Design­rhe­to­rik — Die Spra­che der Din­ge ver­ste­hen und gestal­ten ler­nen

Vortrag Symposium "Bildungsperspektive Design" 01.- 02.07.2016 Universität Vechta

„Am besten lässt sich das vielleicht so beschreiben, dass für mich der Versuch zu sehen so ist, als müsste ich eine fremde Sprache lernen.“ (Der ehemals blinde M. May, nach seiner Augenoperation über das Sehen) Der Vortrag zur Designrhetorik zeigt Methoden inhaltlich überzeugender und emotional erfolgreicher Gestaltung und eröffnet Wege zur Sprache der Bilder, Dinge und Räume.

Design­päd­ago­gi­sche Sym­po­si­en »2016 dpi«

Unter dem Namen „2016 dpi“ fin­det im Jahr 2016  zum drit­ten Mal ein design­päd­ago­gi­sches Sym­po­si­um an der Uni­ver­si­tät Vech­ta statt. Zu die­sen Sym­po­si­en fan­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aus­ge­wie­se­ne Exper­tin­nen und Exper­ten aus den Berei­chen Design­pra­xis, Design‐, Kunst-­ und Werk­päd­ago­gik sowie aus dem Bereich der außer­schu­li­schen Design­ver­mitt­lung ihren Weg an die Uni­ver­si­tät Vech­ta. Das design­päd­ago­gi­sche Sym­po­si­um „2016 dpi“ wird die­sen Dis­kurs um die Aus­ein­an­der­set­zung mit Design als bil­dungs­wis­sen­schaft­li­ches und bil­dungs­po­li­ti­sches The­ma öff­nen, um Design als Inhalt und Medi­um / Instru­ment der Bil­dung näher zu betrach­ten. Ziel ist eine Erwei­te­rung des fach­wis­sen­schaft­li­chen Netz­werks im deutsch­spra­chi­gen Raum und der Ein­tritt in eine bil­dungs­po­li­ti­sche Debat­te.

Design als Bil­dungs­per­spek­ti­ve; Design als Inhalt

Design und folg­lich auch Design­bil­dung bezie­hen sich nicht nur auf eine kon­sum­kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der gestal­te­ten Ding­welt. Der Mehr­wert von Design und Design­bil­dung ent­steht, wenn Design als Metho­de, als didak­ti­scher Pro­zess des Ent­wer­fens, als gestal­te­ri­sche Pro­blem­lö­sung und als Denk-­‐ und Hand­lungs­per­spek­ti­ve zum Ein­satz kommt. Auch in der Mög­lich­keit, Design­pro­zes­se als Mit­tel für einen fä-­‐ cher­über­grei­fen­den Zugang zu ver­schie­de­nen Fra­ge­stel­lun­gen zu sehen, liegt eine hohe Qua­li­tät hin­sicht­lich der Unter­richts- und Schul­ent­wick­lung.

Es geht dabei weni­ger um das Hin­ein­pres­sen von Den­ken und Han­deln in Gestal­tungs­al­go­rith­men, son­dern um die Ermög­li­chung von Neu­em gene­rell. Der Kern der Ver­mitt­lungs­auf­ga­be liegt hier auch dar­in „… als ‚Empowe­rer’ zu wir­ken, ande­re dazu zu befä­hi­gen ihren gestal­te­ri­schen ‚Magic Moment’ zu erle­ben, ihnen das Lust­ge­fühl zu ver­mit­teln, etwas (und wenn auch nur an sich selbst gemes­sen) außer­ge­wöhn­li­ches geleis­tet zu haben, etwas beson­de­res erfun­den, ent­deckt oder gestal­tet zu haben und die Kraft in sich [zu] ent­de­cken …“ (James Sko­ne) die die­se Mög­lich­kei­ten frei­set­zen kön­nen.

Zwar sind bereits in vie­len schu­li­schen Cur­ri­cu­la Design­the­men ver­an­kert. Durch die föde­ra­lis­ti­sche Struk­tur der bun­des­deut­schen Bil­dungs­land­schaft schwan­ken die Bestre­bun­gen und Akti­vi­tä­ten, Design­päd­ago­gik bzw. Design­the­men als Bil­dungs­be­stand­teil zu för­dern oder zu prak­ti­zie­ren, in den ein­zel­nen Bun­des­län­dern erheb­lich. So herrscht kein inhalt­li­cher noch metho­di­scher Kon­sens dar­über, wie Design zu ver­mit­teln sei.

Design als Bil­dungs­per­spek­ti­ve; Bil­dung als Ent­wurfs­ge­gen­stand

In vie­len Berei­chen der Gesell­schaft wächst der Ent­wurfs­be­darf. Die­ser Bedarf betrifft über den all­ge­mein aner­kann­ten Bereich der künst­le­ri­schen Gestal­tung hin­aus auch zahl­rei­che Berei­che gesell­schaft­li­cher Ent­wick­lun­gen, z.B. Bil­dung. Bil­dungs­ex­per­ten ver­mu­ten einen Zusam­men­hang zwi­schen der man­geln­den Moti­va­ti­on vie­ler Schü­le­rin­nen und Schü­ler und den vor­herr­schen­den Schul­sys­te­men, die ursprüng­lich für die Denk­wei­sen und Struk­tu­ren der indus­tri­el­len Gesell­schaf­ten ent­wi­ckelt wur­den. In der heu­ti­gen Welt zuneh­men­der Kom­ple­xi­tät (Glo­ba­li­sie­rung, Media­ti­sie­rung, Wis­sens­ge­sell­schaft u. a.) gibt es einen wach­sen­den Bedarf für neue Kom­pe­ten­zen für Nach­hal­tig­keit und Anschluss­fä­hig­keit.

Die Ver­bund­part­ner des For­schungs­pro­jek­tes „Design to Impro­ve Life, Edu­ca­ti­on“ gehen noch einen Schritt wei­ter und ver­wei­sen dar­auf, dass ein Ver­ständ­nis glo­ba­ler Her­aus­for­de­run­gen und die Fra­ge danach, wie man öko­lo­gisch, sozi­al und öko­no-­‐ misch nach­hal­ti­ge Lösun­gen ent­wi­ckeln kann, zwin­gend not­we­nig sind, um bei­den, einer sinn­vol­len Bil­dung und der Gesell­schaft, gerecht zu wer­den. Design bie­tet eigen­stän­di­ge For­men des Ler­nens und Leh­rens. Es ist For­schung und Ent­wick-­‐ lung zugleich. Dies ermög­licht die Aus­bil­dung von Kern­kom­pe­ten­zen, die kom­men­de Gene­ra­tio­nen im ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit den glo­bal­ge­sell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run-­‐ gen benö­ti­gen, um unse­re Zukunft aktiv, eigen­ver­ant­wort­lich und nach­hal­tig mit zu gestal­ten.

Vor die­sem Hin­ter­grund nimmt sich das Fach Design­päd­ago­gik an der Uni­ver­si­tät Vech­ta der Auf­ga­be an, Bil­dung als Ent­wurfs­ge­gen­stand neu zu den­ken und mit dem design­päd­ago­gi­schen Sym­po­si­um „2016 dpi“ die Dis­kus­si­on über die Bil­dungs­per­spek­ti­ve Design anzu­sto­ßen.

 

Sym­po­si­um: 2016 dpi
The­ma: Bil­dungs­per­spek­ti­ve Design
Zeit: 01.07.2016 – 02.07.2016
Ort: Uni­ver­si­tät Vech­ta

Link zum Ver­an­stal­ter Uni­ver­si­tät Vech­ta

25.06.16 in Wissenstransfer
Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

Artikel kommentieren

Artikel der gleichen Kategorie