Intelligenz und Kompetenz der Wahrnehmung

Warum können wir Intelligenz nur über Wahrnehmungskompetenzen fördern?

Umso mehr wir uns spezialisieren, je hilfloser stehen wir neuen und ungewohnten Herausforderungen gegenüber. Unser Gehirn besitzt genau die Aufnahmekapazität und Flexibilität, die wir zuvor von uns selbst abgefordert haben.

Die Intel­li­genz beze­ich­net den Entwick­lungs­stand der all­ge­meinen Leis­tungs­dis­po­si­tio­nen unseres Gehirns, die es uns ermöglichen, aus Erfahrun­gen zu ler­nen und erfol­gre­ich zu han­deln. Für die Lösung der ständig wech­sel­nden Prob­lem­stel­lun­gen unser­er Leben­sumwelt brauchen wir spez­i­fis­che sowie all­ge­meine Lösungsstrate­gien. Was uns zu Experten macht, dient nicht automa­tisch unser­er Intel­li­gen­zen­twick­lung. Diese steigt in dem Maß, wie wir ler­nen, unsere anwen­dungs­be­zo­ge­nen Kom­pe­ten­zen auf andere Denk- und Hand­lungs­felder zu über­tra­gen. Durch eine Fix­ierung des Bil­dung­sprozess­es auf wenige fach­spez­i­fis­che Schlüs­selkom­pe­ten­zen ver­nach­läs­si­gen wir dage­gen eine über­lebenswichtig­ste Leis­tung unseres Gehirns. Die Plas­tiz­ität unser­er Gehirn­funk­tio­nen dient der Anpas­sung an Verän­derun­gen der Umweltbe­din­gun­gen.

Sobald wir auss­chließlich das tun, was wir gewohnt sind und gut kön­nen, arbeit­et unser Gehirn effizient und stag­niert zugle­ich in sein­er Entwick­lung. Die Her­aus­forderung oder Notwendigkeit zur Anpas­sung an neue Leis­tungsan­forderun­gen fehlt. Sobald wir mit unge­wohn­ten Prob­lem­stel­lun­gen kon­fron­tiert sind, brauchen wir unsere kreative, ana­lytis­che und prak­tis­che Intel­li­genz. Ohne die per­ma­nente Forderung dieser drei Strate­gien zur Nutzung unser­er all­ge­meinen Gehirn­leis­tun­gen, schöpfen wir unser Denk- und Hand­lungspo­ten­tial nicht effek­tiv aus.

Mod­erne Gesellschaften zeich­nen sich durch den beständi­gen Wan­del der Kom­mu­nika­tions­be­din­gun­gen aus, was hohe Anforderun­gen an unsere Intel­li­gen­zen­twick­lung stellt. Durch die ver­bale und anschauliche Bil­dung unser­er Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en zur Erken­nt­nis- und Ver­ständ­nis- sowie Prob­lem­lö­sung und Ver­mit­tlung fördern wir gle­icher­maßen unsere Kom­pe­tenz- und Intel­li­gen­zen­twick­lung. Es ist daher unab­d­ing­bar, dass wir den Fokus der Bil­dung auf den Denk- und Hand­lung­sprozess leg­en. Das Ergeb­nis dage­gen trägt nur insoweit etwas zum eige­nen Bil­dung­sprozess bei, wie es uns und unseren Lehrern Anlass zur Reflex­ion des gegan­genen Weges bietet. Noch effek­tiv­er wird der Lern­prozess in Grup­pen, soweit alle Teil­nehmer am Ver­gle­ich der Lösun­gen, Fehler und Strate­gien der Anderen par­tizip­ieren.

Pub­lika­tion “Die Bil­dung der räum­lich-visuellen Kom­pe­tenz”

22.12.10 in Wissenstransfer
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