Gestal­tung als Dia­log­pro­zess — Metho­di­sche Ver­mitt­lung räumlich-visueller Sprachkompetenz

Vortrag 2.11.2016 in der Reihe "Kunstpädagogische Positionen" Universität zu Koeln

Jedes produktive Zusammenwirken von Menschen in modernen Gesellschaften fordert eine Vielzahl von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur verbalen und nonverbalen Kommunikation. Die Vermittlung künstlerisch-gestalterischer und kommunikativ-reflexiver Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie z.B. Bild- oder Medienkompetenz, sollte daher analog zur verbalen Sprachkompetenz erfolgen.

 

Die kogni­ti­ven und emo­tio­na­len Leis­tun­gen des mensch­li­chen Gehirns spie­geln sich im Erschei­nungs­bild des Natur– und Kul­tur­raums, des­sen gegen­wär­tige Kom­ple­xi­tät viel­fäl­tige kul­tu­rell deter­mi­nierte For­men von Ver­net­zung erfor­dert. Jedes pro­duk­tive Zusam­men­wir­ken von Men­schen in moder­nen Gesell­schaf­ten for­dert daher eine Viel­zahl von Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten zur ver­ba­len und non­ver­ba­len Kommunikation.

Die Ver­mitt­lung von kom­mu­ni­ka­ti­ven Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten bedingt die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Welt, in der wir leben. Der Mensch ist von Geburt an seh­fä­hig, doch sobald wir mehr als ein dif­fu­ses Feld aus Farbe und Licht wahr­neh­men wol­len, müs­sen wir die Erschei­nungs­welt aktiv mit allen unse­ren Sin­nen erfor­schen. In den Phä­no­me­nen zei­gen sich Natur­ge­setze, in den Kul­tur­räu­men und Arte­fak­ten Hand­lungs­kon­ven­tio­nen und Gestal­tungs­spiel­räume, inso­weit wir gelernt haben, diese in unse­ren Wahr­neh­mun­gen, Vor­stel­lun­gen, Gedan­ken und Taten zu reflektieren.

Damit wir den Kul­tur­räu­men, Arte­fak­ten und Natur­er­eig­nis­sen der Erschei­nungs­welt Sinn und Bedeu­tung zumes­sen kön­nen, müs­sen wir uns aktiv mit den Vor­stel­lun­gen, Bedürf­nis­sen und For­de­run­gen ver­gan­ge­ner und gegen­wär­ti­ger Gene­ra­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen. Inso­weit die­ser anschau­li­che Bil­dungs­pro­zess von Neu­gier, Lust und Inter­esse geprägt ist, ver­an­kern sich die von vie­len Gene­ra­tio­nen ent­deck­ten, erforsch­ten und in vie­ler­lei Form doku­men­tier­ten Ideen nach­hal­tig im Gedächt­nis und geben Antrieb zur ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Fort­ent­wick­lung und krea­ti­ven Umge­stal­tung von Gesellschaft.

Dar­aus folgt die For­de­rung, dass die Par­ti­zi­pa­tion des Men­schen an moder­nen Gesell­schaf­ten nicht allein durch das Wort, son­dern glei­cher­ma­ßen auch durch die ganz­heit­li­che Bil­dung der anschau­li­chen Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit, des Vor­stel­lungs­ver­mö­gens und der Dar­stel­lungs­fer­tig­kei­ten erfol­gen muss. Zur Frage nach den „Wie“ werde ich im Rah­men mei­nes Vor­tra­ges einen erfolg­reich in der Pra­xis erprob­ten Vor­schlag unter­brei­ten, nach dem die Ver­mitt­lung künstlerisch-gestalterischer und kommunikativ-reflexiver Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten, wie z.B. Bild– oder Medi­en­kom­pe­tenz, ana­log zur ver­ba­len Sprach­kom­pe­tenz erfol­gen kann.

Vor­trags­reihe »Kunst­päd­ago­gi­sche Posi­tio­nen»
Insti­tut für Kunst und Kunst­theo­rie
Human­wis­sen­schaft­li­che Fakul­tät
Uni­ver­si­tät zu Köln

Link zur Vortragsankündigung

25.10.16 in Wissenstransfer
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