Terra X: Die Magie der Farben

Mitwirkung als Farbexperte für den Bereich Farbpsychologie, Farbwirkung, Wahrnehmung

Ob Ocker, Rot, Gelb, Grün oder Blau: Hinter jedem Farbton verbergen sich Geschichten und erstaunliche Fakten. Warum haben sie seit jeher eine so große Bedeutung für den Menschen?

Film­ti­tel:

Tei 1. Von Höh­len­rot und Göttergelb

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Teil 2. Von König­spur­pur und Jeansblau

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Nur wer erkennt, ob eine Frucht reif oder gif­tig ist, kann über­le­ben. Alle Far­ben in der Natur die­nen einem bio­lo­gi­schen Zweck und jedes Lebe­we­sen hat seine Wahr­neh­mung dar­auf spe­zia­li­siert. Aber allein der Mensch stellt Far­ben her und ver­leiht ihnen Sym­bol­kraft. »Terra X« taucht ein in die Geschichte unse­rer Farb­codes von den Anfän­gen bis in die Gegen­wart. Kul­tur­ge­schich­ten und Natur­phä­no­mene wer­den mit­ein­an­der ver­wo­ben und füh­ren zu ver­blüf­fen­den Erkennt­nis­sen. Inwie­weit steu­ern Far­ben noch heute unser Ver­hal­ten, ohne dass wir es mer­ken? Wie funk­tio­niert die­ser evo­lu­tio­näre Code?

Die­sem Rät­sel sind Wis­sen­schaft­ler seit Jahr­hun­der­ten auf der Spur. Die erste weg­wei­sende Ent­de­ckung macht Isaac New­ton 1730 und scho­ckiert damals die Welt. In sei­nem Ver­such mit einem Glas­prisma und Licht ent­deckt er, dass es Far­ben gar nicht wirk­lich gibt. Eine unfass­bare Erkennt­nis. Denn bereits vor 100.000 Jah­ren unter­nah­men Men­schen große Anstren­gun­gen, um Farbe in ihre Leben zu holen. Das ent­de­cken Archäo­lo­gen 2008 in der Blom­bos Höhle an der Küste Süd­afri­kas. Sie fin­den Ocker­stü­cke und Muscheln, die Stein­zeit­men­schen in der Höhle ver­steckt haben. Es ist die älteste Farb­werk­statt der Mensch­heit. Plötz­lich gab es eine Mög­lich­keit, sein Äuße­res zu ver­än­dern, mit Farbe ein indi­vi­du­el­les Kenn­zei­chen zu set­zen. Ein Mei­len­stein in unse­rer Geschichte! Bis heute heben sich viele Natur­völ­ker mit Kör­per­be­ma­lung von ande­ren ab, von den Mas­sai in Afrika bis zu den Abori­gi­nes in Aus­tra­lien. Und wir machen etwas ganz Ähn­li­ches fast täg­lich wenn wir uns schmin­ken, bunt klei­den oder die Haare fär­ben. Mit Far­ben indi­vi­dua­li­sie­ren wir uns oder zei­gen an, zu wel­cher Gruppe wir gehören.

Wie kamen die Farbe über­haupt in die Welt? Erst vor 200 Mil­lio­nen Jah­ren ent­steht die erste Farbe: Das Grün der Pflan­zen. Weil sie die älteste und lange die wich­tigste Farbe für alle Lebe­we­sen war, kön­nen Men­schen bis heute im Grün die meis­ten Farb­nu­an­cen erken­nen. Für den Sie­ges­zug des Homo sapi­ens war aller­dings eine ande­rer Farbe ent­schei­dend: vor rund 35 Mil­lio­nen Jah­ren ent­steht das magi­sche Rot. Der ame­ri­ka­ni­sche Neu­ro­wis­sen­schaft­ler Jay Neitz fand her­aus, dass die Fähig­keit, Rot zu sehen zur Schlüs­sel­kom­pe­tenz wurde. Seine Expe­ri­mente mit bizar­ren Art­ver­wand­ten, den Toten­kop­fäff­chen, erlau­ben ver­blüf­fende Ein­bli­cke in die evo­lu­tio­näre Ent­wick­lung. Bis heute wirkt Rot als Signal– und Alarm­farbe, weil unsere Augen sich zu Rot­spe­zia­lis­ten wei­ter­ent­wi­ckelt haben und wir Rot am schnells­ten von allen Far­ben wahr­neh­men können.

Lange war das Blau des Him­mels und des Mee­res für den Men­schen nicht greif­bar, bis um 8000 vor Chris­tus Berg­ar­bei­ter im Hin­du­kush einen leuch­ten­den Stein fin­den: Lapis­la­zuli, wört­lich das Blau des Him­mels. Schnell wird er in der gan­zen Welt begehrt und for­ciert die begin­nende Glo­ba­li­sie­rung. Die Ägyp­ter ver­su­chen ver­geb­lich, aus Lapiz auch ein Mal­pig­ment her­zu­stel­len und ent­de­cken durch Zufall ihren eige­nen Farb­stoff — der Start­schuss zu einer bun­ten Epo­che. Und immer grö­ßer wer­den die Anstren­gun­gen, die Men­schen unter­neh­men, um leuch­tende Far­ben zu gewinnen.

Warum üben Far­ben eine sol­che Fas­zi­na­tion auf uns aus? Expe­ri­mente mit Babies zei­gen, dass uns ein Farb­pro­gramm schon in die Wiege gelegt ist. Far­ben sind eine Spra­che der Natur und das größte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem der Welt.

Buch: Chris­tian Schid­low­ski
Regie: Sig­run Laste
Pro­duk­tion: Sto­ry­house, Ber­lin
Redak­tion: Uta von Borries

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Sen­de­ter­mine:

Sams­tag, 17. und 24. Okto­ber 2015, 16.30 Uhr, ZDF­neo
Sonn­tag, 18. und 25. Okto­ber 2015, 19.30 Uhr, ZDF

14.10.15 in Forschung, Wissenstransfer
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