und Auszu­bildende

Mehr Infor­ma­tio­nen und Anmel­dung » Extern­er Link Deutsches Far­ben­zen­trum e.V.

16.08.12 in Wissenstransfer
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