Gestal­tung und Kom­pe­tenz­bil­dung

Wie kann der Gestaltungsprozess die Kompetenz- und Intelligenzbildung fördern?

Wir können der Begrenztheit unseres Vorstellungsvermögens nur insoweit entkommen, wie wir uns den Kommunikationsprozess mit der Umwelt für die Gehirnentwicklung nutzbar machen.

Die ver­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on leis­tet einen erheb­li­chen Teil an der Bil­dung und Wei­ter­ent­wick­lung des mensch­li­chen Vor­stel­lungs­ver­mö­gens, doch bleibt die­se Art der Kom­pe­tenz­bil­dung auf den Sprach­raum begrenzt. Dage­gen bie­tet und der Beob­ach­tungs- und Gestal­tungs­pro­zess zugleich Anlass wie Moti­va­ti­on, unse­re anschau­lich gebil­de­te Wis­sens­struk­tur zu hin­ter­fra­gen. Für den räum­lich-visu­el­len Dia­log mit der natür­li­chen und sozio­kul­tu­rel­len Umwelt müs­sen wir daher auf anschau­li­che Wei­se „lesen und schrei­ben“ ler­nen.

Der Beob­ach­tungs- und Gestal­tungs­pro­zess lässt sich als anschau­li­che Form eines gesell­schaft­li­chen und gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­den Dia­lo­ges mit dem Natur- und Kul­tur­raum ver­ste­hen, in dem wir immer wie­der neue Fra­gen stel­len und Ant­wor­ten fin­den kön­nen. Daher ist es uner­läss­lich, dass wir früh­zei­tig mit dem anschau­li­chen Ler­nen begin­nen. Wie wir das Schrei­ben nicht vor dem Lesen ler­nen kön­nen, folgt der Erwerb unse­rer anschau­li­chen Dar­stel­lungs­fer­tig­kei­ten der Bil­dung unse­rer Seh­fä­hig­keit. Erst hier­durch erwer­ben wir die not­wen­di­ge Medi­en­kom­pe­tenz für den Gebrauch der „anschau­li­chen Biblio­the­ken“ unse­rer natür­li­chen und sozio­kul­tu­rell gestal­te­ten Umwelt.

Der Gestal­tungs­pro­zess eines Wer­kes beinhal­tet für uns die Not­wen­dig­keit zum per­ma­nen­ten Per­spek­tiv­wech­sel in die Posi­ti­on des Beob­ach­ters. Der Arbeits­fort­schritt bie­tet immer wie­der Anlass für die Wei­ter­ent­wick­lung der Idee, wenn wir uns dazu Fra­gen stel­len und nach Lösun­gen suchen. Gleich­zei­tig zur Kom­pe­tenz­bil­dung för­dert der Her­stel­lungs­pro­zess unse­re Intel­li­genz­ent­wick­lung, inso­weit wir eine bewuss­te Aus­ein­an­der­set­zung mit unse­rer Absicht, unse­rem Weg und dem Resul­tat der Pro­blem­lö­sung suchen. Ent­wi­ckeln wir unse­re Ide­en und Kon­zep­te maß­geb­lich über den wort­sprach­li­chen Dia­log, dient der Her­stel­lungs­pro­zess ledig­lich unse­rer Mate­ri­al­kom­pe­tenz. Durch den Ver­zicht einer metho­di­schen För­de­rung der räum­lich-visu­el­len Kom­pe­tenz im Bil­dungs­pro­zess wer­den unse­re Mög­lich­kei­ten zur Par­ti­zi­pa­ti­on an moder­nen Gesell­schaf­ten maß­geb­lich ein­ge­schränkt. Kön­nen wir uns nicht auf anschau­li­che Wei­se ver­stän­di­gen, blei­ben wir stumm, wo immer uns die Wor­te feh­len.

Publi­ka­ti­on »Die Bil­dung der räum­lich-visu­el­len Kom­pe­tenz«

10.12.10 in Wissenstransfer
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