Gestal­tung als Bil­dungs­pro­zess

Vortrag "Aktuelle Positionen der Kunstdidaktik" Christian-Albrecht-Universität zu Kiel

Methodische Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur visuellen Wahrnehmung, Kommunikation und Gestaltung

 

Die kogni­ti­ven und emo­tio­na­len Leis­tun­gen des mensch­li­chen Gehirns spie­geln sich im Erschei­nungs­bild des Natur- und Kul­tur­raums, des­sen gegen­wär­ti­ge Kom­ple­xi­tät viel­fäl­ti­ge kul­tu­rell deter­mi­nier­te For­men von Ver­net­zung erfor­dert. Jedes pro­duk­ti­ve Zusam­men­wir­ken von Men­schen in moder­nen Gesell­schaf­ten for­dert daher eine Viel­zahl von Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten zur ver­ba­len und non­ver­ba­len Kom­mu­ni­ka­ti­on.
Die Ver­mitt­lung von kom­mu­ni­ka­ti­ven Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten bedingt die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Welt, in der wir leben. Der Mensch ist von Geburt an seh­fä­hig, doch sobald wir mehr als ein dif­fu­ses Feld aus Far­be und Licht wahr­neh­men wol­len, müs­sen wir die Erschei­nungs­welt aktiv mit allen unse­ren Sin­nen erfor­schen. In den Phä­no­me­nen zei­gen sich Natur­ge­set­ze, in den Kul­tur­räu­men und Arte­fak­ten Hand­lungs­kon­ven­tio­nen und Gestal­tungs­spiel­räu­me, inso­weit wir gelernt haben, die­se in unse­ren Wahr­neh­mun­gen, Vor­stel­lun­gen, Gedan­ken und Taten zu reflek­tie­ren.
Damit wir den Kul­tur­räu­men, Arte­fak­ten und Natur­er­eig­nis­sen der Erschei­nungs­welt Sinn und Bedeu­tung zumes­sen kön­nen, müs­sen wir uns aktiv mit den Vor­stel­lun­gen, Bedürf­nis­sen und For­de­run­gen ver­gan­ge­ner und gegen­wär­ti­ger Gene­ra­tio­nen aus­ein­an­der­set­zen. Inso­weit die­ser anschau­li­che Bil­dungs­pro­zess von Neu­gier, Lust und Inter­es­se geprägt ist, ver­an­kern sich die von vie­len Gene­ra­tio­nen ent­deck­ten, erforsch­ten und in vie­ler­lei Form doku­men­tier­ten Ide­en nach­hal­tig im Gedächt­nis und geben Antrieb zur ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Fort­ent­wick­lung und krea­ti­ven Umge­stal­tung von Gesell­schaft.
Dar­aus folgt die For­de­rung, dass die Par­ti­zi­pa­ti­on des Men­schen an moder­nen Gesell­schaf­ten nicht allein durch das Wort, son­dern glei­cher­ma­ßen auch durch die ganz­heit­li­che Bil­dung der anschau­li­chen Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit, des Vor­stel­lungs­ver­mö­gens und der Dar­stel­lungs­fer­tig­kei­ten erfol­gen muss. Zur Fra­ge nach den „Wie“ wer­de ich im Rah­men mei­nes Vor­tra­ges einen erfolg­reich in der Pra­xis erprob­ten Vor­schlag unter­brei­ten, nach dem die Ver­mitt­lung künst­le­risch-gestal­te­ri­scher und kom­mu­ni­ka­tiv-refle­xi­ver Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten, wie z.B. Bild- oder Medi­en­kom­pe­tenz, ana­log zur ver­ba­len Sprach­kom­pe­tenz erfol­gen kann.

 

Wann und Wo

12. Juni 2015 14:00 — 21:00 Uhr

Foy­er Hör­saal A

Kunst­his­to­ri­sches Insti­tut der CAU Kiel
Wil­helm-See­lig-Platz 2
(Zugang auch über den West­ring, Ein­gang neben West­ring 425)
24118 Kiel

Pro­gramm

ab 13:00 h Ankom­men, Kaf­fee

14:00 h Begrüßung Prof. Dr. Chris­toph Jobst, Einführung Prof. Dr. Klaus Gere­on Beu­ckers

14:30 h So oder so: Bild stict Kunst. Ori­en­tie­rung in der visu­el­len Kul­tur.
Univ. Prof. Franz Bill­may­er, Uni­ver­si­tät Mozar­te­um Salz­burg

15:30 h Was heißt: Sich ein Bild machen? Zu den Grund­la­gen der Kunst­päd­ago­gik.
Prof. Dr. Hub­tert Sowa, PH Lud­wigs­burg, Uni­ver­si­ty of Edu­ca­ti­on

16:30 h Hier läuft kei­ne Aus­stel­lung oder: Immer an der Wand lang.
Dr. Annett Reckert, Städ­ti­sche Gale­rie Del­men­horst

17:30 h Kaf­fee­pau­se

18:00 h Media­le Über­set­zun­gen — Kunst­päd­ago­gik und digi­ta­ler Wan­del
Prof. Dr. Sara Burk­hardt, Burg Gie­bichen­stein Kunst­hoch­schu­le Hal­le

19:00 h Gestal­tung als Bil­dungs­pro­zess
Prof. Dr. Axel Bue­ther, Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät Wup­per­tal

20:00 h Selbst gestal­ten statt fremd­be­stimmt — Aspek­te zur Design­di­dak­tik
Dr. Roland Meinel, Uni­ver­si­tät Leip­zig

21:00 h Ende der Ver­an­stal­tung

Eine Anmel­dung zur Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist nicht erfor­der­lich.

Link zum Ver­an­stal­ter: Kunst­his­to­ri­sches Insti­tut der Chris­ti­an-Albrecht-Uni­ver­si­tät zu Kiel

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25.05.15 in Wissenstransfer
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