Zum Nutzen digitaler Technologien für Umwelt und Gesellschaft – Zwischen Fortschritt und Verantwortung

Vortrag - Denkraum.Bauhaus - Internationaler Kongress 26.-29. September 2019

Was meint der Begriff Bild im Digitalen? Wann entstehen Bild, Bildhaftes, Betrachter und Körperhaftes? Welche Formen der Interaktion im Sinne einer alternativen ganzheitlichen Medienerfahrungen können eine Bildaneignung als spannendes ästhetisches Phänomen erfahren lassen?

Vortrag auf dem 6. Internationalen Symposium zur Architekturvermittlung | Bundeskongress der Kunstpädagogik an der Bauhaus Universität Weimar

Statement Vortrag:

1. These:

Die Dig­i­tal­isierung ist ein zen­trales The­ma für den Kun­stun­ter­richt, weil die damit verknüpften Gestal­tungsauf­gaben ästhetis­che Bil­dung erfordern: Die Befähi­gung jedes Men­schen zur Par­tizipa­tion an mod­er­nen Gesellschaften gehört zu den zen­tralen Zie­len der Bil­dung, weshalb wir uns heute eben­so ver­ant­wor­tungsvoll wie kon­struk­tiv mit dem The­ma „Dig­i­tal­isierung“ auseinan­der­set­zen müssen. Als Leit­er des fachüber­greifend­en Forums „Dig­i­tal­isierung und Medi­en­di­dak­tik in der Lehrerbil­dung“ der Ber­gis­chen Uni­ver­sität Wup­per­tal [1] kann ich beobacht­en, welchen Ein­fluss die Wahl der Per­spek­tive hat. Nach mein­er Überzeu­gung kommt es nicht darauf an, die Anforderun­gen dig­i­taler Unternehmen an schulis­che Bil­dung zu gestal­ten, denn Dig­i­tal­isierung ist kein Selb­stzweck. Was wir vielmehr in den Blick nehmen müssen, ist die Gestal­tung des Nutzens dig­i­taler Tech­nolo­gien für Men­sch und Gesellschaft. Smart­phones, Kam­eras, Beam­er, Tabletts, White-Boards und flächen­deck­ende Inter­net-Anschlüsse sind daher nur sin­nvoll für den Unter­richt, wenn ihr Mehrw­ert fach­lich wie päd­a­gogisch erwiesen ist. Dem Schul­fach Kun­st kommt in diesem gesellschaftlichen Trans­for­ma­tion­sprozess eine Schlüs­sel­stel­lung zu, der nicht nur infor­ma­tis­che [2], son­dern eben­so auch ästhetis­che Bil­dung erfordert. Dig­i­tale Tech­nolo­gien sind für den Kun­stun­ter­richt vor allem dort inter­es­sant, wo sie medi­ale Bedeu­tung ent­fal­ten und Inter­ak­tio­nen her­vor­rufen, die nach Gestal­tung ver­lan­gen. Kun­stun­ter­richt kann dazu beitra­gen, Ler­nende wie Lehrende gle­icher­maßen zu einem schöpferisch-pro­duk­tiv­en wie kri­tisch-reflek­tierten Umgang mit dig­i­tal­en Medi­en zu befähi­gen. Die Gestal­tung mit dig­i­tal­en Medi­en ist nicht nur ein The­ma für die Aktu­al­isierung des Kun­stun­ter­richts, son­dern auch für den fachüber­greifend­en Pro­jek­tun­ter­richt. In meinem Vor­trag werde ich kreative Stu­di­en­pro­jek­te zeigen, die in Koop­er­a­tion mit Lehren­den und Studieren­den aus Sprachen und Natur­wis­senschaften ent­standen sind. Weit­er­hin wer­den wir uns auch aus­gewählte Beiträge aus dem bish­er umfan­gre­ich­sten fächerüber­greifend­en Wet­tbe­werb zum The­ma „Bil­dung in der dig­i­tal­en Welt“ anschauen, den ich mit dem Ziel ins Leben gerufen habe, eine kri­tisch-kon­struk­tive Diskus­sion zum Ein­satz dig­i­taler Medi­en im Unter­richt zu fördern.

2. These:

Die Dig­i­tal­isierung ist ein zen­trales The­ma für den Kun­stun­ter­richt, weil die Lösung viel­er Prob­lem­stel­lun­gen Kreativ­ität und Inno­va­tio­nen ver­langt: Die gesellschaftliche Debat­te zum The­ma Dig­i­tal­isierung wird heute von ähn­lichen Äng­sten und Ephorien begleit­et, wie die Auseinan­der­set­zung über die Risiken der Elek­tri­fizierung am Ende des 19. Jahrhun­derts. Die großen tech­nol­o­gis­chen Rev­o­lu­tio­nen der Mod­erne wie die Mech­a­nisierung, Elek­tri­fizierung und Dig­i­tal­isierung sind den­noch unumkehrbar, da sie die Basis unser­er Arbeits- und Lebenswelt trans­formieren. Der tech­nol­o­gis­che Fortschritt erle­ichtert die Real­isierung viel­er grundle­gen­der Bedürfnisse mod­ern­er Gesellschaften wie Arbeit, Wohl­stand, Freizügigkeit, Kul­tur, Wis­sen, Gesund­heit und Sicher­heit. Der tech­nol­o­gis­che Wan­del hat und hat­te stets auch viele unge­wollte Neben­wirkun­gen. Der Preis des tech­nol­o­gis­chen Fortschritts schließt sozialen Fol­gen wie die Ent­frem­dung, Entwurzelung und Verun­sicherung von Men­schen und ökol­o­gis­chen Fol­gen wie Umweltzer­störung, Luftver­schmutzung, Strahlungs­be­las­tung und Ressourcenver­brauch ein. Glob­ale Ver­net­zung, Kün­stliche Intel­li­genz und selb­st­s­teuernde Maschi­nen verän­dern die Rah­menbe­din­gun­gen für die Schöp­fung unser­er materiellen und geisti­gen Kul­tur. Die Befähi­gung zum schöpferischen Umgang mit dig­i­tal­en Tech­nolo­gien gilt vie­len dabei als Indika­tor für die Zukun­fts­fähigkeit unser­er Gesellschaft und bildet daher eine zen­trale Her­aus­forderung für die Bil­dung.

Das Schul­fach Kun­st kann dazu einen wichti­gen Beitrag leis­ten, da Inno­va­tio­nen in allen Feldern der Dig­i­tal­isierung kein Zufall sind, son­dern auf schöpferischen Fähigkeit­en und konkreten Medi­enkom­pe­ten­zen basieren. Die method­is­che Förderung von Wegen zur kreativ­en Gestaltung[3] ist hier­für genau­so wichtig wie die Ver­mit­tlung von Strate­gien zur Selb­st- und Umweltwahrnehmung[4], die Befähi­gung zum anschaulichen Denken oder die Aus­bil­dung ein­er kri­tisch-kon­struk­tiv­en Hal­tung.

3. These:

Die Dig­i­tal­isierung ist ein zen­trales The­ma für den Kun­stun­ter­richt, weil das Schul­fach neue Impulse braucht: Mit der Dig­i­tal­isierung mod­ern­er Gesellschaften sind eine Vielzahl neuer medi­aler Berufe ent­standen, für die kün­st­lerische Prak­tiken und The­o­rien von größter Bedeu­tung sind. Das gilt natür­lich nur dann, wenn wir freie wie ange­wandte Kün­ste gle­icher­maßen in den Blick nehmen. Stu­di­engänge wie Druck- und Medi­en­tech­nolo­gie, Medi­en­in­for­matik, Mobile Medi­en, Online-Medi­en-Man­age­ment, Medi­en­wirtschaft, Medi­a­pub­lish­ing, Infor­ma­tions­de­sign, Wer­bung und Mark­tkom­mu­nika­tion, Com­put­er Sci­ence and Media, Cross­me­dia Pub­lish­ing & Man­age­ment, Medi­en­man­age­ment oder Unternehmen­skom­mu­nika­tion grün­den sich auf grundle­gende Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en zur visuellen Kom­mu­nika­tion, auf ästhetis­che Wahrnehmung, bild­ner­ische Vorstel­lungskraft und Darstel­lungs­fer­tigkeit­en in Schrift und Bild.

Das Schul­fach Kun­st muss heute zunehmend um seinen Stel­len­wert in den Bil­dungssys­te­men Europas kämpfen! Wir sprechen von ein­er Zeit­er­schei­n­ung, die sich nicht nur in Deutsch­land, son­dern in allen Mit­gliedsstaat­en der EU an fehlen­der Akzep­tanz und schrumpfend­en Bil­dungsan­teilen bemerk­bar macht.[5] Von Eltern bekommt man häu­fig Sätze wie diesen zu hören: „Wozu braucht mein Kind Kun­st, es soll doch kein Maler wer­den!“ Math­e­matik­er, Schrift­steller oder Physik­er soll das Kind ver­mut­lich auch nicht wer­den, doch ähn­lich wie in Poli­tik und Bil­dungswis­senschaften schätzen auch die meis­ten Eltern den Nutzen dieser Schulfäch­er für die All­ge­mein­bil­dung deut­lich höher ein. Diese Tat­sache ist beson­ders prob­lema­tisch für die Akzep­tanz des Schul­fach­es Kun­st, da sich Bew­er­tun­gen der Eltern sehr schnell auf Wertschätzung, Engage­ment und Lern­er­folg ihrer Kinder über­tra­gen. Kun­st wird heute in weit­en Teilen der Gesellschaft als Freizeitbeschäf­ti­gung bürg­er­lich­er Eliten betra­chtet, was ein exis­ten­zielles Prob­lem für das gle­ich­namige Schul­fach schafft. Die bildende Funk­tion der visuellen Wahrnehmung im All­t­ag oder selb­s­tini­ti­ierte ästhetis­che Lern­prozesse wie die Gestal­tung der eige­nen Iden­tität in sozialen Net­zw­erken wer­den von Lehrern wie Schülern viel zu sel­ten als kün­st­lerische Prozesse betra­chtet. Dabei wen­den die meis­ten Schü­lerin­nen und Schüler für diese informellen Lern­prozesse weit mehr Zeit auf und arbeit­en sehr viel engagiert­er, als bei vie­len Auf­gaben im Kun­stun­ter­richt.

Der Mark­tan­teil der Kul­tur- und Kreativwirtschaft wächst stetig und liefert heute einen maßge­blichen Beitrag zur Gesamtwirtschaft mod­ern­er Gesellschaften. Die ständig wach­senden Felder der ‚Kul­tur- und Kreativwirtschaft‘ bilden zudem den am schnell­sten wach­senden Sek­tor der Weltwirtschaft.[6] Mehr als 249.000 Unternehmen mit ca.1,59 Mil­lio­nen beschäftigten Men­schen set­zen allein in Deutsch­land mehr als 145 Mil­liar­den Euro mit der kreativ­en Gestal­tung des Kul­tur­raums um.[7] Die Brut­tow­ertschöp­fung der Kul­tur- und Kreativwirtschaft liegt damit heute schon über den Zahlen der Chemis­chen Indus­trie und der Energiewirtschaft. Sie nähert sich der volk­swirtschaftlichen Bedeu­tung des Maschi­nen­baus und der Auto­mo­bilin­dus­trie, die ihre her­aus­ra­gende Stel­lung am Welt­markt nicht zulet­zt der Kreativ­ität ihrer Mitar­beit­er ver­danken. In die Zahlen der Kul­tur- und Kreativwirtschaft sind die kreativ­en Köpfe der Indus­trie noch gar nicht ein­gerech­net, welche gemein­sam mit den wis­senschaftlich-tech­nol­o­gis­chen Fachkräften den glob­alen Erfolg mod­ern­er Pro­duk­te und Dien­stleis­tun­gen ermöglichen. Kreativ­ität kennze­ich­net die Suche nach den Pro­duk­ten, Pro­duk­tion­s­meth­o­d­en, Gebäu­den, Infra­struk­turen, Dien­stleis­tun­gen und Kom­mu­nika­tion­stech­niken der Zukun­ft, ein Wet­tbe­werb, der weltweit über den Erfolg von Volk­swirtschaften und den Wohl­stand von Gesellschaften entschei­det. Die Kul­tur- und Kreativwirtschaft set­zt sich aus ver­schiede­nen Kern­bere­ichen zusam­men, deren Beschäf­ti­gungszahlen unter­schiedlich starken Entwick­lungs­dy­namiken unter­liegen. Ange­führt von der Soft­ware- und Games-Indus­trie, dem Presse­markt, Werbe­markt und der Design­wirtschaft fol­gen im Mit­telfeld der Architek­tur­markt, der Buch­markt, die Filmwirtschaft und die Musik­wirtschaft. Am Ende find­en sich die Rund­funkwirtschaft, die Darstel­len­den Kün­ste wie der Kun­st­markt. Natür­lich sagt diese Sta­tis­tik nichts über die Qual­ität der schöpferischen Leis­tun­gen aus. Doch wer kann heute bere­its mit Sicher­heit sagen, dass materielle Werke aus Malerei und Plas­tik für kom­mende Gen­er­a­tio­nen größere kul­turgeschichtliche Rel­e­vanz besitzen als dig­i­tale Werke wie Apps und Ani­ma­tions­filme. Wir brauchen neue Lösun­gen für die ungelösten Prob­leme der Gegen­wart, inno­v­a­tive Pro­duk­te und kreative Men­schen in allen zukun­ft­srel­e­van­ten Berufs­feldern.

Das Bil­dungspoten­zial des Fach­es Kun­st grün­det auf der Vielfalt ästhetis­ch­er Prak­tiken und deren Ver­net­zung mit allen Denk- und Hand­lungs­feldern mod­ern­er Gesellschaften. Alle Bere­iche mod­ern­er Gesellschaften sind heute so kom­plex gestal­tet, dass eine erfol­gre­iche und sin­ner­füllte Teil­habe nur möglich ist, wenn das Indi­vidu­um ein Grund­ver­ständ­nis der man­nig­falti­gen Codierun­gen des Kul­tur­raums erwor­ben hat. Daher wird es immer dringlich­er, dass sich der Kun­stun­ter­richt mit den her­aus­ra­gen­den Werken aller Gestal­tungs­diszi­plinen, ins­beson­dere mit deren ideengeschichtlichen, tech­nol­o­gis­chen, sozialen, ökonomis­chen und kom­mu­nika­tiv­en Bedeu­tun­gen auseinan­der­set­zt. Die Her­aus­forderun­gen der Dig­i­tal­isierung eröff­nen dem Fach eine große Chance, da hier­von wichtige Impulse für die Erneuerung mod­ern­er Gesellschaften aus­ge­hen, die von Schü­lerin­nen und Schülern durch Meth­o­d­en kün­st­lerisch­er Prax­is aufge­spürt, beleuchtet, gestal­tet und kri­tisch bew­ertet wer­den kön­nen.

[1] weit­ere Infor­ma­tio­nen zum The­ma find­en Sie auf: www.digitalisierung.education
[2] Siehe Sym­po­sium „Infor­ma­tis­ches Ler­nen zum Ver­ste­hen der dig­i­tal­en Medi­en­welt“, http://www.digitalisierung.education/informatisches-lernen-zum-verstehen-der-digitalen-medienwelt/
[3] Buether, Axel: Kun­st als Dialog­prozess. In: Mar­ti­na Ide et al. (Hg). Aktuelle Posi­tio­nen der Kun­st­di­dak­tik. kopaed München 2016
Buether, Axel: Wege zur kreativ­en Gestal­tung. Meth­o­d­en und Übun­gen. Leipzig 2013
[4] Buether, Axel: Die Bil­dung der räum­lich-visuellen Kom­pe­tenz. Neu­ro­bi­ol­o­gis­che Grund­la­gen für die method­is­che Förderung der anschaulichen Wahrnehmung, Vorstel­lung und Darstel­lung im Gestal­tungs- und Kom­mu­nika­tion­sprozess. Schriften­rei­he Burg Giebichen­stein Kun­sthochschule Halle, Bd. 23. Halle (Saale) 2010
[5] “In terms of time devot­ed to the arts, approx­i­mate­ly half the Euro­pean coun­tries ded­i­cate between 50 and 100 hours per year to the arts at pri­ma­ry lev­el and between 25 and 75 hours per year at low­er sec­ondary lev­el (see Chap­ter 2). At pri­ma­ry lev­el, this is cer­tain­ly less than the time allo­cat­ed to the lan­guage of instruc­tion, math­e­mat­ics or sci­ences (nat­ur­al and social sci­ences tak­en togeth­er), but the major­i­ty of coun­tries devote more time to arts edu­ca­tion than to teach­ing for­eign lan­guages or to phys­i­cal edu­ca­tion. How­ev­er, at low­er sec­ondary lev­el, the time allo­cat­ed to arts sub­jects also decreas­es in com­par­i­son to the oth­er sub­ject areas. At this lev­el, the major­i­ty of coun­tries not only devote less time to arts edu­ca­tion than to the lan­guage of instruc­tion, math­e­mat­ics, nat­ur­al and social sci­ences (tak­en togeth­er or sep­a­rate­ly), and for­eign lan­guages, but also to phys­i­cal edu­ca­tion.“ Vgl. “Arts and Cul­tur­al Edu­ca­tion at School in Europe”, Edu­ca­tion, Audio­vi­su­al and Cul­ture Exec­u­tive Agency (EACEA P9 Eury­dice) 2009, S.77. http://www.eurydice.org [24.02.2016].
[6] UNESCO/UNDP: Cre­ative Econ­o­my Report 2013: www.unesco.org/new/en/culture/themes/creativity/creative-economy-report-2013-special-edition [18.12.2015].
[7] Mon­i­tor­ing zu aus­gewählten wirtschaftlichen Eck­dat­en der Kul­tur- und Kreativwirtschaft 2013, hg. v. Bun­desmin­is­teri­um für Wirtschaft und Energie (BMWi): https://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/ [18.12.2015].

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Denkraum.Bauhaus

Welche Rel­e­vanz die Ideen die Bauhaus­es für eine zeit­gemäße ästhetis­che Bil­dung an Hochschulen, Schulen und in außer­schulis­chen kul­turellen Bil­dung­sein­rich­tun­gen haben und welche Rolle die Hochschulen, der Kun­stun­ter­richt wie außer­schulis­che Bil­dungsin­sti­tu­tio­nen als Begeg­nungsräume mit aktuellen Fra­gen und Prob­lem­la­gen sowie ihrer diskur­siv­en Ver­hand­lung in der Kun­st, in der Gestal­tung und in der Architek­tur ein­nehmen, sind Fra­gen, die den Kongress Denkraum.Bauhaus bes­tim­men sollen. Es bedarf dazu ein­er kri­tis­chen Rückschau auf die poli­tis­chen, gesellschaftlichen wie ökonomis­chen Kon­texte eben­so wie ein­er Befra­gung der Wirkung des Bauhaus­es auf unser Ver­ständ­nis von zeit­gemäßer ästhetis­ch­er Bil­dung sowie ein­er kri­tis­chen Auseinan­der­set­zung mit der aktuellen Bauhaus­rezep­tion an Hochschulen, Schulen und in außer­schulis­chen kul­turellen Bil­dungskon­tex­ten. 

Das welt­poli­tis­che Geschehen provoziert Fra­gen an eine zeit­gemäße ästhetis­che Bil­dung. Die zeit­genös­sis­che Kun­st, Gestal­tung und Architek­tur sind von diesen Prozessen unmit­tel­bar betrof­fen, da sie Auswirkun­gen nicht nur auf Inhalte, For­men und Medi­en kün­st­lerisch­er und gestal­ter­isch­er Arbeit haben, son­dern auch neue Kon­texte erschließen helfen und damit Chan­cen auf eine funk­tionale Ein­bindung bilden­der Kun­st und Gestal­tung in gesellschaftlich rel­e­vante Fragestel­lun­gen eröff­nen. Zugle­ich bedarf es aber der Befra­gung der aktuellen Prob­lem­stel­lun­gen und Her­aus­forderun­gen, auf die wir in Bil­dung­sprozessen im All­ge­meinen, im Kun­stun­ter­richt und in außer­schulis­chen Kon­tex­ten im Beson­deren Antworten geben kön­nen und müssen. Ein Diskurs über den Beitrag der Kun­sthochschulen, des Kun­stun­ter­richts und der außer­schulis­chen Bil­dungsin­sti­tu­tio­nen für eine zeit­gemäße ästhetis­che Bil­dung schließt daher zugle­ich die Frage nach der Bil­dungsver­ant­wor­tung gegenüber zukün­fti­gen Gesellschafts­gestal­tenden ein. Diese zu ver­han­deln, ist Ziel des diszi­plinüber­greifend­en Diskurs­es, der im Rah­men des Bun­deskon­gress­es der Kun­st­päd­a­gogik geführt wer­den soll. 

Der Kongress Denkraum.Bauhaus ini­ti­iert einen Raum, der getra­gen wird durch den Diskurs zwis­chen den Exper­tisen, durch die Öff­nung der Diszi­plinen und durch die Befra­gung eines zeit­gemäßen Ver­ständ­niss­es von Kun­st, Gestal­tung und Architek­tur sowie deren Ver­mit­tlung.

Fol­gende The­men­schw­er­punk­te ste­hen dabei im Mit­telpunkt:

 Kom­plex­ität erfahren

 Kom­plex­ität gestal­ten

 Mod­erne Hal­tun­gen bilden

 Mod­erne Hal­tun­gen befra­gen

 Virtuelle Real­itäten ver­ant­worten

Prof. Dr. Axel Buether „Zum Nutzen dig­i­taler Tech­nolo­gien für Umwelt und Gesellschaft – Zwis­chen Fortschritt und Ver­ant­wor­tung”

> Haupt­ge­bäude, Fak. A&U

 Öffentlichkeit und Gemein­schaft pfle­gen

 Mate­r­i­al begeg­nen

 Räume deuten

 Räume und Res­o­nanzen erzeu­gen

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01.04.19 in Wissenstransfer
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