Farben und Gesundheit

Interview Zeitschrift medAmbiente 1 · 2015

Matthias Erler von medAmbiente sprach in seinem zweiteiligen Interview mit Axel Buether über den Stand der Forschung und über Konsequenzen für die Gestaltung von Raumatmosphären mit Farbe und Licht – insbesondere im Pflegebereich.

 

Herr Prof. Buether, es gab Zeit­en, in denen die wis­senschaftliche Unter­suchung der Far­ben die Großen unter den Gelehrten beschäftigten: Als New­ton das Licht mit Lin­sen in einzelne Far­ben zer­legte und hin­ter­her wieder zur anfänglichen Far­blosigkeit zusam­men­fügte, stachelte das Goethe zur Far­ben­lehre an – warum ist das noch heute ein wichtiges Forschungs­the­ma?

Axel Buether: Dieses Wech­sel­spiel zwis­chen Natur- und Geis­teswis­senschaft ist sog­ar noch älter. New­ton war es, der das Prob­lem zu einem solchen der Physik und Optik machte. Goethe betra­chtete es eher psy­chol­o­gisch. Mit sein­er sinnlich-sit­tlichen Far­ben­lehre hat er die Grund­lage der Psy­cholo­gie der Far­ben geschaf­fen, die noch heute für uns inter­es­sant ist. Und noch heute beschäftigt die Farbe alle wis­senschaftlichen Bere­iche von Chemie, Biolo­gie und Physik bis Philoso­phie und Wahrnehmungspsy­cholo­gie. Goethe lag, was Let­ztere bet­rifft, dur­chaus richtig. Farbe hat Bedeu­tung für alle Per­spek­tiv­en des Men­sch­seins. Sie macht Welt erfahrbar und zugänglich. Wir kom­men ihr deshalb mit Mit­teln der empirischen Wis­senschaft, aber auch durch intro­spek­tive Betra­ch­tung auf die Spur. Ein ewiges Prob­lem bis heute ist die Frage, ob Far­ben sekundäre oder primäre Eigen­schaften der Umwelt sind.
Die Natur­wis­senschaft sagt uns, dass Materie und Energie primäre Eigen­schaften der Umwelt sind – und Far­ben sind eher nur im Gehirn auftre­tende Wellen­län­gen. Wichtig ist aber, dass die Farbe ein zen­trales Medi­um zum Ver­ste­hen, Wahrnehmen und Gestal­ten darstellt. Sie hat damit die gle­iche Bedeu­tung wie die Sprache. Anders gewen­det, Farbe ist eine kul­turell weit­er­en­twick­elte Bilder­sprache. Das heißt, wir bewohnen die Welt nicht mehr nur wie Tiere und Pflanzen, son­dern gestal­ten unseren Kul­tur­raum zudem durch visuelle Zeichen­sys­teme. Nicht tast­bare For­men, son­dern die in großer Ferne erkennbaren far­blichen Codierun­gen schaf­fen Ori­en­tierung im Stad­traum. For­men gle­ich­er Farbe ver­schmelzen vor unseren Augen zu undefinier­baren Massen. Kör­p­er zeich­nen sich erst dann vor ihrem Hin­ter­grund ab und ver­mit­teln uns Bedeu­tung, wenn sie far­blich kon­trastieren: Haben wir ein Gebäude, einen Ein­gang vor uns? Ist es ein öffentlich­es oder pri­vates Gebäude? Was zunächst nur ein Farb­sig­nal auf der Net­zhaut ist, organ­isiert sich in For­men und Bewe­gun­gen, in Sym­bole, die wir erst über die Farbe wahrnehmen. Das Farb­se­hen ist also wichtiger für uns als alles Anfassen, Riechen oder Leck­en. Für das Ver­ständ­nis der hohen Bedeu­tung der Farbe für unsere Wahrnehmung war Goethe ein Pio­nier – die psy­chol­o­gis­che Seite sein­er Far­ben­lehre ist sein Ver­mächt­nis.

Heute, mehr als 300 Jahre nach New­tons Pris­men-Exper­i­menten, die Goethe wie rein­ste Licht-Folter vorka­men, sind wir weniger zim­per­lich. Wir nutzen mod­erne natur­wis­senschaftliche, z. B. neu­rowis­senschaftliche Meth­o­d­en. Wie und was erforscht man heute eigentlich mit diesen Mit­teln?

Axel Buether: Die sys­tem­a­tis­che Annäherung an die Farb­wahrnehmung fing mit einem bes­timmten Ver­ständ­nis des Lichts an. Anfangs gab es die Vorstel­lung, wir hät­ten ein Abbild der Natur auf unser­er Net­zhaut – das ist wider­legt. Unsere Augen haben ein ganz kleines Zen­trum, die Fovea Cen­tralis, das wie ein Trichter aufge­baut ist. Darin konzen­tri­eren sich die Sehzellen, ins­beson­dere sämtliche Far­bzapfen, von denen es die drei Sorten gibt – empfind­lich für den Rot-, Grün- und Blauan­teil. Und mit diesen, allein im Zen­trum liegen­den Far­bzapfen sehen wir die Welt. Die Augen bewe­gen sich dazu die ganze Zeit. Und inner­halb von nur 2 Grad dieses Gesichts­feldes kön­nen wir scharf und voll­far­big sehen. Ins­ge­samt umfasst das Gesichts­feld 180 Grad – dafür kön­nen wir unseren Nack­en um 45 Grad drehen. Bewusst kön­nen wir 60 Grad wahrnehmen. Die Periph­erie nehmen wir unbe­wusst und gefühlsmäßig wahr. Aber wenn wir dort etwas sehen wollen, müssen wir uns umdrehen. Wir sehen mit anderen Worten nur das, was uns inter­essiert – und hier wer­den die Far­ben wichtig. Wie wichtig sie sind, zeigt eines der Ergeb­nisse der jüngeren Forschung: Die Ver­fol­gung von Daten­strö­men im Gehirn zeigt, dass von der Ver­ar­beitung von Farb­sig­nalen 60 % des Gehirns beansprucht wer­den.

Was bedeutet das eigentlich für Farbenblinde?

 

Axel Buether: Wer far­ben­blind ist, sieht deswe­gen nicht etwa nichts, son­dern er hat nur ein Bild mit weniger Infor­ma­tio­nen. Zum Ver­ständ­nis: Wir haben 6 Mil­lio­nen Zapfen und 120 Mil­lio­nen Stäbchen in der Net­zhaut. Daraus leit­en manche immer noch ab, Let­ztere seien wichtiger. Sie sind lichtempfind­lich – aber am Tag kaum wichtig, nur in der Däm­merung und in der Nacht liefern sie Graustufen. Am Tag nutzen wir nur noch die Zapfen, die Stäbchen sind kaum noch aktiv. Reine „Schwarz-Weiß-Bilder“ gehören den Phasen der Däm­merung und Nacht an, wohinge­gen sich die Bilder des Tages aus vie­len Mil­lio­nen Farbtö­nen zusam­menset­zen. Weiß und Grau sehen wir, wenn alle drei Zapfen­typen gle­icher­maßen erregt sind, weshalb wir am Tag stets far­big getönte Weiß-, Grautöne wahrnehmen. Der Ein­druck von Schwarz entste­ht durch die Abwe­sen­heit von Licht oder das Fehlen von Aktiv­itäten in der Net­zhaut unsr­er Augen. Schwarz erscheinen uns die Kör­p­er, welche das Licht voll­ständig absorbieren. Die meis­ten Schwarztöne bilden sich durch starke Hel­ligkeit­skon­traste, vor allem in den Schat­ten­zo­nen von Kör­pern und Räu­men. Die Zapfen des Far­ben­blind­en kön­nen Farb­sig­nale nicht emp­fan­gen oder weit­er­ver­ar­beit­en. Der far­blose Raum ver­liert stark an Tiefe, Auflö­sung und Detail­re­ich­tum. Bei der Ver­rech­nung des Ver­hält­niss­es der Wellen­län­gen Rot (lang), Grün (mit­tel), Blau (kurz) entste­ht eine expo­nen­tiell erhöhte Rau­mau­flö­sung, da jed­er Pix­elpunkt im Bild nicht nur durch Hel­ligkeitsab­stu­fun­gen, son­dern zudem auch noch durch Bunt­far­ben unter­schieden wer­den kann. Aus dem Spek­trum des Son­nen- oder Kun­stlichts kön­nen so weit mehr Infor­ma­tio­nen abgeleit­et wer­den – das ist die Farbe. Ganz ohne Far­ben kön­nten wir uns schlechter ori­en­tieren, Gegen­stände sind weniger voneinan­der abgrenzbar – und auch die Möglichkeit­en zur visuellen Kom­mu­nika­tion, zur Ver­mit­tlung von Gedanken und Emo­tio­nen und Iden­tität ver­ringern sich maßge­blich. Dafür ist die Farbe da: Ori­en­tierung, Iden­tität, Bedeu­tun­gen und Emo­tio­nen erken­nen, sich wohlfühlen in der Welt.

Für die Gestal­tung von Räu­men kann man dem­nach die Rolle der Farbe gar nicht über­schätzen?

Axel Buether: Unser gesamtes Sehen mith­il­fe der 6 Mil­lio­nen Zapfen basiert auf ein­er Mis­chung von Bunt­far­ben und Grautö­nen in hun­dert­tausend­fachen Nuan­cen. Das hat in der Tat Kon­se­quen­zen für die Gestal­tung unser­er Umwelt. Selb­st die bei Architek­ten vielfach zu beobach­t­ende Beschränkung auf reines Weiß ver­mei­det nicht die Auseinan­der­set­zung mit Farbe. Denn es gibt sehr viele erhe­blich voneinan­der abwe­ichende, kalte bis warme Weißtöne. In einem Exper­i­ment haben wir ein­mal 60 ver­schiedene Weiß­ton­nu­an­cen unter­schieden. Die Far­bqual­ität entschei­det sich am Bun­tan­teil, auch Glanz, Tiefe, Inten­sität und Struk­tur der Farbe spie­len eine weit größere Rolle, als bish­er angenom­men. Es gibt immer far­bliche Nuan­cen – und damit muss man sich bei der Raumgestal­tung auseinan­der­set­zen. Das gilt für alle zu kaufend­en Far­ben und Leucht­mit­tel. Wand­farbe und Beleuch­tung wirken zusam­men auf den Wärme­haushalt des Men­schen und kön­nen Wohlbefind­en oder auch ein Frösteln im Raum bewirken. Diese Unter­schiede kön­nen bis zu 4 Grad Cel­sius bedeuten. Mit war­men Far­ben und warmer Beleuch­tung kann man also ohne Weit­eres zu ein­er Erspar­nis bei den Heizkosten beitra­gen.

Was gehört noch zu den Erken­nt­nis­sen, auf die man dank neu­rowis­senschaftlich­er Forschung in jün­ger­er Zeit gekom­men ist?

Axel Buether: Wichtig ist die Erken­nt­nis, dass Farbe nicht nur Bildmedi­um ist, son­dern direkt und unwillkür­lich auf den Kör­p­er wirkt. Es verän­dert beispiel­sweise unsere Stof­fwech­selvorgänge und unsere Hor­mone. Das wird schon durch die Beobach­tung plau­si­bel, dass wir, wenn es mor­gens trübe ist, nicht in Schwung kom­men und es uns an Moti­va­tion fehlt. Deshalb soll­ten wir übri­gens auch in der dun­kleren Jahreszeit tägliche Spaziergänge ein­pla­nen. Auch im Win­ter ist das Licht draußen mehrere Tausend mal stärk­er als drin­nen. Son­nen­licht brauchen wir zur Moti­va­tion, für den Stof­fwech­sel und für den Appetit. Über­all wo wir aktiv sind, wo wir essen und wo es um zwis­chen­men­schliche Kom­mu­nika­tion geht, soll­ten wir direk­tes Son­nen­licht oder Kun­stlicht mit einem son­nenähn­lichen, also voll­far­bigen Spek­trum ein­set­zen. Son­nen­licht motiviert unseren Hand­lungs­drang. Zu wenig Tages­licht, wie auch Kun­stlicht mit einem reduzierten Farb­spek­trum, ver­ringert unsere Moti­va­tion, hemmt wichtige Kör­per­funk­tio­nen und Aktiv­itäten, fördert neg­a­tive Stim­mungen oder gar Depres­sio­nen. Farbe und Licht wirken unwillkür­lich, automa­tisch und unbe­wusst auf unseren Kör­perzu­s­tand – wir müssen dafür nur die Bedin­gun­gen schaf­fen.

… ger­ade in Pflege­heimen?

Axel Buether: In Pflege­heimen kön­nen wir so dafür sor­gen, dass wir erhe­blich mehr vom Lebens­abend haben und länger und gesün­der leben. Bei der Pla­nung des Pflege­heims sollte man bezüglich Farb- und Licht­gestal­tung nach der konkreten Raum­nutzung dif­feren­zieren – hier ist das Brief­ing im Vor­feld sehr wichtig. Sport, Essen, Arbeit­en, Kom­mu­nika­tion braucht Hel­ligkeit. Rück­zug und Gemütlichkeit ver­lan­gen anderes far­biges Licht. Es ist also nicht getan damit, ein­fach alles „hell und fre­undlich“ zu gestal­ten – wir brauchen auch küh­lere oder dun­klere Zonen.

Licht und Farbe sind gewis­ser­maßen zwei Seit­en ein­er Medaille, schreiben Sie in Ihrem Buch „Farbe. Entwurf­s­grund­la­gen, Pla­nungsstrate­gien, visuelle Kom­mu­nika­tion“. Wie ist das Ver­hält­nis zwis­chen den bei­den – und was kann das prak­tisch für den Gestal­ter bedeuten?

Axel Buether: Die Lichtquelle – sei das die Sonne oder eine kün­stliche Quelle – sendet Licht aus, welch­es uns direkt oder als ambi­entes Licht erre­icht. Teils fällt die Strahlung direkt auf unsere Augen – und es gibt die Strahlung, die von der Quelle auf Ober­flächen fällt und teils absorbiert, teils reflek­tiert wird. Jet­zt kommt das Gehirn ins Spiel und der Effekt der soge­nan­nten Far­bkon­stanz: Es wird ein Weißab­gle­ich vorgenom­men – vom Weiß der Lichtquelle aus errech­net sich die Far­bigkeit. Über die Ober­flächen in der Umge­bung entste­ht auf diese Weise Kör­per­farbe, und über das direkt auf das Auge fal­l­ende Licht entste­ht Licht­farbe. Die Far­ben entste­hen jet­zt dadurch, dass ein Teil in Wärme umge­wan­delt wird – Schwarz absorbiert kein Licht. Und bei den Bunt­far­ben wird ein Teil des Spek­trums absorbiert und Grün, Rot und Blau in einem gewis­sen Ver­hält­nis geschluckt und in Wärme umge­wan­delt wird. So entste­ht z. B. das Grün der Pflanzen: Das kurz- und lang­wellige Licht wird gebraucht, das mit­tel­wellige Licht wird nicht benötigt und reflek­tiert, wodurch uns Pflanzen grün erscheinen. Wir sehen also das Spek­trum der Licht­en­ergie, was die Pflanze nicht ver­w­erten kann. Wenn ich nun die Qual­ität des Lichts ändere, ändert sich automa­tisch auch die Qual­ität der Kör­per­far­ben: Alle Far­ben im Raum ändern sich. Durch warmweiße Leucht­mit­tel ver­schieben sich die Far­ben in den rötlichen Bere­ich. Bei neonkalten oder Energies­par-Leucht­en ver­schieben sich die Far­ben in den blauen, kühlen Bere­ich. Licht und Farbe müssen daher immer zusam­men gese­hen wer­den. Sie sind tat­säch­lich zwei Seit­en ein­er Medaille – oder anders for­muliert: Farbe leuchtet, und Licht färbt.

Herr Buether, lassen Sie uns noch etwas stärk­er besprechen, welche Bedeu­tung Far­ben oder bes­timmte Far­bzusam­men­stel­lun­gen auf uns per­sön­lich haben. Wir tra­gen offen­bar so etwas wie eine Farb­herkun­ft mit uns. Erben wir das Farbe­mpfind­en also qua­si wie Glatzen und Leber­fleck­en? Und wie äußert sich diese Farb­herkun­ft – was ändert sie an der Wirkung von Far­ben?

Axel Buether: Jed­er Men­sch hat eine Farb­heimat. Hin­ter­grund dafür sind sicher­lich genetis­che Anla­gen – allerd­ings hat die eigentliche Bedeu­tung von Far­ben für uns, ob Far­ben uns wohl- oder unwohlfühlen lassen, eher mit unserem per­sön­lichen Erleben zu tun. Die Far­ben unser­er Kind­heit, der Region, aus der wir stam­men, die damit ver­bun­dene Natur etwa. Es spielt eine Rolle, ob wir zum Beispiel aus einem Tal mit lan­gen Win­tern kom­men oder in der Stadt oder am Meer aufgewach­sen sind. Daraus ergeben sich bes­timmte Bedürfnisse, ein bes­timmtes Freizeitver­hal­ten. Man bevorzugt dann auch später die damit ver­bun­de­nen Licht­stim­mungen. Diese per­sön­lichen Bedürfnisse nen­nen wir Farbpräferen­zen. Sie spiegeln sich in unser­er Klei­dung, unseren Gebrauchs­ge­gen­stän­den, unseren Wohn- und Arbeitswel­ten. Wenn wir im Alter aus unser­er gewach­se­nen Farb­heimat geris­sen wer­den, etwa durch einen Umzug von der Pri­vat­woh­nung in ein Alters- oder Pflege­heim, fühlen wir uns fremd und unwohl, neigen stärk­er zu Depres­sio­nen und kön­nen Erkrankun­gen weniger ent­ge­genset­zen. Die Ori­en­tierung der Far­bgestal­tung an den Farbpräferen­zen der Ziel­gruppe, zu der die Auswahl aller Mate­ri­alien wie auch die Pla­nung der Beleuch­tung mit natür­lichem und kün­stlichen Licht zählen, ist daher eine zen­trale Auf­gabe von Architek­tur und Innenar­chitek­tur.

Das spricht für eine region­al geprägte Gestal­tung von Pflege und Seniorenein­rich­tun­gen …

Axel Buether: Ja. Es ist nicht egal, ob ein Pflege­heim in Ham­burg oder in München ste­ht. Wichtig ist auch hier zu prüfen, wer Räume nutzen soll, wo er herkommt und wie seine Farb­heimat aussieht. Das ist vor allem dort wichtig, wo Senioren in fer­tig möblierte Räume ziehen, die man nicht ohne Weit­eres anpassen kann. Auch wenn die Bewohn­er aus ver­schiede­nen Gegen­den kom­men, ist es wichtig, auf diese Zusam­men­hänge Rück­sicht zu nehmen. Das bedeutet nicht, in Folk­lore ver­haftet zu bleiben. Die Auf­gabe an eine pro­gres­sive Architek­tur beste­ht hier darin, die Farbpräferen­zen und Farb­heimat der Ziel­gruppe zu erken­nen und auf dieser Basis eine zeit­gemäße Umge­bung zu gestal­ten, in der sich alte und kranke Men­schen wohlfühlen kön­nen. Zwis­chen Farb­heimat und Mod­erne muss kein Wider­spruch beste­hen, wie viele hochgelobte und oft pub­lizierte Bauw­erke beweisen, bei denen das „Gestal­ten von Atmo­sphären“ im Mit­telpunkt ste­ht. Tra­di­tionelle Mate­ri­alien wie Hölz­er, Natursteine, Tex­tilien oder min­er­alis­che Farbtöne kön­nen in neuer Form ver­baut wer­den. Der Ein­satz neuer Mate­ri­alien kann zur Weit­er­en­twick­lung tradiert­er Far­ben­sprachen genutzt wer­den. Die Farb­heimat ist der Aus­gangspunkt – der zeit­gemäße Umgang damit die Her­aus­forderung.

Link zum zweit­en Teil des Inter­views

 Link Zeit­schrift medAm­bi­ente

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15.06.16 in Wissenstransfer
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