Farben – Warum wir die Welt bunt sehen

BR Fernsehsendung "Planet Wissen" 20.05.2019

Farbe ist ein Phänomen und zugleich Medium der visuellen Wahrnehmung und Kommunikation. Als Phänomen prägt sie das anschauliche Erlebnis des menschlichen Seins in der Umwelt, während sie als Medium auf inhaltliche Bedeutungen, emotionale Stimmungen und funktionale Zusammenhänge verweist.

 

Link Fernse­hbeitrag Bay­erisch­er Rund­funk Plan­et Wis­sen

Sobald der Men­sch seine Augen öffnet, treten die etwa 120 bis 250 Mil­lio­nen Sehzellen bei­der Augen in per­ma­nen­ten Infor­ma­tion­saus­tausch mit der Umwelt. Nicht ein­mal fünf Prozent kön­nen das Spek­trum des Lichts in Farb­sig­nale ver­wan­deln, und den­noch bes­tim­men diese die Form der visuellen Wahrnehmung. Dass der Men­sch im gesamten Blick­feld den­noch eine far­bige, scharf kon­turi­erte Umwelt sieht, fol­gt aus den Ver­ar­beitung­sprozessen im Gehirn, deren Ver­ständ­nis für die Erk­lärung von visueller Wahrnehmung und Kom­mu­nika­tion unverzicht­bar ist.

Im Wahrnehmung­sprozess stellt der Betra­chter durch seine Blick­be­we­gun­gen Fra­gen an das far­bige Erschei­n­ungs­bild der Umwelt und sucht hier­durch zugle­ich nach Antworten. Über Blick­gesten fragt ein Betra­chter, um was es sich han­delt, wo etwas ist, woher etwas kommt und wohin es gehen wird, was etwas getan hat, tut und tun wird. Dieser Frage- und Antwort­prozess bes­timmt die Gegen­stands­bil­dung im Prozess der visuellen Wahrnehmung.

Was nicht hin­ter­fragt wird, ob über Worte, Blicke oder bild­ner­ische Darstel­lun­gen, bleibt im Hin­ter­grund der Wahrnehmung und wird nicht gese­hen. Dieser Sachver­halt gilt für die bildende Kun­st, die längst eine pro­fes­sionelle Ver­mit­tlung betreibt, wie für die Wahrnehmung des architek­tonis­chen Raums. Sinn und Bedeu­tung von Räu­men, Bildern und Tex­ten sind durch die Exis­tenz eines kul­turell deter­minierten Sprachraums objek­tiv vorhan­den und müssen den­noch sub­jek­tiv erschlossen wer­den. Der Umfang, die inhaltliche Qual­ität und die Bew­er­tung der Antworten wer­den durch das Aufmerk­samkeitsver­hal­ten und die Vor­erfahrun­gen des Betra­chters bes­timmt.

21.05.19 in Wissenstransfer
Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Kommentarfunktion wurde deaktiviert

Artikel der gleichen Kategorie