Nicht jeder Mensch braucht die­sel­ben Far­ben

Interview Zeitschrift MODULOR (Schweiz) Ausgabe 1/15 FARBEN

Die tieferen Zusammenhänge und Bedeutungen von Farbe sind für uns noch immer unergründlich. Wer sich jedoch traut, in die energetischen Erklärungsmuster von Farbe einzudringen, kann sehr viel Spannendes über sie lernen und sie aktiv und gezielt einsetzen, statt ihren Wirkungen nur unbewusst ausgesetzt zu sein.

Farb­stra­te­gi­en in der Archi­tek­tur

Archi­tekt und Phi­lo­soph Axel Bue­ther im Gespräch

Aus­zug Inter­view

Krie­gen Archi­tek­ten in der Aus­bil­dung zu wenig mit über Far­be?
Frü­her genoss das Far­ben­stu­di­um in der Aus­bil­dung einen gros­sen Stel­len­wert. Mit Ein­zug der Moder­ne und den weis­sen Bau­ten ging die Bedeu­tung in der Aus­bil­dung aber zurück. Mei­ne The­se ist, dass man mit dem Ein­satz von Far­be als Gestal­tungs­mit­tel in dem Moment auf­ge­hört hat, als man sie als Orna­ment inden­ti­fi­zier­te und mit ande­ren Din­gen „über Bord“ kipp­te.

Wann kam die­ser Bruch?
In der Moder­ne mach­te man zwi­schen Far­be und Form kei­nen Unter­schied, die waren gekop­pelt. Man mach­te kei­ne Form­ent­schei­dung, ohne sich nicht zu über­le­gen, wel­che Far­big­keit und wel­che Belich­tung das Objekt haben soll­te.  Das ist irgend­wann ver­lo­ren­ge­gan­gen. Ich ken­ne das vor allem aus deut­schen Archi­tek­tur­aus­bil­dungs­stät­ten. Da wird zuerst der Ent­wurf gemacht und hin­ter­her über­legt man sich, wel­che Far­big­keit pas­sen wür­de. Es wäre auch mein Plä­doy­er, dass man sich schon früh im Ent­wurfs­sta­di­um über­legt, wel­che Far­big­keit und wel­che Belich­tung die Räu­me haben sol­len.

Wor­an sol­len sich Archi­tek­ten bezüg­lich der Farb­ge­bung ihrer Bau­ten ori­en­tie­ren?
Ich emp­feh­le immer, sich an der Lokal­far­big­keit zu ori­en­tie­ren. Genau­so wie man die gewach­se­ne For­men­spra­che einer Umge­bung unter­sucht, soll­te man die gewach­se­ne Far­big­keit eines Bau­or­tes ken­nen. Dann kann man sich über­le­gen, in der Far­big­keit behut­sam wei­ter­zu­ge­hen oder sich auf die vor­han­de­nen Far­ben zu besin­nen. In jedem Fall soll­te sich ein Gestal­ter sehr bewusst mit den Wir­kun­gen von Far­ben im Raum aus­ein­an­der­set­zen, die sowohl Ori­en­tie­rung und Iden­ti­tät, als auch Brü­che und Stö­run­gen im Stadt­bild ver­mit­teln kön­nen.

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04.03.15 in Wissenstransfer
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