Terra X: Die Magie der Farben

Mitwirkung als Farbexperte für den Bereich Farbpsychologie, Farbwirkung, Wahrnehmung

Ob Ocker, Rot, Gelb, Grün oder Blau: Hinter jedem Farbton verbergen sich Geschichten und erstaunliche Fakten. Warum haben sie seit jeher eine so große Bedeutung für den Menschen?

Filmtitel:

Tei 1. Von Höh­len­rot und Göt­tergelb

https://www.youtube.com/watch?v=PVRx6puIf6U

Quelle YouTube

Teil 2. Von Königspur­pur und Jeans­blau

https://www.youtube.com/watch?v=P4uKdhkyIzY

Quelle YouTube

Nur wer erken­nt, ob eine Frucht reif oder giftig ist, kann über­leben. Alle Far­ben in der Natur dienen einem biol­o­gis­chen Zweck und jedes Lebe­we­sen hat seine Wahrnehmung darauf spezial­isiert. Aber allein der Men­sch stellt Far­ben her und ver­lei­ht ihnen Sym­bol­kraft. “Ter­ra X” taucht ein in die Geschichte unser­er Far­b­codes von den Anfän­gen bis in die Gegen­wart. Kul­turgeschicht­en und Natur­phänomene wer­den miteinan­der ver­woben und führen zu verblüf­fend­en Erken­nt­nis­sen. Inwieweit steuern Far­ben noch heute unser Ver­hal­ten, ohne dass wir es merken? Wie funk­tion­iert dieser evo­lu­tionäre Code?

Diesem Rät­sel sind Wis­senschaftler seit Jahrhun­derten auf der Spur. Die erste weg­weisende Ent­deck­ung macht Isaac New­ton 1730 und schock­iert damals die Welt. In seinem Ver­such mit einem Glaspris­ma und Licht ent­deckt er, dass es Far­ben gar nicht wirk­lich gibt. Eine unfass­bare Erken­nt­nis. Denn bere­its vor 100.000 Jahren unter­nah­men Men­schen große Anstren­gun­gen, um Farbe in ihre Leben zu holen. Das ent­deck­en Archäolo­gen 2008 in der Blom­bos Höh­le an der Küste Südafrikas. Sie find­en Ock­er­stücke und Muscheln, die Steinzeit­men­schen in der Höh­le ver­steckt haben. Es ist die älteste Farb­w­erk­statt der Men­schheit. Plöt­zlich gab es eine Möglichkeit, sein Äußeres zu verän­dern, mit Farbe ein indi­vidu­elles Kennze­ichen zu set­zen. Ein Meilen­stein in unser­er Geschichte! Bis heute heben sich viele Naturvölk­er mit Kör­perbe­malung von anderen ab, von den Mas­sai in Afri­ka bis zu den Abo­rig­ines in Aus­tralien. Und wir machen etwas ganz Ähn­lich­es fast täglich wenn wir uns schminken, bunt klei­den oder die Haare fär­ben. Mit Far­ben indi­vid­u­al­isieren wir uns oder zeigen an, zu welch­er Gruppe wir gehören.

Wie kamen die Farbe über­haupt in die Welt? Erst vor 200 Mil­lio­nen Jahren entste­ht die erste Farbe: Das Grün der Pflanzen. Weil sie die älteste und lange die wichtig­ste Farbe für alle Lebe­we­sen war, kön­nen Men­schen bis heute im Grün die meis­ten Farb­nu­an­cen erken­nen. Für den Siegeszug des Homo sapi­ens war allerd­ings eine ander­er Farbe entschei­dend: vor rund 35 Mil­lio­nen Jahren entste­ht das magis­che Rot. Der amerikanis­che Neu­rowis­senschaftler Jay Neitz fand her­aus, dass die Fähigkeit, Rot zu sehen zur Schlüs­selkom­pe­tenz wurde. Seine Exper­i­mente mit bizarren Artver­wandten, den Totenkopfäf­fchen, erlauben verblüf­fende Ein­blicke in die evo­lu­tionäre Entwick­lung. Bis heute wirkt Rot als Sig­nal- und Alarm­farbe, weil unsere Augen sich zu Rot­spezial­is­ten weit­er­en­twick­elt haben und wir Rot am schnell­sten von allen Far­ben wahrnehmen kön­nen.

Lange war das Blau des Him­mels und des Meeres für den Men­schen nicht greif­bar, bis um 8000 vor Chris­tus Bergar­beit­er im Hin­dukush einen leuch­t­en­den Stein find­en: Lapis­lazuli, wörtlich das Blau des Him­mels. Schnell wird er in der ganzen Welt begehrt und forciert die begin­nende Glob­al­isierung. Die Ägypter ver­suchen verge­blich, aus Lapiz auch ein Malpig­ment herzustellen und ent­deck­en durch Zufall ihren eige­nen Farb­stoff — der Startschuss zu ein­er bun­ten Epoche. Und immer größer wer­den die Anstren­gun­gen, die Men­schen unternehmen, um leuch­t­ende Far­ben zu gewin­nen.

Warum üben Far­ben eine solche Fasz­i­na­tion auf uns aus? Exper­i­mente mit Babies zeigen, dass uns ein Farbpro­gramm schon in die Wiege gelegt ist. Far­ben sind eine Sprache der Natur und das größte Kom­mu­nika­tion­ssys­tem der Welt.

Buch: Chris­t­ian Schid­lows­ki
Regie: Sigrun Laste
Pro­duk­tion: Sto­ry­house, Berlin
Redak­tion: Uta von Bor­ries

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Sendetermine:

Sam­stag, 17. und 24. Okto­ber 2015, 16.30 Uhr, ZDF­neo
Son­ntag, 18. und 25. Okto­ber 2015, 19.30 Uhr, ZDF

14.10.15 in Forschung, Wissenstransfer
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