Ästhe­tik der Wahr­neh­mung

Wahrnehmungspsychologie für Gestalter

Wahrnehmung ist eine Erkenntnisleistung des Individuums, an der alle Sinne und Gehirn gleichermaßen beteiligt sind. Nach Rudolf Arnheim ist: „Das Sehen kein passives Aufzeichnen von Reizmaterial, sondern eine aktive Betätigung der Seele.“

Inhalt und Ziel­stel­lung

Der Wahr­neh­mungs­pro­zess beinhal­tet akti­ves Erfor­schen, Wäh­len, Erfas­sen des Wesent­li­chen, Ver­ein­fa­chen, Abs­tra­hie­ren, Ana­ly­se und Syn­the­se, Ergän­zen, Kor­ri­gie­ren, Ver­glei­chen, Auf­ga­ben lösen, Kom­bi­nie­ren, Unter­schei­den, in Zusam­men­hang brin­gen.

Alle Wahr­neh­mun­gen und Vor­stel­lun­gen unse­rer Exis­tenz in der Umwelt sind räum­lich und zeit­lich struk­tu­riert. Das ent­spricht der Natur unse­rer Sin­nes­er­fah­run­gen, die das Gehirn in einem Gedächt­nis­mo­dell der äuße­ren Welt ord­net. Es sind die erkann­ten Irr­tü­mer, Feh­ler und Miss­er­fol­ge, durch die wir ler­nen, da das Gehirn die Raum­vor­stel­lun­gen unwill­kür­lich kor­ri­giert und erwei­tert. Der Kul­tur­raum ver­mit­telt uns die Gebrauchs­an­wei­sung sei­ner Benut­zung. Wir neh­men wahr, wohin wir uns ori­en­tie­ren müs­sen, wie wir Din­ge benut­zen oder mit was wir inter­agie­ren kön­nen.

Wir wer­den uns im Rah­men des Semi­nars anhand von prak­ti­schen Bei­spie­len aus Kunst, Design und Raum­ge­stal­tung mit den mensch­li­chen Sin­nen und ihren Funk­tio­nen für die Ästhe­tik der Wahr­neh­mung aus­ein­an­der­set­zen. Die Erklä­rung der Funk­ti­ons­wei­se vom Seh­sinn, Tast­sinn, Hör­sinn, Geruchs-/Ge­schmacks­sinn, Gleich­ge­wichts­sinn und Bewe­gungs­sinn erfolgt im Hin­blick auf die Kon­se­quen­zen für alle Berei­che der Gestal­tung.

Im Semi­nar wer­den wahr­neh­mungs­psy­cho­lo­gi­sche Grund­la­gen für Gestal­ter mit Bezug auf prak­ti­sche Bei­spie­le der Bild-, Film- und Raum­ge­stal­tung ver­mit­telt.

The­men:

  1. Pro­por­ti­ons­äs­the­tik — Gleich­ge­wichts­wahr­neh­mung
  2. Mate­ri­al­äs­the­tik — Tak­ti­le Wahr­neh­mung
  3. For­m­äs­the­tik — Hap­ti­sche Wahr­neh­mung
  4. Bewe­gungs­äs­the­tik — Kin­äs­th­ti­sche Wahr­neh­mung
  5. Geruchs- und Geschmacks­äs­the­tik — Olfaktorische/gustatorische Wahr­neh­mung
  6. Far­bäs­the­tik — Visu­el­le Wahr­neh­mung
  7. Musik — audi­tive Wahr­neh­mung
  8. Syn­äs­the­sie — Mul­ti­sen­su­el­le Wahr­neh­mung
  9. Atmo­sphä­ren — Emo­tio­na­li­tät der Wahr­neh­mung
05.12.15 in Lehre
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Artikel kommentieren

Artikel der gleichen Kategorie